Build log, 26.01.20

Wie im letzten log angedeutet, und da ich zum Flexen und Schweißen aktuell keine überbordende Motivation verspüre, schreibe ich heute über Arbeiten mit Schaltern, Anzeigen und Blechen.

Konkret geht es um notwendige, aber im 1964er Falcon (obwohl es doch das „Sprint“-Modell ist 🙁) elektrische Betätigungseinheiten im Cockpit. Die Originalteile haben es übrigens aus Gewichtsgründen nicht in die engere Wahl geschafft. Hier das Cockpit mit Instrumentenblende und neuem Zündschloss (passt ohne Anpassung, seltsam):

Rechts neben der Blende, dort wo Platz für ein Radio vorgesehen ist, soll nun ein rennmäßiges Etwas entstehen. Also habe ich erst einmal ein Layout erzeugt, um alle Elemente auch unterbringen zu können:

Damit war die Form und Größe des zu erstellenden Trägers definiert, und ich konnte ein erstes Pappmodell schnitzen:

Das Gute Stück wird zum Fahrer geneigt sein. Dies ist zwar anspruchsvoller in der Herstellung, sieht aber besser als eine gerade Kiste aus und bietet darüber hinaus auch noch funktionale und ergonomische Vorzüge. Das Layout war rasch auf das gekantete Aluminiumbleche übertragen …

… und gebohrt und gefeilt:

Toll, oder was? Wenn ich wieder Spaß am Flexen haben werde, muss die Radioöffnung ein Stück vergrößert werden, demnächst.

Um den späteren Kabelsalat wenigstens notdürftig zu verstecken, sind links und rechts am Träger zwei Deckel entstanden – soviel Gewicht muss sein:

Die Deckel werde ich mit diesen Haltern demnächst befestigen:

Und nun der große Augenblick, nach provisorischer Montage der Schalter und sonstiger Anzeigegeräte:

Das Ganze macht auf mich, bei aller Bescheidenheit, einen sehr motorsportähnlichen Eindruck. Mal sehen, was B dazu meint, der die elektrische Montage und Inbetriebnahme übernehmen wollte 😬.

Später wieder mehr Flexen,

Udo

Build log, 25.01.20

Das Fahrwerk war beim letzten log noch nicht ganz demontiert, also standen heute noch die hinteren Dämpfer (einfach) und die vorderen Federn (eher ambitioniert) auf dem Programm. Beides konnte ohne Verletzungen aus dem Falcon ausgebaut werden, good news.

Aus unerfindlichen Gründen hatte die werte Vorbesitzerschaft entschieden, die Stoßstangenhalter aus handelsüblichen Stahlprofilen aufzubauen, anstatt die je Fahrzeugseite befindlichen drei Muttern, im Längsträger eingebaut, zu nutzen. Hier die Befestigung der Stoßstange vor deren Entfernung …

… und hier danach:

Auf der linken Fahrzeugseite galt wie üblich „copy and paste“:

Dann habe ich noch schnell Motor, Getriebe und Glocke voneinander getrennt: Hier das 1964er prone to breakage Toploader Getriebe:

Und hier der 289er V8 Motor:

Gegen Ende des Arbeitstages, mit nahezu unendlichen noch offenen Betätigungsfeldern, fiel die Entscheidung auf das Verschließen der unzähligen Löcher im Boden des Falcon (vier Schrauben für die Sitze, eventuell eines für den Gurt, aber wozu je Seite 10-15 Löcher zum Wasserablauf?). Da mir dazu auch keine Antwort einfiel, habe ich die Öffnungen erst einmal auf der rechten Seite verschweisst …

… und danach auf der linken Seite:

Das Ganze werde ich demnächst Verschleifen, nochmals Nachschweissen, nochmals Schleifen, und dann ist der Boden quasi wie neu.

