Build log, 28.01.17

In Zeiten, in denen massenhaft fragwürdige Entscheidungen per Dekret rausgehauen werden, habe ich mich entschlossen (auch wenn in keine Behörde bin), mich wohltuend von diesem Gelärme abzuheben, und eine wohlüberlegte Entscheidung zu fällen: auch die linke Tür des GT40 habe ich als „fertiggestellt“ definiert! Da ich genügend Türbilder in diesem log veröffentlich habe, verzichte ich an dieser Stelle auf weitere Bilddokumentation. Damit sind die Karosserieteile (naja, bis auf ein paar klitzekleine Ausnahmen) spachtelseitig abgeschlossen. Da kommt fast schon etwas Wehmut auf, aber die Radhäuser sind ja noch zu laminieren, und in diesem Zuge werde ich meine Spachtelrestbestände, Matten, Harz und Härter sicher noch sinnstiftend verwenden können.

Also ging es mit den Verkleidungen der B-Säulen im Motorraum weiter. Wir erinnern uns, dass ich die rechte Abdeckung schon gekantet und angepasst hatte, und nun galt es, die Verkleidung irgendwie am Auto festzumachen. Im ersten Anlauf (aufgemerkt: es gibt noch weitere …) kam dieser Aluminiumwinkel zur Anwendung, mit Blindnieten standesgemäß an der Karosserie befestigt, und mit Nietmuttern für die Befestigung der Abdeckung versehen:

IMG_0283.JPGLinks im Bild ist die Abstützung des Überrollbügels zu sehen, in der Bildmitte erkennt ihr den besagten Winkel. Flugs war der Abdeckung hier angeschraubt, und flugs wurde auch klar, dass ein zweiter Anlauf nötig war, denn der nach unten zu kurze Winkel sorgte dafür, dass die Abdeckung flatterte wie ein Fähnchen im Wind. Also den 4er Bohrer eingespannt, den Winkel herausgebohrt und gegen einen Längeren ersetzt. Versuch macht kluch.

Da die Abdeckung ja auch an der B-Säule zu befestigen ist, habe ich aus stabilem 2mm Blech (Gewicht, Gewicht) diese drei Winkel gekantet (die Kantbank ist übrigens im Bild ganz rechts zu sehen) und passgenau angeklebt. Erkennbar ist auch der verlängerte, neue Winkel:

IMG_0284.JPGDie drei am Sauerkraut derzeit nur verklebten Winkel bekommen demnächst eine Laminierung für den sicheren halt in brenzligen Situationen (es könnte hier bei laufendem Motor etwas wärmer werden), und fertig ist das Ding.

Nur zur Dokumentation, und um dem Eindruck entgegenzutreten, dass ich Müßiggang betrieben hätte, hier auch die linke Seite (die war übrigens in einem Bruchteil der Zeit erledigt, die ich für die rechte Seite verplempert habe):

IMG_0285.JPGDa noch etwas Zeit übrig war, habe ich mich schon einmal mit einer ersten Schablone für das vordere Radhaus rechts beschäftigt.

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Im oberen Teil des Bildes seht ihr den geschlossenen front clip, das Ding mit der roten Kappe ist das Lenkgetriebe. Den Pappstreifen übertrage ich in abgewandelter Form demnächst auf ein Aluminiumblech, das verhindern wird, das sämtlicher Straßenschmutz 1:1 in das Auto gelangt. Vielleicht kommt es durch das Radhaus dann noch zu einem 1:10 Schmutzeintritt, vorsichtig optimistisch geschätzt. Und dann kann endlich wieder laminiert werden ;-))

Später mehr,

Udo

Build log, 21.01.17

Immer noch sind die Türen die (fast) letzte Baustelle am GT40, wenn es um das Anpassen der Karosserieteile geht. Erst einmal habe ich mir den door handle regress an der linken Tür vorgenommen.  Dazu kam zunächst wieder die Fächerscheibe zum Eingriff, mit der ich eine Vertiefung in Tür und regress geschliffen habe, in die dann Gewebe laminiert werden konnte (hat mir ULTRabert geraten – müsste also gehen). Wenn das dann in der nächsten Woche getrocknet ist, noch eben schleifen und spachteln, und fertig.

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À propos fertig: die rechte Tür ist nach meiner ganz persönlichen Definition fertig (na gut, bis auf das Einpassen der Seitenscheiben). „Fertig“ sieht zwar aufgrund der Farbenfreude, hervorgerufen durch die gelungene Kombination aus Originalsauerkraut, Anlaminiertem, Faser-, Fein- und Sprühspachtel, für den ungeübten Betrachter eventuell etwas unfertig aus, aber der Rest bis zu „richtig fertig“ übersteigt meiner Karosseriekompetenz – wozu gibt es denn schliesslich gelernte Lackierer? Der aktuelle Baustand sieht so aus …

img_0281… und auch so …

img_0280Hinweisen möchte ich die gewogene Leserschaft besonders auf die vordere untere Ecke, die jetzt messerscharf auflaminiert und gespachtelt ist. Im unteren Türbereich sind noch die drei Faserlagen erahnbar, die notwendig waren, um die Tür gerade und deckungsgleich zum Schweller zu machen. Alles Historie, der Optimist blickt nach vorn!

