Build log, 31.07.20

Die Arbeiten am linken hinteren Seitenteil habe ich heute, wie in Aussicht gestellt, fortgeführt. Hier die frisch verschweisste Regenrinne, die ich fälschlicherweise in der letzten Woche durchtrennt hatte:

Weiter ging es mit der Entfernung des Restbleches an der C- (oder B-?) Säule, die Ford vor 56 Jahren in unergründlicher Art und Weise mit dem Seitenteil per Widerstandspunktscheissen verbunden hat. Wenn ich mehr Zeit habe, werde ich ergründen, wie das ging. Die mittels Schweisspunktbohrer vorbehandelten Verbindungspunkte …

… habe ich dann vollends aufgebohrt und das überschüssige Blech entfernt. Die erste Anpassung des Seitenteils sieht gut aus, aber bis zur endgültigen Version habe ich das Blech unzählige Male hin und her getragen, und noch ist kein Ende in Sicht, aber in Erahnung, immerhin.

Zur Einpassung war die Erstellung eines rechtwinkeligen Ausschnittes an der C-Säule (!) notwendig. Dazu hatte ich die Trennscheibe verwendet, und als Reaktion auf die Wärmeentwicklung im Material war eine unruhige Blasenbildung zu erkennen …

… die auf exzessive Verwendung von Zinn schliessen ließ. Nach Erwärmung mit der Flamme fielen dann mehrere Zinnbrocken Richtung Erde …

… und nach weiterer Erwärmung ergab sich dann dieses Detail:

Die wellenförmige Ausprägung im Bild links ist aufgeschmolzenes Zinn der Dicke zwischen 3 und 5 (🤔!) Millimeter. Da frage ich N mal, wie es mit der Motivation für weitere Zinnarbeiten ausschaut.

Nachdem die linke Seite vorfertiggestellt war, habe ich mich mit dem Entfernen des rechten hinteren Radhauses beschäftigt. Das hatte ich ja erst jüngst vermeintlich fertiggestellt, und jetzt wieder eingerissen:

Hier noch die B- (!) Säule rechts nach Entfernen der Schweisspunkte mit dem Seitenteil:

Es stehen auf der rechten Seite noch einige wenige, unzählige Arbeiten an, bis das rechte Seitenteil, das übrigens noch auf dem Weg zu mir ist, eingepasst werden kann. In der Zwischenzeit gibt es aber noch anderes zu tun, ich werde darüber berichten.

Später mehr Berichte,

Udo

Build log, 26.07.20

Bevor die Blecharbeiten am linken Heckblech starten konnten, habe ich noch rasch (?) die Abdichtung der frisch lackierten, aber dank 2K-Rezeptur längst trockenen Reparaturbleche vorgenommen. Hier einige Impressionen (erkennbar ist, dass ich aus unbekannten Gründen schwarze Dichtmasse erstanden habe, die sauberes Arbeiten erfordert, da alle Reste auf dem Blech gleich unappetitlich aussehen (und das Auge liest ja schliesslich auch mit 🤨):

Nach Abschluss dieser an Sanitärarbeiten erinnernden Aufgabe habe ich dann beherzt zu Flex und Trennscheibe gegriffen, um das Dynacorn rear quarter einzupassen, hier ein Blick auf die Rückseite:

Der aktuelle Zustand …

… hat sich dann nach und nach entwickelt:

Im Bereich des Kofferraumes ist das Blech mit einer Wasserrinne verbunden, die ich in meinem jugendlichen Tatendrang durchgetrennt, aber auch gleich wieder verschweisst habe (es ist wie beim Möbelaufbau von Produkten aus Schweden: besser einmal zuviel als zuwenig überlegt 😬). Der Blick auf die Rinne von oben ist hier zu sehen:

Im übrigen hat die Regenrinne standesgemäß auch ein Ablaufloch, dass das Wasser zielgerichtet in den Hohlraum hinter die Hinterräder leitet, so dass es dort stets heimelig feucht ist. Im rechten Bilddrittel ist der versehentliche Trennschnitt zu sehen, provisorisch geheilt. Das Aufbohren von Schweisspunkten geht mittlerweile flüssig von der Hand, und gehorcht einem simplen Prinzip: Aufhören, wenn der Rost aus der Trennstelle zutage tritt 😉.

