Build log, 30.01.21

Der Benzindruckregler ist überraschend schnell geliefert worden, und ich konnte die Montage hinter die beiden Kraftstoffpumpen anstands- und mühelos absolvieren. Hier noch ein Foto für die Galerie:

Die Adapter von 3/8 NPT auf Dash6 sind leider noch auf dem Weg, werden daher erst später angebracht werden können. Vorfreude …

Vom „Portern“ der Zylinderköpfe habe ich bislang nur gelesen und einiges Wirres bei Youtube geschaut. Bei G sind mir die bearbeiteten Köpfe auch schon zu Gesicht gekommen, und dieses illustre Halbwissen fand ich ausreichend, um schon einmal loszulegen. Als Maß der Dinge für die Auslässe dient die Krümmerdichtung:

Das sieht nicht nur aus der Ferne betrachtet merkwürdig aus, sondern auch aus der Nähe:

Welche Art der Gusstechnologie hier Anwendung fand, weiss ich nicht, jedenfalls ist jeder Auslass ein Unikat. Aus irgendwelchen Abgasgründen wurde ein Großteil des Auslasses noch durch ein konvexes Etwas, in der Bildmitte sichtbar, blockiert. Dass dieses Ensemble einer ungestörten Leistungsentfaltung deutlichst entgegenwirkt, ist einsichtig und macht die Arbeitsaufgabe sehr klar. Mit Hartmetallfräser im Geradschleifer und nach einiger Bearbeitungszeit ergab sich dann dieses optimierte Bild:

Das sieht doch schon einmal recht ausgeräumt und aufgeräumt aus, und nachdem die eine Kopfseite vorgearbeitet war, werde ich den Kopf in kommender Woche zu G tragen, um eine Freigabe zu erhalten (wahrscheinlich klappt das eher nicht, sondern die Erwartung geht in Richtung weiterer Fräsarbeiten).

Nachdem nach der Fräserei die Motivation zur Fortsetzung gering ausfiel, habe ich noch die eingepressten Stehbolzen entfernt, da diese gegen Geschraubte ersetzt werden müssen – wenn‘s gut werden soll:

Später mehr Werbesprüche,

Udo

Build log, 29.01.21

Nachdem der Bau der Batteriehalterung ein bescheidener Erfolg war, habe ich rasch zwei Kraftstoffpumpen bestellt, um diese an einen weiteren Aluminiumhalter anzubauen (um im Fluss zu bleiben, sozusagen). Die Wahl fiel auf Facet Blue mit einem Fördervolumen von 170 l/h, anderen Angaben zufolge sogar 200 l/h. Unabhängig davon, welche der beiden Angaben zutrifft, sollte der Volumenstrom auch beim Beschleunigen bergauf ausreichend sein.

Die beiden Pumpen sind im Bild links erkennbar, und rechts der Halter im Anfangsstadium der Herstellung, mit Clecos für die sichere und artgerechte Montage:

Eine weitere Wahl (schliesslich haben wir Wahljahr, in den U.S.A. genau wie bei uns in Deutschland) fiel auf einen Holley Benzindruckregler, der auf 0,3 bar auf- und abregeln soll. Diesen werde ich direkt hinter die Pumpen montieren, und habe dafür schon einmal einen Halter gebaut (der Regler befindet sich noch im Internet). Nach umfangreichem Lochen, Biegen, Nieten und Messen ist dann dieses Etwas entstanden:

Ich persönlich bin damit sehr zufrieden, es sieht aus wie und ist Endstufe, zumindest für meinen Kompetenzbereich. Da ich das so empfinde, hier noch ein Foto von der Rückseite …

… und noch eines von schräg vorne:

Den restlichen Tag habe ich damit verbracht, den von E überlassenen Aufsatz eines Werkzeugwagens zu befüllen:

Farblich passend zu Unterteil, was ist mehr zu erwarten?

Übrigens hatte ich gestern noch G einen Besuch abgestattet. Die Arbeiten am Motor gehen langsam, aber stetig voran:

Auch für meine Arbeit gilt: steter Tropfen höhlt den Status Quo.

Später mehr Allgemeinplätze,

Udo

Build log, 23.01.21

Die Makrolonscheibe, die ich hingebungsvoll mit dem Heissluftfön in Richtung Originalscheibenwölbung motivieren wollte, hat die gesamte Wärmebehandlung ohne erkennbare Verformung überstanden, oder: das Zeug läßt sich nicht warmbiegen, zumindest nicht von mir. Wer zuletzt lacht, weiss ich noch nicht, aber die spätere Form habe ich unter Berücksichtigung der moderaten Scheibenkrümmung schon einmal angezeichnet und ausgesägt:

Da ich nun über kalte Hände nicht klagen konnte, habe ich mich an weitere Blechbearbeitung gemacht, mein heimliches Steckenpferd. Es galt, eine standesgemäße Batteriehalterung abseits des ohnehin beengten Motorraumes zu schaffen. Im www werden verschiedenste Modell zum Kauf feilgeboten, aber seltsamerweise passt keines zu meiner Batterie. Ergo: es gibt immer was zu tun, also ist die selbstgemachte Variante die Gefragte.