Ich habe übrigens auch schon Schalter und Kipphebel für das Cockpit im Bestand, aber dazu später mehr,

Udo

Build log, 18.01.20

In den letzten Tagen war der Entschluss gereift, den Falcon vor der anstehenden Blechschweisserei zunächst zum Strahlen zu geben, da a) die manuelle Rostentfernung mühsam und vermutlich unvollständig ist und ich b) die Vermutung hege, dass nach der Lack- und Spachtelentfernung weiteres Ungemach zutage treten wird. Um „strahlbereit“ zu werden, mussten Fahrwerk und Antriebsstrang aus dem Falcon entfernt werden, und genau das stand heute an 🔧🛠⛓🧨.

Erfreulicherweise konnte ich auf fachkundige Hilfe zurückgreifen, und so war das Auto rasch auf der Bühne. Die Demontage der Hinterachse als Startpunkt gewählt, war das Fahrzeug nach Ausbau der hinteren Abgasanlage, Lösen der Blattfederaufnahmen und Entfernen der Antriebswelle um einige Kilogramm erleichtet:

Die Blattfedern hängen hier noch in der vorderen Aufnahme, aber auch die war rasch gelöst. Es lässt sich unbestritten feststellen, dass Hinterachse samt Blattfedern eher Schwergewichte sind und einen guten Beitrag zur gleichmäßigen Achslastverteilung leisten ⚖️.

Auf dem Weg dahin gab es wieder einige Merkmale improvisierter Fahrzeugreparatur zu erleben, zum Beispiel bei der hinteren Aufhängung des Auspuffs: diese war direkt mit Endrohr und Rahmen verschweisst, wodurch ein Auseinanderbauen nur mittels Trennscheibe möglich war (natürlich hätte ich auch sägen können):

Da gibt es vor dem Sandstrahlen jedenfalls noch einiges in Sachen Schönheitsreparaturen zu tun.

Gegen Nachmittag war der 289er Motor samt 1964er Toploader („prone to breakage“) ausgebaut und sachgemäß abgestellt:

Das Highlight dabei war zweifelsohne das Entfernen der Krümmer und der Kupplungsbetätigung, was mich stark an die Gedulds- und Geschicklichkeitsspiele erinnerte, die auf den Weihnachtsmärkten gerne angeboten und gekauft werden.

Hier noch ein Blick auf diverse Einzelteile:

Auch die Vorderachse ist mittlerweile und selbstredend ausgebaut. Wie der Falcon bei all den stark ramponierten Teilen gefahren sein mag, bleibt im Dunkeln. Klar ist hingegen, dass der oder die Vorbesitzer im Ersetzen verschlissener Teile sehr selektiv vorgegangen sind: der linke Stabilink ist quasi neu, der rechte mit größter Wahrscheinlichkeit hat die Zeit um Woodstock schon erlebt.

Nachdem nun alles vermeintlich Schwere des Falcon auf dem Boden lag, war ich der leider irrigen Annahme, dass das Bewegen der Karosserie nach dem Motto „4Mann4Ecken“ ein Leichtes sein müsste. Wie geschrieben, irrige Annahme, denn die Längsträger und andere Bodenteile sind vor allem aufgrund ihrer Blechdicke nicht durchgerostet.

Zum Glück stand noch der schon im GT40 genutzte Rollrahmen in einer der vielen Ecken herum, und der trägt nun den Falcon für die kommenden Wochen:

Um zirka einen Meter aufgebockt, wirkt das Auto noch größer als auf Rädern stehend – hier ein Vergleich:

Später mehr Blecharbeiten,

Udo

Build log, 11.01.20

Da ich im letzten build log mit dem Demontieren des dash boards geendet habe, macht es einen gewissen Sinn, damit heute wieder zu beginnen. Nachdem ich im Internet einen Beitrag gefunden hatte, der sich mit dem Entfernen der elektrischen Betätigungseinheiten im Cockpit befasst (es gibt tolle Sachen dort), und ich alles 1:1 nachvollzogen habe, sahen die Schalter so aus:

Da es um jedes Gramm geht, war diese Demontage schon einmal fette Beute ⚔️. Alle Schalter werden gegen low fat, low carb Dinger ersetzt, das spart immens 😁. Das neue Cockpit sieht damit so aus:

Weiter ging es mit der hinteren rechten Fahrzeugecke. Hier lag glücklicherweise ein Zustand vor, der es erlaubte, ein simples Rechteck, durchgerostet, zu entfernen, um alles Korrodierte zu eliminieren. Auf der linken Seite gestaltet sich der Lochfraß eher schwierig, daher kein Foto dieser Baustelle.