Hier noch ein künstlerisch anspruchvolles Stilleben mit hinterer Leuchtenbefestigung:

Die halbe B-Säulenbefestigung konnte ich noch lösen …

… bevor sich der Arbeitstag dem Ende zuneigte.

Demnächst muss ich dann noch die C-Säule freischneiden, alles entrosten, und ein paar Einschweissbleche für die ramponierte hintere linke Fahrzeugecke bauen und einbauen.

Später mehr Routinearbeiten,

Udo

Build log, 24.07.20

Heute stand das Grundieren der Einschweissbleche auf dem Programm, bevor die guten Stücke wieder korrodieren, und die ganze Arbeit umsonst gewesen wäre.

Also habe ich mich auf die finale Inspektionstour begeben, um eventuelle Schweissrestarbeiten aufzuspüren, die naturgemäß vor dem Grundieren abzuschliessen wären. Gefunden habe ich eine Menge, beispielsweise das Batteriehalterblech im Motorraum, das rückseitig noch nicht verbunden war:

Dann habe ich noch einen Riss in der Stirnwand gefunden …

… und ungezählte andere Stellen, die noch eine Kleinigkeit Nachschweissen benötigten. Irgendwann war das dann alles erledigt (zumindest was das Gefundene betrifft), und ich konnte mit dem 2K-Grundierfüller (?) beginnen. Zunächst habe ich die Stöße mit einem Pinsel und Füller bearbeitet, damit möglichst viel Grundierung zwischen die Bleche fliessen (oder schieben) konnte:

Auf speziellen Wunsch R‘s erfolgte die Bearbeitung der größeren Flächen per Rolle:

Die farbliche Abstimmung der verschiedenen Oberflächenprodukte lässt ästhetisch etwas zu wünschen übrig, aber schliesslich geht es hier um die Sache, und nach dem Lackieren sieht sowieso alles gleich aus (hoffe ich).

Hier noch zwei Impressionen von der Regenrinne und dem Batterieblech:

Not too bad, wie man auf der britischen Insel sagen würde.

Morgen geht es an das LH quarter panel, das wird ein Spaß (vermutlich).

Später mehr panels,

Udo

Build log, 18.07.20

Die Fertigstellung des linken hinteren Bodens war schweisstechnisch eher Routine, und das Verschleifen der Schweisspunkte auch:

Demnächst wird alles gereinigt, grundiert, die Stöße mit Polymerdichtmasse überlackierbar abgedichtet, und fertig ist die Laube.

Das letzte verbleibende Fehlblech im Innenraum war die vordere Tunnelabdeckung, von einem der Voreigner ohne erkennbaren Sinn (und Verstand?) entfernt. Das Einschweissblech hatte ich ja schon in der Vergangenheit gebogen und gestreckt, aber mit meinem neu erworbenem Wissen um Spaltmaße beim Schweissen hat die Anpassung sich ein wenig in die Länge gezogen. Nicht zu vergessen ist auch der Zeitaufwand, um die Löcher zum Verschweissen einzubringen, und um die Grundierung im Schweissbereich zu entfernen (soviel sei zur Erklärung meiner schneckengeschwindigkeitsähnlichen Leistung am heutigen Tag gesagt bzw. geschrieben). Ein Zwischenstand der Anpassungsarbeiten, bei denen ich wertvolle Gewichtseinheiten durch Entfernen sparen konnte, zeigt dieses Bild:

Angepasst im Fahrzeug dann dieses Bild, mit Clecos:

Während des Anpassens fiel mir dann dieser Riss im Tunnel wieder ein, den ich, durch jahrelanges Training perfektioniert, schon fast vergessen hätte, ihn nun aber schweisstechnisch verschlossen habe:

Zurück zur Abdeckung, die ich erst von der Unterseite, dann von oben verschweisst habe:

Das sieht für den ungeübten Leser eventuell ein wenig grob aus, aber nach der Farbgebung wird sich meine Arbeit als zielführend, hin- und ausreichend herausstellen (meine ich zumindest).