Aufgrund der simplen geometrischen Form (Quader) konnte das Schablonenbauen aus Pappe entfallen, und sofort in Aluminiumblech gebaut werden. Das folgende Bild zeigt die gekantete Grundplatte mit Nietmuttern:

Die vier Viererzeichen in den Ecken mögen so machen Leser an ein Brettspiel erinnern, während dessen Gebrauchs Ärgern nicht gewünscht ist. Hier allerdings sind das Körnungen für Bohrungen für mögliche Anschraubpunkte im Fahrzeugboden. Aus den sechszehn Stück werden sich wohl drei bis vier für die Befestigung an die Bodentopograhpie des Falcons nutzen lassen.

Gesagt und gebohrt, war und bin ich der Meinung, dass im Batteriehalterboden umfangreiches Potential zur Gewichtsreduzierung lag. Folgerichtig ist dies hier der finale Baustand, ein Traum in Blech, und leider später nicht mehr sichtbar (geniessen wir also den Anblick):

Die beiden M6-Gewindestangen übernehmen die Aufgabe, die Batterie sozusagen niederzuhalten (welch seltsames Wort), und wenn alles montiert ist, sieht das Gesamtwerk so aus:

Die gekantete Querbrücke habe ich im waagerechten Bereich noch gelocht, da das Widerstandsmoment der senkrechten Bereiche kubisch eingeht, während das des waagerechten nur einfach (solch Klugschei…, aber gelernt ist gelernt).

Da meine Kreativität mit diesen Blecharbeiten verbraucht war, und ich mich auch nicht zum Bearbeiten der Zylinderköpfe motivieren konnte, sind diese Ordnungskästen an die Wand gekommen, der guten Ordnung halber:

Später mehr Ordentliches,

Udo

Build log, 22.01.21

Genug gebohrt, und damit standen neue Aufgaben an. Zunächst habe ich die „Stoßstangen“ zu R gebracht, damit er diese mit Aluminiumfarbe lackieren kann. Die Oberfläche der Stoßstangen ist derartig topographisch, dass eine einfache Glättung ohne Füller als sinnlos erscheint und auch ist.

Zur Behandlung des Kühlergrills wurde von R eine etwas fremd klingende Empfehlung ausgesprochen, nämlich mit Topfreinigern („Ako Pads“) zu arbeiten. Des Experten Empfehlung ist des Laien Befehl, und solche werden bekanntermaßen nicht hinterfragt, sondern exekutiert.

Der linke Teil ist bearbeitet, der rechte noch nicht:

Ich hoffe wirklich und inständig, dass hier sehr deutliche Unterschiede erkennbar sind. Am Behandlungsende hatte ich eine Familienpackung Ako Pads verbraucht, und daher ist das Ergebnis final, sozusagen per Definition:

Meine Meinung: der Zweck heiligt die Mittel, also brauchbar, und historisch wertvoll darüber hinaus auch noch (56 Jahre alt).

Die spätere Heckscheibe besteht immer noch aus fünf Millimeter dickem Makrolon, flach und ungekrümmt. Eine Krümmung muss nun einmal her, und Temperaturen von 4-6 Grad Celsius machten das Erwärmen per Heissluftfön zu einem Geduldsspiel. Ein Zwischenstand wird hier gezeigt:

Das Feintuning steht dann als Nächstes an.

Später mehr Tuning,

Udo

Build log, 16.01.21

Heute ging es im wesentlichen dort weiter, wo es in der letzten Woche endete, nämlich an der Bohrmaschine. Die Motorlager in optimierter Ausführung kommen nun so daher:

Das sieht zumindest schnell aus, und es gibt auch einen nennenswerten Gewichtsvorteil im Vergleich zu den original Gussdingern. Nun müssen die Lager nur noch passen, und der Aufwand hat sich gelohnt. Wenn nicht, habe ich zumindest viele Bohrspäne erzeugt, immerhin.

Aus Kleinanzeigen habe ich originale Zündverteiler erstanden, und sie im Anschluss an die Bohrerei gereingt (aber dummerweise davon nicht ein einziges Foto gemacht, brrrr). Zusammen mit den heute noch eingeölten Zylinderköpfen werde ich das Alles zu G tragen, um zu sehen, ob das Erstandene brauchbar ist.

A pros pos Kleinanzeigen: mein unpassender Sitz stand am vergangenen Sonntag um 09:00 im Netz, und war um 18:00 abgeholt und verkauft. Toll.