Im letzten build log hatte ich kurz die Verkleidung der B-Säule im Motorraum vorgestellt, und auf die anstehenden Anpassungsarbeiten hingewiesen. Diese sind für die rechte Seite abgeschlossen, und der Kasten fügt sich nun stimmig in die Gesamtsituation ein, mit der ich durchaus nicht unzufrieden bin.

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Schön oder? Nochmals à propos, dieses mal à propos schön: zufällig bin ich beim Leerkaufen des Internets über ein Buch gestolpert, dessen Cover so aussieht:

img_0282 Neinnein, nicht was ihr denkt ;-))

Später mehr,

Udo

Build log, 07.01.17

In der Schraubenhalle waren es gestern -2°C, und bei den Temperaturen war es dann gut, dass ich die Türen zum Schleifen in Arbeit hatte – da wird es einem warm, und man hängt nicht auf der Straße herum ;-))

Der Allgemeinzustand der Türen, vor allem im Innenbereich, glich zunächst topografisch der Mondoberfläche: Krater neben Krater. Da hier aufgrund einer teflonartigen Oberflächenbeschichtung weder Lack noch Klebstoff hält, aber ich die Oberflächen erstmal mit 40er Finishpapier bearbeitet (irgendwie ein komischer Name für das Zeug, denn danach ist von Finish nichts zu sehen. Egal), und dabei auch Oberflächenglättung herbeigeführt. Ein lustiges Beispiel für den Startpunkt meiner Arbeiten zeigt sich im nächsten Bild (es handelt sich um die Ablagefläche in den Türen, unten rechts ist zur besseren Orientierung der door handle recess zu sehen).

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Da konnte ich meine 40er Schleifpapierbestände deutlich reduzieren, und anschliessend sah das dann immerhin ein bisschen besser aus:

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Links im Bild (wie auch an anderen Stellen) mussten offenbare Transportschäden aus der Vergangenheit egalisiert werden. Vor dem Spachtelstart habe ich sicherheitshalber ob der frischen Temperaturen einen Blick auf die Verarbeitungshinweise meiner Spachteldose geworfen. Dort stand, dass sich das Zeug am besten bei 20°C verarbeiten lässt – sehr witzig.

An den Türaussenseiten stand dann noch das Eckigmachen der vorderen unteren Türecken (bzw. Türrundungen) auf der to-do-Liste. Die waren ja leider auch im Laufe der Jahre zu einem schicken Radius erodiert, was hässlich ist. Hier ein Stilleben mit Faserspachtel grün, appliziert auf eingeklebtem Aluminiumblech:

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Und dann habe ich das Nostril im front clip einigermaßen hingerichtet (wir erinnern uns, das Einpassen war die helle Freude, und es fehlte der vordere Flansch). So sieht das heute aus:

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Le Mans, oder?

Nachdem nun alles aktuell in Bearbeitung Befindliche trocknen musste, habe in damit angefangen, einen echten Schandfleck der GT40-Replicas zu kaschieren: die Spinne ist an der B-Säule einfach am Rahmen verschraubt, aber die Originaldinger haben hier aufgrund der Spantenbauweise nichts Verschraubtes, sondern eine Art Abdeckung. Da ich mir frisches Albblech besorgt hatte, habe ich das schon mal grob in Form gebracht, um daraus einen Deckel zu bauen. Der muss noch ein wenig mit der Fächerscheibe motiviert werden, und mit der „kopieren-einfügen-Funktion“ auf die linke Seite übertragen werden, so dass er komplett an der Spinne zur Anlage kommt (noch seht ihr da einen Spalt):

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Da das Herstellen dieses Teils ohne nennenswerte körperliche Anstrengung zu bewerkstelligen ist, war ich danach leicht ausgekühlt, und habe die Arbeiten für diesen Tag abgebrochen. Bald wird es Frühjahr …

Später mehr,

Udo

Build log, 29.-31.12.16

Zum Jahresende hatte ich vor, nochmals so richtig Gas zu geben, und dem Ende der Schleifarbeiten ein Stück näher zu kommen. Das Ergebnis ist nachfolgend zu begutachten, und auf negative oder sarkastische Kommentierung lege ich nur geringen Wert ;-))

