Build log, 30.12.19

In den Tiefen des Internets habe ich Fotos von Renn-Falcons gesehen, in denen der hintere Sitzquerträger aus Gewichtsgründen entfernt worden ist. Da die Rücksitzbank in meinem Fall auch nicht gebraucht wird, die auf den besagten Querträgern aufliegt, stand deren Entfernung nichts mehr im Wege. Hier ein Foto der Querträger, von unten links nach oben rechts verlaufend:

Auf der rechten Seite zeigte sich dann nach Heraustrennen dieser eher unerfreuliche Zustand:

Der Blechdoppler rechts war partiell durchrostet, und unter dem Querträger haben sich viele interessante Korrosionspartikel angesammelt. Damit musste der Blechdoppler weichen (Gewicht, Gewicht), und der darunter durchgerostete Boden leider ebenfalls. Nach Entfernen allen Unrats dann der überarbeitete Zustand hier erkennbar:

Das sieht irgendwie schön, aber nicht wie nach drei Stunden Arbeit aus. Demnächst werde ich ein neues Bodenblech anfertigen, und das einfach Einschweissen, und danach wird das ausreichen – der Zweck heiligt bekannermaßen die Mittel 🙏.

Überraschenderweise war der Zustand auf der linken Seite viel besser, aber damit leider nicht gut genug:

Nach Aufbohren der Punktschweissungen und Heraustrennen des Rostbleches kann ich dies hier als Tagesergebnis kommunizieren:

Links wie rechts sind Quer- und Längsträger wie neu, und der untere Boden ebenfalls – das Problem des Falcons war das Wasser von oben, nicht das von unten ☔️☔️☔️.

Eigentlich wollte ich heute die Schalter aus dem Cockpit demontieren, aber es kommt ja häufig nur ähnlich, wie gedacht.

Später mehr Überraschendes,

Udo

Build log, 27./28.12.19

Die Idee mit den hinteren Radhäusern als Ersatzteile mag eine gute Idee gewesen sein, oder auch nicht, jedenfalls ist so etwas für 1964er Falcon nicht zu kaufen. Also habe ich die stärker in Mitleidenschaft gezogenen rechten Radhäuser gerichtet, und die von Vorbesitzern vorgenommenen Einschnitte verschweisst, so gut es (für mich) geht:

A pros pos gut – ihr Leser seid die Einzigen, die das zu sehen bekommen, da ja später die Außenhaut darüber liegt 😃. Das nächste Bild zeigt den hinteren Bereich des linken, also besser erhaltenen Schwellers. Nach Entfernen eines korrodierten Bleches am Radhaus unten links traten allerhand Brocken aus dem Fahrzeug heraus – auch Stanniolpapier, was ein gewisses McGyver-Ambiente aufkommen ließ:

Die gleiche Stelle rechts wies zwar keine Aluminiumfolie auf, aber dafür seltsame Patchwork Arbeiten an völlig defomierten Schwellerblechen:

Zum Verdauen für die Nacht war das zunächst ausreichende und gleichzeitig schwere Kost 🤫.

Am Samstag dann, bei -1 Grad C, brauchte ich eine Tätigkeit zum Warmwerden und -bleiben. Also habe ich mich entschlossen, den hinteren Boden auch noch von Schmutz und Lack und Sonstigem aus fünfundfünfzig Jahren zu befreien (der vordere ist schon gemacht). Körperlich eher anspruchsvoll, war das Ergebnis eher anspruchslos:

Erahnbar für den, der es weiss, ist ein horizontal verlaufender Riss entlang der Sicke, die offenbar das eindringende Regenwasser (oder Coca Cola der Fondpassagiere) jahrelang aufgefangen und gegen Heraustreten aus dem Fahrzeug gesichert hat – bis, ja bis zuviel Fe2O3 et al angefallen und das Blech durchrostet war. Also stand Heraustrennen an, denn „Zuschweissen“ war nach zirka dreissig Übungsminuten mit meinen Schweisskenntnissen keine Option mehr.

Nach dem Heraustrennen und vorherigem Aufbohren der Punktschweissverbindungen dann der Boden mit Blick auf Verbundpflaster und Schalldämpfer, den ich zum Glück nicht durchtrennt habe:

Das Restblech ist im unteren Bildteil erkennbar.

