Build log, 26.06.22

Log around the clock: um für Le Mans gerüstet zu sein, wurde heute ein weiterer Anlauf geboten, um das Problem der Nichtentleerung des rechten Kraftstofftanks an GT40 zu beheben. Das physikalische Prinzip des hoffentlich finalen Anlaufs beruht auf der Wirkungsweise des Schweredrucks in Flüssigkeitssäulen, der im vorliegenden Anwendungsfall vereinfacht beschrieben dafür sorgt, dass sich in beiden Tanks die gleiche Menge Kraftstoff befindet, wenn diese miteinander verbunden sind, und das Fahrzeug auf ebenem Grund steht 🤓. Vereinfacht lässt sich das Ganze so darstellen:

Dazu habe ich in die seitlichen Spritzwände links und rechts zwei Löcher gebohrt, durch die der Verbindungsschlauch geführt wird, nicht ohne vorher die Bremsleitung partiell zu verlegen, um für den notwendigen Freigang zu sorgen. Die Klempnerarbeiten in Form der Montage von zwei T-Stücken und sechs Schlauchschellen hat dann B übernommen, da ich gerne sichergehen wollte, dass alles dicht und funktionstüchtig ist.

Die Probefahrt hat die „Schlauchwaage“ schon einmal überstanden, und die Wahrheit wird sich wieder einmal an der Tankstelle zeigen.

Später mehr „aus der Theorie in die Praxis“,

Udo

Build log, 25.06.22

Die Meckerliste der FIA und deren Abarbeitung stand an. Zuvorderst habe ich die Stoßdämpferaufnahmen vorne (nicht nur periodengerecht, sondern original) von losen Lackschichten und unterschiedlichsten Korrosionsprodukten befreit …

… und dann mehrfach mit Rallylack mattschwarz beschichtet (die Trocknung in der Sonne wirkte quasi wie ein Einbrennofen). Das Zwischenprodukt kann sich sehen lassen, meine ich jedenfalls:

Die Zwischenzeit bis zur Durchtrocknung konnten mit der Behebung weiterer Nichtperiodengerechtigkeiten sinnvoll verbracht werden. Der Instrumententräger muss ja „original“ sein, meine dis dato gewählte Variante erfüllt diese Forderung leider nicht:

Also habe ich ein Originalretroprodukt erstanden, und werde ein dahinter liegendes Blech als Instrumentenaufnahme nutzen. Hier der erste Arbeitsschritt …

… und hier ein weiterer …

… und noch einer:

Verbaut in einem Zwischenstadium im Falcon schaut das recht original aus, und ist tatsächlich 1:1 Mustang:

Nun muss ich nur noch B überreden, die Kabel wieder richtig anzubauen 💁🏻‍♂️.

Zurück zu den Dämpfern vorne. Der Lack der Aufnahmen oben war mittlerweile eingebrannt, und die Montage der KYB shocks konnte in Angriff genommen werden. Auf dem Boden stehend, hat das alles doch mehr Zeit in Anspruch genommen, als geplant (das war soooo klar), aber am Ende, wenn immer alles gut wird, war alles gut:

Zur Vorbereitung auf den Feierabend haben dann noch alle drei Anwesenden den Falcon auf den Bühnenplatz geschoben, so dass ich die Montage des 1 1/8“ Vollstabilisators realisieren konnte. Aufgrund akuter Erschöpfung gibt es leider keine Fotos, jedoch sieht der Voll- wie der Rohrstabi aus, mit Ausnahme der Enden am Stabilink.

Morgen wird dann ein weiterer Versuch geboten, die beiden Tanks des GT40 gleichmäßig zu entleeren.

Manchmal ist es gut, nicht noch mehr Fahrzeuge instand halten zu müssen, da die Zeit dazu einfach nicht ausreicht 🤷‍♂️.

Später mehr Tiefsinniges,

Udo

Build log, 18.06.22

Über zwei Dinge gibt es as der heutigen Session zu berichten, eine davon nachweislich erfolgreich, die andere eventuell zielführend umgesetzt.

Begonnen habe ich mit dem Einfachen, denn es ist gut für die Motivation, wenn etwas flüssig von der Hand geht: der linke Scheinwerfer warf seinen Schein in einem zu hohen Winkel nach oben, was mich im Grunde genommen nicht störte, für den Gegenverkehr oder in Kolonne fahrend für andere Beteiligte jedoch zumindest unangenehm war. Der Ausgangszustand hier …

… war zwar nicht schnell behoben (immerhin musste ich Abdeckung zum Radhaus und Acrylgasscheibe samt Dichtung, die ekelig fest klebte, entfernen, und den Durchbruch in der Karosserie deutlich vergrößern), aber am Ende stand ein messbares Ergebnis:

Beide Scheinwerfer leuchten nun (fast) genau im gleichen Winkel.