Und dann war da noch der ursprüngliche Tankeinfüllstutzen, oberhalb der hinteren Stoßstange, in Fahrzeugmitte. Die oder der Vorbesitzer meinten, die Öffnung schliessen zu müssen, und zwar mittels Löten. Mehr schlecht geht kaum:

Am Fahrzeugheck angelangt, habe ich dann noch gleich diese aktuell sinnfreien Halter entfernt (every pound counts):

Der Tank, mit vierundzwanzig Litern Inhalt gefüllt, vermutlich mit Kraftstoff, war rasch entleert und ausgebaut:

Schliesslich habe ich die Türscharniere, die gut und gerne für ein beschusssicheres Fahrzeug funktionieren würden (!), enfernt und inspiziert:

Die Dinger sind schwer zu Blei, und damit für den geplanten Einsatzzweck als Rennwagen nicht brauchbar. Also habe ich den obsoleten Stahl entfernt, was zu einer ersten Gewichtsanpassung führte:

Im nächsten Schritt werden dann zahlreiche Bohrungen Einzug finden, die Span für Span einen Schritt zur Leichtbaulösung beitragen werden. Brigitte Diät eben, nur mit Spänen statt Tränen des Verzichts …

Später mehr Leichtbau,

Udo

Build log, 11.01.20

Da ich im letzten build log mit dem Demontieren des dash boards geendet habe, macht es einen gewissen Sinn, damit heute wieder zu beginnen. Nachdem ich im Internet einen Beitrag gefunden hatte, der sich mit dem Entfernen der elektrischen Betätigungseinheiten im Cockpit befasst (es gibt tolle Sachen dort), und ich alles 1:1 nachvollzogen habe, sahen die Schalter so aus:

Da es um jedes Gramm geht, war diese Demontage schon einmal fette Beute ⚔️. Alle Schalter werden gegen low fat, low carb Dinger ersetzt, das spart immens 😁. Das neue Cockpit sieht damit so aus:

Weiter ging es mit der hinteren rechten Fahrzeugecke. Hier lag glücklicherweise ein Zustand vor, der es erlaubte, ein simples Rechteck, durchgerostet, zu entfernen, um alles Korrodierte zu eliminieren. Auf der linken Seite gestaltet sich der Lochfraß eher schwierig, daher kein Foto dieser Baustelle.

Und dann war da noch der ursprüngliche Tankeinfüllstutzen, oberhalb der hinteren Stoßstange, in Fahrzeugmitte. Die oder der Vorbesitzer meinten, die Öffnung schliessen zu müssen, und zwar mittels Löten. Mehr schlecht geht kaum:

Am Fahrzeugheck angelangt, habe ich dann noch gleich diese aktuell sinnfreien Halter entfernt (every pound counts):

Der Tank, mit vierundzwanzig Litern Inhalt gefüllt, vermutlich mit Kraftstoff, war rasch entleert und ausgebaut:

Schliesslich habe ich die Türscharniere, die gut und gerne für ein beschusssicheres Fahrzeug funktionieren würden (!), enfernt und inspiziert:

Die Dinger sind schwer zu Blei, und damit für den geplanten Einsatzzweck als Rennwagen nicht brauchbar. Also habe ich den obsoleten Stahl entfernt, was zu einer ersten Gewichtsanpassung führte:

Im nächsten Schritt werden dann zahlreiche Bohrungen Einzug finden, die Span für Span einen Schritt zur Leichtbaulösung beitragen werden. Brigitte Diät eben, nur mit Spänen statt Tränen des Verzichts …

Später mehr Leichtbau,

Udo

Build log, 04.01.20

Zu Weihnachten gab es einiges Neues auch für den Falcon. Zuerst einmal neue dome caps, die den Einbau von Koni’s gestatten:

Und dann noch ein Drehzahlmesser, den ich auf der Armaturenbrett installieren werde, wenn es soweit ist (also später):

Das ganze Gekabele aus dem Cockpit habe ich danach herausgeschnitten, wobei die Erkenntnis kam, dass der Falcon offenbar ohne Sicherungen betrieben wurde – zumindest habe ich keine angetroffen.