Auf der rechten Seite ist der Verschleiß anders, aber nicht wirklich besser. Daher habe ich auch hier einen Teil des Bodenbleches herausgetrennt, um es später gegen ein nicht korrodiertes auszutauschen.

Einige überflüssige Halter an der Trennwand zum Kofferraum sind dann auch noch entfallen, zum Beispiel diese hier:

Und auch diese:

Es ist wie bei der Brigitte-Diat: jedes Gramm zählt auf dem Weg zum Glück, oder zum Sieg, oder zum Mitfahren im Mittelfeld.

Es gibt noch einiges zu tun, daher später mehr,

Udo

Build log, 23.12.19

Wie angedeutet, stand und steht noch mehr Korrosion auf der Agenda. Höchstmotiviert habe ich mich an die letzten, bis dato bekannten Roststellen herangemacht, die ich in den hinteren, vom Vorbesitzer häßlich hingeworfenen Radhäusern detektiert habe. Die eckigen Dinger werde ich gegen die formschön geschwungenen Repros austauschen, und es zeigte sich, dass der Austausch doppelt Sinn macht, weil hier Pfusch am Bau in übelster Ausprägung herrscht.

Vorsichtig auf der rechten Seite hinten begonnen, sind oben erste Details sichtbar. Weiteres Vortasten in Richtung B-Säule zeigt ein homogen korrodiertes Etwas:

Im nächsten Schritt dann die Entfernung des eingeschweissten Radhauses, beidseitig rostrot:

Final rechts der Zustand nach Entfernens des Blechs zwischen Radhaus und B-Säule:

Der Schweller präsentiert sich nach wie vor durchrostungsfrei, welch ein Glück 😀.

Da über den Rädern drei oder mehr Bleche übereinander liegen, werde ich versuchen, Radhäuser als Reparaturbleche in den U.S.A. zu bekommen – einfach liegendes Blech ist einmal mehr angewandter Leichtbau 😉.

Später mehr,

Udo

Build log, 21.12.19

Heute, am dunkestelm Tag des Jahres, gibt es einiges Merkwürdiges zu berichten. Davor jedoch kann ich von sogenannten Vorbereitungsarbeiten, die dazu dienen, den Motor zu demontieren, schreiben. Alle Leitungen und Anschlüsse, sowohl elektrisch, benzin- oder wasserleitend, sind entfernt, so dass der V8 demnächst ausbaubar ist:

Da mir nichts Bessseres einfiel, habe ich danach die hinteren Radhäuser inspiziert, die ja gegen die formschönen Originale ausgetauscht werden (so der Plan). Zutage trat auf der linken Seite eine ungeahnte Menge Spachtelmasse, in größter beziehungsweise dickster Ausführung stolze 10.000 Mikrometer messend:

Hier noch ein Stilleben mit Metall und Kunststoff:

Der Schweller ist, im Gegensatz zum Seitenteil, weitgehend unbeschädigt, zumindest nach heutigem Kenntnisstand. Auf der rechten Seite ist die B-Säule perfekt erhalten, wohingegen das Seitenteil deutliche chemische Reaktionen nicht verhehlen kann:

Auch hier nimmt die Dicke der Spachtelmasse beachtliche Dimensionen an.

Nach so viel Pionierarbeit habe ich mich dann noch an die linke „Heckflosse“ herangemacht, die ebenfalls leicht löchrig anmutete. Der Spachtelmeister hat hier unzähliche Löcher in die Karosserie gebohrt, damit der Spachtel besser anhaftet – verkehrte Welt, er hätte besser das Blech richten sollen 🤦‍♂️:

Die wenigen Löcher lassen sich ratzfatz Zuschweissen, und alles sieht demnächst aus wie 1964.

Später mehr (Korrosion),

Udo

Build log, 20.12.19

Der Plan war für heute, die vier korrodierten Stellen im Dach freizuschneiden, zu reinigen, mit Korrosionsschutzmittel zu behandeln und damit zum Einschweissen selbstzubauender Reparaturbleche vorzubereiten. Was heute passiert ist, ist das Freischneiden der vier korrodierten Stellen im Dach, deren Reinigung und Behandlung mit Korrosionsschutzmittel und damit die Vorbereitung zum Einschweissen selbstzubauender Reparaturbleche. Christmas is close, that’s the reason why.