Zunächst habe ich die Spinne wieder auf den Rahmen gesetzt, um die endgültige Länge des Cockpits anzuzeichnen, und letzteres dann auf Maß zu schleifen. Zum Glück war es draußen trocken, und ich musste in der Halle nicht alles sinnlos zustauben. Der wirklich große Augenblick des Tages bahnte sich an, als ich die door tongues wieder an die Spinne montiert und die Türen  v o r s i c h t i g  verschlossen habe. Es geschehen noch wunderliche Dinge auf dieser Welt: die Türen passten fast saugend unter die tongues, die nur noch ein wenig nachgerichtet werden müssen, da wellig (passt aber irgendwie zum Rest der Fahrzeugteile). Ich habe mich dann in den Motorraum gestellt, und dieses gr0ßartige Foto erzeugt:

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Folgerichtig war nun der Feinschliff an den Türen an der Reihe. Ich bezweifele, dass ich sie wieder so in Position bringen kann, wie sie in den letzten Monaten saßen, aber es half und hilft alles nichts – die Dinger müssen spätestens zum Lackieren vom Rahmen getrennt werden, und ausgebaut schleift und spachtelt es sich leichter als mit am Fahrzeug montierter Teile. Das sieht, mittlerweile um Schneller und Tür erleichtert, aktuell so aus:

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Die Türen habe ich dann mit Feinspachtel traktiert, und es wird noch einige Tage brauchen, bis das annähernd lackierfähig ist.

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Beachtenswert ist das Gekrümele und Gelöchere am Abschluss zum Schweller. Die Hohlräume habe ich mit Harz/Härter geflutet, so dass die verschlossen sind und die Türen der Betriebsbelastung standhalten dürften. Der Rest ist Routine. Darunter fällt auch der Umstand, dass durch unsachgemäße Lagerung und Transporte in den vergangenen 30 Jahren die vordere untere Türkante übermäßig verrundet ist, so dass ich mit Aluminiumblechen und Fasern die gewünschte Verlängerung hinbauen werde. Das Foto unten zeigt den noch frischt applizierten Zustand vor dem Trocknen:

IMG_0271.JPG

Die als lose Teile mitgelieferten door handle regresses hatte ich bislang nur provisorisch von innen mit einem Faserstreifen befestigt. Da ja aber an dieser Stelle beim Türöffnen immerhin mittlere Kräfte zu erwarten sind (warum geht die Tür nicht auf???), werde ich von innen und aussen Fasermatten anlaminieren. Hier die Baustelle von aussen betrachtet:

img_0269

Und dann war da noch das nostril im front clip, das spaltmassmäßig (auch ein schönes deutsches Wort, oder?) der Hingabe bedurfte. Teils aufgespachtelt, teils weggeschliffen, ist derweil ein Zustand erreicht, dem ich dem Lackierer zumuten werde. Besser geht´s mit meinen laienhaften Kenntnissen und Fingerfertigkeiten halt nicht.

Dummerweise passten nicht nur die Spalte zwischen nostril und front clip nicht, sondern die Krümmung der Teile mutete derart unterschiedlich an, als ob sie zu unterschiedlichen Fahrzeugen gehören würden. Der Weg des geringsten Widerstandes (Dünnbrettbohrer bohren eben an der dünnsten Stelle) lag darin, die Auflage des nostrils am front clip etwas aufzuarbeiten, und das nostil damit in eine Zwangslage gleicher Krümmung zu versetzen. Der Arbeitsstand bei Fertigstellungsgrad irgendwo zwischen 40 und 60% ist hier zu sehen:

IMG_0270.JPG

Der Rest ist die wiederkehrende Abfolge aus Schleifen und Spachteln. Da ich das nostril eh nicht oft vom front clip entfernen möchte, ist diese Stelle also eher Prio B.

Das Letzte für heute, das ich der interessierten Leserschaft nicht vorenthalten möchte, ist der erstaunliche Umstand, dass das nostil umlaufend eine Art Umstellung aufweist, damit der Fahrzeugbetrachter nicht durch die Spalte in den Vorderwagen sehen kann. Das gilt zumindest für die seitlichen Ränder und den hinteren Bereich, nicht jedoch für den vorderen, mit der Folge, dass im Fahrbetrieb jede Menge Luft durch den vorderen Spalt zwischen front clip und nostril weht, die da nicht hingehört. Also habe ich an Silvester, kurz vor den Feierlichkeiten, damit begonnen,  den fehlenden Flansch anzumodellieren. Nach der ersten Interationsschleife sieht das so aus …

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… und nach der dritten (oder vierten?) ist der Flansch vom nicht vorhandenen Original nicht mehr zu unterschieden.

So, mit dem heutigen Block habe ich mein therapeutisches Schreiben für dieses Jahr erfolgreich bewältigt. Für 2017 habe ich mir bezogen auf den GT40 keinerlei Ziel vorgenommen. Entspannt lebt es sich besser …

Später mehr,

Udo