Nach dieser Reinigung bestand die Auswahl, entweder die Heckscheibe aus Makrolon zu biegen und zu beschneiden, oder mit der Getriebehalterung weiter Spaß an der Bohrmaschine zu haben. Da ich nun einmal eingearbeitet war, fiel die Wahl auf Gewichtseinsparung. Hier die Getriebehalterung wie angeliefert:

Ganz schrecklich, das alles. Wer genau hinsieht, erkennt schon die Körnungen, und im Handumdrehen konnte echte Wert- und Funktionssteigerung durchgeführt werden:

Abgebildet ist der Halter um 180 Grad gedreht, so dass die Einbaulage dann so aussieht:

Da die gesamte Konstruktion recht biegeweich aus den U.S.A. herkam, werden die beiden gelochten Bleche nach dem Einschweissen die notwendige Steifigkeit mit sich bringen. Das wiegt aufgrund der vielen Bohrungen, gepaart mit den üppigen Senkungen, fast nichts ⚖️.

Die links erkennbaren Bohrungen dienen der Verschraubung mit dem T10-Getriebe, und ich sehe mich schon wieder an der Bohrmaschine stehen, und weitere Löcher bohren.

Später mehr Déjà-Vu,

Udo

Build log, 09.01.21

Der Falcon ist gestern planmäßig zum Käfigbauen abgeholt worden, und wird erst einmal vier bis sechs Wochen dort verbleiben. Mein Sitz, den ich für schmales Geld gekauft habe, passt nun leider gar nicht zum Auto, was sich in einer eher unglücklichen und unkomfortablen Sitzposition zeigte. Also Kleinanzeigen. Bei K habe ich dann dieses Modell zur Probe gesessen, und es fühlt sich so gut an wie es professionell ausschaut 🏎:

Die Holzklötze kommen selbstredend noch da weg 😏. Wir haben dann die Käfigkonstellation besprochen und uns für einen guten Kompromiss aus Sicherheit und Gewicht geeinigt, wie gut.

Die Arbeit geht natürlich auch ohne Auto nicht aus. Die Zylinderköpfe waren angeliefert worden, das Stück zu 21 Kilogramm. Bei Volkswagen haben die Ford-Ingenieure jedenfalls nichts kopiert, das steht mal fest. Unvorteilhafterweise hatte der Vorbesitzer die Köpfe nicht gereinigt, also ging dieser Job auf meine Agenda über.

Die metallische Dichtung zeigte sich, wie der andere Schmutz auch, ebenfalls sehr gartnäckig im Abgang …

… aber am Ende wird bekanntlich alles gut und sauber, annähernd zumindest:

Die eingegossenen Buchstaben, oben nur schwach erkennbar, hier vergrößert dargestellt …

… belegen, dass es sich um 289er Zylinderköpfe des Baujahres 1966 handelt, wie gewollt.

Nach soviel Gewicht war es nicht mehr als zeitgemäß, wieder etwas für den Leichtbau zu tun. Also habe ich mich der angefangenen Motorlagerung zugewendet, und ein Leichtbauverstärkungselement gebaut, das später so ähnlich wie hier gezeigt verschweisst wird, und damit Stabilität bei geringer Masse bieten wird:

Die kritischen Leser erkennen, dass damit Gewicht zugefügt wurde, das jedoch an anderer Stelle reduzieren werden wird. Dazu habe ich mich mit der Balkenbiegung und Widerstandsmomenten und Biegespannungen beschäftigt, und dabei sind mir einige sinnvolle Ansätze eingefallen:

Damit werde ich demnächst weitermachen, denn da geht noch was.

Später mehr Unvollendetes,

Udo

Build log, 02.01.21

Im neuen Jahr möchte ich, sozusagen als Retrospektive, an den letztjährigen build log des 23.12.20 anschließen. Wie wir uns in dieser entschleunigten Zeit sicherlich gut entsinnen, ging es um die Motorlager und inkorrekt gelieferten Stahlprofile. Die richtigen Stahlprofile und -bleche sind mittlerweile geliefert worden, und von mir ver- oder bearbeitet worden (falls jemand Motorlager bauen möchte, so habe ich Material verfügbar):

Die Anfänge des Bautages dann hier:

Links, also fahrzeugrechts, das Originallager, und rechts, also fahrzeuglinks, mein Eigenbau ohne lästige Dämpfungselemente aus Kunststoffen, in Leichtbauausführung. Diese Seite habe ich so an die rechte, bzw. links im Bild erkennbare Seite angepasst, dass sie wie die originale linke gestaltet war.

Danach habe ich mir die rechte Fahrzeugseite vorgenommen, links im Bild:

Es ist wie beim Tennisschauen, links – rechts – links – 🤪.

Das dann mit dem Profilstahl verbunden, ergab eine perfekte Nachbildung des Originals:

Die Winkelprofile, die den Motor tragen werden, sind a) parallel zueinander, sowohl in x als auch in y, und auch b) mit der gleichen Neigung um y mit drei Grad ausgestattet, mit anderen Worten: es könnte so funktionieren.

Final habe ich dann noch die notwendigen Bohrungen eingebracht, im Unklaren, wie es zu einer Abweichung um fünf Millimeter zwischen Messung am Block und an den Originalmotorlagern kommt.

Eventuell sind dies jedoch normale Fertigungstoleranzen, wie in den Swinging Sixties üblich 🤓. We will never know 🤷‍♂️.

Später mehr Vergangenheitsbewältigung,

Udo