Hier nun einige Impressionen (die Einleitung erinnert an den Leitartikel der „Zeit“, daher muss ich mich jetzt kürzer fassen):

Oben die Stelle hinten links vor der Reinigung, unten das Ganze nach Behandlung:

Hinten rechts nach Freischneiden und Reinigung:

Vorne links im gleichen Behandlungszustand:

Das absolute Highlight jedoch ist die rechte Seite vorn, hier vor Behandlung:

Die Regenrinne habe ich beherzt abgeschnitten, und suche noch jemanden, der sie wieder anschweisst, die Zeit wird zeigen, wer das ist. Nach Heraustrennen der Dachhaut zeigte sich jeden Menge Korrosion …

… und nach weiterem Wirken sah es so aus …

… und quasi-final so:

Alles in Allem finde ich, dass das heute ein eher überdurchschnittlicher build day war, mit 100% Zielerreichung, wirklich vorweihnachtlich 🎅🎅🎅.

Später mehr, bzw. weniger, Korrosion,

Udo

Build log, 15.12.19

Da ich heute sozusagen Strohwitwer war, und nichts mit mir anzufangen wußte, bin ich morgens zum Falcon aufgebrochen – es gibt ja immer was zu tun ☺️. Weitere Demontagearbeiten führten zum Abbau der zwischen Vorderrädern und Türen befindlichen Schottbleche, die nach fünfundfünfzig Jahren Betrieb immer noch rostfrei waren (look at California).

Danach habe ich dann die Reste aus Lack, Klebstoff und Schmutz aus fünf Jahrzehnten vom Boden innen entfernt. Hier eine Momentaufnahme, mit der der Lackierer oder Strahler hoffentlich leben kann – ich jedenfalls mag nicht mehr mit dem Stecheisen weiterhin Bodenpflege betreiben:

All die Versteifungssicken im Boden sind nun wieder sichtbar, sehr schön.

Übrigens wurde am Dach heute die vierte Durchrostungsstelle offenbar, nachdem weitere Klebstoffreste (wer macht so etwas) aus den Dichtungsflächen der Windschutzscheibe entfernt waren. Drei oder vier, das macht den Kohl auch nicht anders.

In meiner Chemiekiste habe ich dann noch folgende Korrosionsschutzprodukte aus dem gleichnamigen Depot gefunden:

Mit fertan (nicht zu verwechseln mit vertan) folgte die Behandlung des hinteren linken Seitenrahmens:

Das Gegenstück bekam auch eine Ladung ab:

Alles demnächst mit Wasser abspülen, und die Teile sind dann quasi wie aus Edelstahl rostarm 😉.

Später mehr,

Udo

Build log, 14.12.19

Mit dem Demontage des Falcon ging es heute fröhlich weiter. Dabei trat dann auch dieses Modellauto zutage, zustandstechnisch mit dem Original sehr eng verwandt:

Das Original ohne Türen und Motorhaube weist einen gewissen Fortschritt in Richtung Leichtbau auf, denn letztgenannte Teile werden ja gegen Kunststoffprodukte ersetzt (sofern diese es vor dem Brexit am 31.01.20 noch von der Insel nach Europa schaffen):

Die linke Seite ohne Kotflügel sieht richtig wie Rohbau aus:

Die seltsamen Stoßfängerhalter vorn werde ich wohl auch noch entfernen, da weder optisch noch gewichtsseitig eine Augenweide. Interessanterweise sind Halter links und rechts vollkommen unterschiedlich, und aus abenteuerlichen Halbzeugen an die Längsträger verschweisst, brrrr 😬.

In einem Anflug von Motivation habe ich mich dann noch an die wirklichen Probleme herangemacht, um genauer zu sein, handelt es sich um das hintere linke K-Problem (das vordere rechte folgt viel später, bei erneutem Motivationsschub vermutlich). Die Regenrinne hinten ist entfernt, und das Seitenteil dort, wo es völlig durchgerostet ist, teilweise eingeschnitten:

Den Streifen habe ich dann vollständig herausgetrennt, und werde ihn nach Korrosionsschutzbehandlung später wieder durch ein Neuteil ersetzen. Nach endlosen, an die Brexitverhandlung erinnernden Diskussionen mit N habe ich dann noch ein weiteres, durchkorrodiertes Stück der Seitenwand herausgeschnitten, und darunter fand sich der Hohlraum prall gefüllt mit Fe2O3, Fe3O4 und weiteren Verbindungen, die gemeinhin als Rost bezeichnet werden:

Im übrigen ist im Bild oben auch der mittlerweile herausgetrennte Streifen in der Bildmitte rechts nicht zu übersehen.