Nach diesem kleinen Exkurs ging es dann aber rasch wieder zum eigentlichen Tagewerk, nämlich der Korrosion und deren Behebung, soweit möglich. Startpunkt der heutigen Reise war die rechte seitliche Trennwand, an der die Lehne der Rücksitzbank befestigt ist oder war. Die Trennwand als solche kam ihrer trennenden Wirkung aufgrund partieller Durchrostung nur noch unvollständig nach:

Den ursprünglichen Plan, nur den durchrosteten Teil zu ersetzen, habe ich jedoch schnell verworfen, weil a) zwischen Radhaus und Trennwand keine Oberflächenbehandlung (obwohl dringend geboten) stattfinden konnte, und weil b) die Trennwand bei nüchterner Betrachtung nur unnötiges Gewicht im Auto bedeutet. Leichtbau sieht nach diesem Erkenntnisgewinn nun so aus:

Die Trennwand fliegt natürlich komplett aus dem Auto heraus. Leider hat das Fahrzeug zwei Seiten, also stand die Operation links danach auf dem Programm. Da ich schon gerade bei der großen Flurbereinigung war, fiel mir das Patchwork am hinteren Boden links auf, dass ich wie folgt entschärft habe – nur noch ein Einschweissblech notwendig, statt derer zwei:

Die seitliche Trennwand links ist auch schon nicht mehr da.

Ebenfalls nicht mehr da ist der hintere Bereich des Schwellers, den einer der Vorbeseitzer um ca. 30 Millimeter eingekürzt hat, damit die vormaligen Angeberräder verbaubar waren. Hier erahnt der geneigte Leser die umgebogenen Reststücke, die ich anschliessend entfernt habe, und demnächst gegen eine eigenerstellte Schwellerverlängerung ersetzen werde – alles kein Ding, aber langsam wachsen die vielen kleinen Dinge zu einem mittelprächtig großem Ding zusammen 😒:

Das letzte in diesen Zusammenhang passende Thema war (und ist) das durchgerostete Blech im Motorraum vorne rechts, auf dem früher die Batterie wohnte. Nach Heraustrennen allen Durchgerosteten sind zwei Lücken zu erkennen, die ebenfalls wieder zu schliessen sind. Wie schon geschrieben, kein Ding, eigentlich …

Nach diesen für meinen Geschmack ereignisreichen Bauberichten in Sachen Blechentfernung hat mich dann für heute die diesbezügliche Motivation ein stückweit verlassen, aber zum Glück gibt es ja am Falcon noch anderes zu tun, zum Beispiel die Entfernung der Pedallerie. Hier Kupplung- und Bremspedal nach Entfernen von der Stirnwand:

Wirlich bemerkenswert finde ich das „Langloch“ an der Kupplungsbetätigung – fünfundfünfzig Jahre fordern eben doch am machen Stellen ihren Tribut.

Ganz links unter dem Cockpit saß dann noch dieses Monster:

Wenn mich nicht alles täuscht, hat das irgend etwas mit der Innenraumbelüftung zu tun – wenn so, dann überflüssig, denn wozu gibt es Fenster?

Wie sich die Sachlage aktuell darstellt, kann ich nun mit der Blechbearbeitung beginnen, um all die mühsam geschnittenen Löcher wieder zu stopfen – that’s life. Auf alle Fälle ist schon einmal eine pneumatisch betriebene Abkant- und Lochzange geliefert worden, so dass ich zumindest die Gefahr einer Sehnenscheidenentzündung im rechten Arm verringern kann 😉.

Später mehr,

Udo