Hier noch die Gemengelage mit Getriebeabdeckung aus GfK:

Nahezu zum verdienten Arbeitsende kam B daher, den ich um Rat und Tat bei der Anbringung des linken hinteren Seitenteiles gebeten hatte. Welche Konsequenzen aus dieser Veranstaltung hervorgehen werden, berichte ich, nachdem ich aus dem tiefen Fall wieder an die Oberfläche gekrabbelt bin.

Später mehr (Motivation),

Udo

Build log, 17.07.20

Es stand die Fertigstellung des rechten hinteren Bodens an, abgeliefert:

Was die verehrte Leserschaft nicht sieht, sind die unzähligen Heftpunkte, die ich, auf dem Boden sitzend, auf der Unterseite angebracht habe. Über-Kopf-Schweissen, ein (Alb-)Traum.

Egal, mit Fertigstellung der rechten Seite war die Behandlung der linken viiiiel schneller erledigt (gefühlt, zeitlich war das eher identisch). Nach Anpassen der Spaltmaße und meheren Modifikationen des Bleches samt Clecos war dann Schweissbereitschft zu vermelden:

Nach einiger Zeit sah das Arbeitsergebnis bei Abbruch wie folgt aus:

Ich finde, dass das für jemanden wie mich, der seine Arbeitstage am Schreibtisch verbringt, hinnehmbar aussieht.

Später (muss bloß noch der Rest verschweisst werden) mehr,

Udo

Build log, 11.07.20

Das rechte hintere Seitenteil habe ich ordnungsgemäß verschweisst und den Festigkeitstest durchgeführt – und bestanden 💪. Nun galt es, den Spalt zwischen Seitenteil und Restradhaus (das Original hatte ja einer der Voreigner teilweise entfernt, wir erinnern uns). Hier ein Blick in das Radhaus von unten:

Demnächst werde ich das alles reinigen, und dann mit Primer lackieren (es sei denn, dass mir jemand etwas Besseres vorschlägt).

Von der Aussenseite betrachtet ergibt sich eine Art Orangenhaut im fortgeschrittenem Zustand, hier bildlich dargestellt:

Berg und Tal habe ich provisorisch mit der Fächerscheibe bearbeitet, der Rest ist Sache des Experten in Sachen Lackierung. Ich habe noch ein Foto aus der Totalen:

Danach drängte sich die Arbeitsaufnahme zur Befestigung der Bodenbleche auf, zunächst rechts. Gelernt habe ich, dass Abstände zwischen den zu verschweissenden Blechen ein no-go sind, und davon gab es am Blech mehrere. Da ich diese nicht richten konnte, habe ich drei Verbindungspunkte aufgeschweisst, etwas unorthodox, aber funktionstüchtig:

Der Zustand bei Arbeitsabbruch lässt hoffen, dass am Ende alles gut wird:

Später mehr Gutes,

Udo

Build log, 10.07.20

Nach einiger Wartezeit, aber zeitlich eine echte Punktlandung, wurde in der letzten Woche das Ford Falcon Coupe LH rear quarter angeliefert. Hier das Paket …

… und hier der Inhalt:

„Panel“ ist eigentlich der falsche Ausdruck, da das Teil bis zur Kofferraumdichtung ausgeformt ist. Das sollte die Probleme mit der linken hinteren Fahrzeugseite irgendwie lösen (ich bin mir noch nicht so ganz sicher, wie, aber immerhin optimistisch).

Springen wir thematisch auf die Vorderseite des Fahrzeuges, denn auch hier war Wareneingang zu verzeichnen. Lüfter samt Befestigung waren flugs montiert:

Zurück an Ort und Stelle ergibt sich diese vorteilhafte Darstellung (eventuell werde ich die Aluminiumhalter noch lochen, aus gewichts- und strömungstechnischen Gründen 🌪⚖️).