Zum zweiten Betätigungsfeld war B angereist, denn noch immer wird Kraftstoff im GT40 nur aus dem linken Tank entnommen, während der rechte seine Aufgabe in der Zurverfügungstellung von nutzlosem Ballast zu derzeit 2,2€/l versteht.

Wir haben jede, aber wirklich jede Leitung auf Funktion geprüft: Rücklauf aus dem und Zulauf in den Catchtank, Entlüftung, und sogar den Rücklauf aus der Ringleitung: alles richtig angeschlossen, aber dennoch nicht funktionierend 🙁. Wenn die Praxis nicht weiterkommt, wird es Zeit, zur Theorie überzugehen, und die lautet wie folgt: wenn der geringe Volumenstrom der neu eingebauten, robusten beiden Facetpumpen zu gering ist (vormals liefen dort 5 bar Kreiselpumpen), dann, ja dann wird zu wenig Kraftstoff durch die Rücklaufleitung in den linken Tank gefördert. Befeuert wird diese Theorie dadurch, dass die Rücklaufleitung quasi wie ein Siphon gestaltet war, der zurücklaufende Kraftstoff also „bergauf“ fliessen muss, was eben durch die Klackerpumpen gegebenenfalls nicht im gewünschten Maße leistbar ist.

Ergo haben wir die Rücklaufleitung neu verlegt, und den Siphoneffekt dadurch signifikant verringert:

Dass dazu beide Sitze und die Serviceklappe, wie oben erkennbar (ebenso wie die Rücklaufleitung aus Stahlflexschlauch), demontiert und später wieder eingebaut werden mussten, sei nur am Rande erwähnt.

Wenn diese Umbaumaßnahme wieder nicht fruchten sollte, dann kommen wieder Kreiselpumpen hinter beide Tanks, und basta.

So, das waren viele Details, aber im Sinne des therapeutischen Schreibens musste das Alles im Detail einmal niedergeschrieben werden. Hoffentlich werde ich diese Thematik niemals wieder zum Vortrag bringen müssen.

Später wieder mehr Kurzweiliges,

Udo

P.S.: für den Falconumbau sind in der vergangenen Woche die front shocks, periodengerecht, geliefert worden:

Made in Japan, gekauft in den U.S.A.. Da sage noch jemand, dass die Warenströme und Lieferketten gestört seien 🇯🇵🇺🇸🇩🇪

FIA log, 11.06.22

Die FIA, die mir ja den HTP für den Falcon ausstellen soll, hat auf Basis des HTP-drafts, den K eingereicht hat, allerhand Dinge an der Periodenauthentizität des Fahrzeuges auszusetzen. Einiges davon ist überraschend, anderes anders überraschend, und einiges Weniges nicht ganz nachvollziehbar.

Umbauen muss ich folgendes:

– der vordere Stabilisator ist ein rohrförmiger, natürlich nicht erlaubt. Ich habe schon einmal einen aus Vollmaterial bestellt, schwer wie Blei. Eines muss ich der FIA lassen: wer den Unterschied auf den mitgelieferten Fotos erkennt, ist zweifelsfrei vom Fach

– die vordere obere Stoßdämpferaufnahme stammt ursprünglich vom Mustang, samt der Koni‘s. Nicht erlaubt, periodengerechte gibt es beispielsweise von KYB. Die originalen Aufnahmen habe ich zum Glück noch nicht entsorgt

– den Instrumententräger hatte ich ja aus einem Aluminiumblech gebaut, und dann an das Blech direkt angeschraubt. Leider verboten. Es braucht den Originalträger, auf den ich dann ein Blech aufbringen kann, das die Instrumente beheimatet

– G hielt es für sinnvoll, einen redundanten Keilriemen mitlaufen zu lassen, der im Falle des Ausfalls des Hauptriemens, der von der Lichtmaschine angetrieben wird, zumindest die Wasserpumpe noch am laufen hält. Leider nicht zulässig

Unklar ist noch, ob der hintere Getriebequerträger und der Schaltmechanismus konform ist, oder nicht. Time sill show again.

Wie K schon sagte: man kann die Liste nur abarbeiten, oder die Flinte ins Korn werfen. Da ich nicht einmal eine Flinte besitze, ist also Abarbeiten die Devise.

Später mehr Schicksalergebenes,

Udo