Von solchen Stellen gibt es mindestens drei weitere, und das alles riecht nach Behandlung mit Owatrol, oder anderen, hoffnungsvoll klingenden Produkten zur Verlangsamung der Korrosionsbefalls. Übertreiben will ich natürlich auch nicht, denn der Falcon soll schliesslich ein Rennwagen werden, und korrodierte Bleche sind naturgemäß dünn und liefern somit einen vorzüglichen Beitrag zum Leichtbau.

Später mehr Korrosion,

Udo

Build log, 07.12.19

Natürlich habe ich nicht zwei Wochen lang überlegt, ob ich den build log mit dem 1964 Ford Falcon Sprint fortsetzen werde oder nicht, denn die Entscheidung stand schon lange fest: V8 ist V8, und Ford ist Ford, und der Rest findet sich. Den Titel meines blogs habe ich auch schon geändert. Nun also die Fortführung des build logs, und es werden noch einige GT40 Restarbeiten in der Zukunft hier auftauchen.

Den 64er Falcon Sprint habe ich in Los Angeles gefunden, und er steht auch schon einige Zeit in der Garage nebenan. Um das neue Projekt zu beginnen, habe ich erst einmal gefegt …

… und dann versucht, die drucklosen Vorderräder des Falcon zu demontieren:

Mit neuen Vorderrädern wieder rollbar, stand dem Transfer zu meinem Arbeitsplatz nichts mehr im Wege, und die Optik ist schon einmal um Längen verbessert:

Der Allgemeinzustand des Fahrzeuges ist gemischt, im Innenraum fehlt eine gründliche Reinigung und Entrümpelung:

Startpunkt der großen Aufräumens, quasi zum Warmwerden, war jedoch der Kofferraum. Bemerkenswert die Verlegung der elektrischen Leitungen: alle Kabel lose verlegt, keine Isolierung, kein Schutz bei Durchführung durch die Karosserie. Von Elektrik verstehe ich zwar auch nur wenig, aber spätestens die lustige Aneinanderreihung verschiedener Kabelfarben zu einer Leitung machte klar, dass das auch anders gehen kann.

Nach dem Kofferraum stand dann der Innenraum an. Die Toyota oder Nissan oder Mitsubishi Sitze sind fehl am Platz, und der Fusselfußboden auch, also heraus damit:

Das kommt dem Rennwagenziel schon ein Stück näher 🤨. Der Falcon wird nämlich nach Anhang K zusammengebaut, und da sind die Regeln einzuhalten.

Beim Entrümpeln habe ich dann noch Geld gefunden, so dass sich der Kauf des Falcons schon fast selbst finanziert (sofern ich in weiteren Hohlräumen mehrere 100 Dollar Scheine finden werde) 💵💵💵:

Es gibt aber, bei allem Baufortschritt, auch Wermutstropfen (oder Flaschen, oder Fässer): das Dach vorne rechts und hinten links ist leicht durchgerostet, das wird ein Spaß:

Hier noch etwas Lustiges zum Schluss: links neben dem Fahrersitz war der Mechanismus zur Öffnung der Kofferraumklappe (funktionstüchtig) und des Tankdeckels (stillgelegt) angebracht. Da dies ohnehin nicht FIA-konform ist, war das ganze Geraffe zu entfernen, insbesondere deswegen, weil dieser Holzklotz zur Befestigung der Fernbetätigung im Auto eingebaut war, und das ganz ohne Oberflächenbehandlung:

Interessant auch, dass ich heute unzählige Schrauben entfernt habe, davon zehn (!) mit Regelgewinde, die anderen waren ausnahmslos Blechschrauben, fast keine wie die andere. Es gibt ein wenig zu tun, alles halb so aufwendig, wie es aussehen mag!

Später mehr V8 von Ford,

Udo