Hier noch ein Detail …

… und dann zurück zu den Blecharbeiten. Das rechte Radhaus habe ich nun wirklich final angepasst, und am vorderen Radhausauschnitt mit dem Reparaturblech per Cleco arretiert, so dass eine gerade Linienführung vorliegt (tatsächlich ist die gesamte Seite des Fahrzeuges von vorn bis hinten eine Gerade, echt boxy):

Um den Spalt zwischen Originalradhaus und Seitenblech zu schliessen, habe ich mir wieder Pappschablonen gebastelt, hier im Bild erkennbar:

Deren Übertragung auf Stahlblech ist mittlerweile zu einer echten Routinetätigkeit geworden, und konnte daher fehlerfrei abgeschlossen werden 😏:

Irgendwie werde ich das Alles miteinander verschweissen, wobei der Begriff „Routine“ hier durchaus durch „Herausforderung“ ersetzt werden darf. Bevor dies allerdings passiert, muss erst einmal das Seitenblech mit der Karosserie verschweisst werden, und bei Arbeitsabbruch ergab sich folgendes. Hier vor vorne aufgenommen …

… sieht es auch nicht anders aus, als von hinten fotografiert …

…, aber die genannte Geradheit in der Linienführung ist gegeben, und die Schweisspunkte scheinen zu funktionieren. Was will man oder ich mehr erwarten?

Später mehr Erwartungen,

Udo

Build log, 04.07.20

Erst einmal habe ich das Schweissgerät eingestellt, um die Bleche in Radhaus und Boden zu fügen, und insbesondere Drahtvorschub und Stromstärke machen hier den Unterschied. Zu erkennen war auch, dass der Spalt zwischen den zu verschweissenden Blechen und deren Oberflächenbeschaffenheit elementare Einflussgrößen darstellen. Dies bedeutete, dass die Bleche ohne jedliche Beschichtung sein sollten, auch ohne Zink. Also habe ich alle Oberflächen wieder gereinigt, und die rechte Radhausseite irgendwie hingeholpert:

Das überstehende Blech rechts werde ich demnächst auf Maß bringen, das Augenmerk galt heute dem Verbinden mit dem Restblech des Radhauses.

Nachdem ich sage und schreibe mehr als drei Stunden mit der rechten Seite verbracht und sinnvolle Parameter für Oberflächen, Schweissgeräteinstellungen und Geometrien gefunden hatte, war die rechte Seite ein Spaziergang im Sonnenschein:

Leider gibt es keine dritte Seite, die ich in neuem Rekord hinsichtlich Qualität und Zeitbedarf hätte absolvieren können.

Mit dem Erlernten wird das Einschweissen der Bodenbleche bestimmt viel einfacher werden, als gedacht.

Später mehr Hoffnung,

Udo

Build log, 03.07.20

Der Tankbehälter war fast, aber nur fast hergestellt. Es fehlten die Nietungen zwischen Winkelprofilen und senkrechten Wänden. Zum Glück konnte ich N motivieren, beim Nieten auszuhelfen, so dass dieser Job flüssig und schnell von der Hand ging. Das Ergebnis ist hier sichtbar …

… und hier:

Auch der Blick von unten sieht gut aus …

…, so dass ich dieses Teilprojekt als vorerst abgeschlossen deklarieren würde (man weiss ja nie, was noch kommt).

Alsdann musste ich mich, bevor ich die hinteren Bodenteile einschweissen konnte, mit den korrodierten und entfernten Radhausecken beschäftigen. Da diese leider fehlten, war Ersatz gefragt, beginnend mir der obligatorischen Pappschablone:

Das Metallteil sieht nun so aus:

Erkennbar für jung und alt ist der Umstand, dass das Winkelstück über eine nichtlineare Biegekante verfügt, erzeugt durch ein Dehnen der waagerechten Seite mit dem Stauch-/Dehnwerkzeug. Dessen Funktion finde ich nach wie vor faszinierend, hier das Detailergebnis:

Der Blick aus dem Radhaus ist hier dokumentiert:

Was wäre das Leben ohne Clecos? Ausserdem habe ich mit diesem Reparaturblech schon einmal mehr als ein Viertel des fehlenden Radhauses nachgebaut, sehr optimistisch stimmend, das Ganze.

Mit dem noch einzuschweissenden Bodenblech schaut die Sachlage so aus:

Da die rechte Fahrzeugseite nun vorgefertigt ist, stellt sich die Quizfrage, was denn wohl auf der linken Seite los sei? Die Antwort ahnt jeder erprobte Leser sofort und intuitiv: das Gleiche, und das ist genau richtig!!

Nun fehlen noch die Oberflächenbehandlungen zum Schweissen, und dann werde ich lokal mehr als 1.523 Grad C erzeugen, und das im Sommer 😥😥.

Später mehr Sommer,

Udo