Build log, 13.09.25

Die vergangenen Wochen waren durch Urlaub und weiteren Müßiggang gekennzeichnet, doch nun gilt die alte Losung: der Projektfortschritt steigt umgekehrt proportional mit der verbleibenden Projektlaufzeit, oder umgangssprachlich: gäbe es die letzte Minute nicht, würde gar nichts fertig.

Ergo habe ich die noch unlackierten Karosserieteile von R abgeholt, und angebaut. Interessanterweise verlief dieser Themenblock ohne nennenswerte Katastrophen. Dann stand noch die Wiederanbringung der reparierten Ölwanne mit B‘s Mitwirkung an, am heutigen Sonntag erfolgt die Dichtigkeitsprüfung – suspense.

Last and least habe ich eine Kraftstoffpumpe erstanden, mit dem Zweck, immer nur soviel Kraftstoff im Tank zu haben, wie im kommenden stint benötigt wird, und Überschüssiges aus dem Tank abzusaugen. Hier die montierte Version:

Wenn alles gut läuft, wird das gute Stück in schon zehn Tagen in Spa ausprobiert. Recht viel Ausprobe für das letzte Rennen der Saison, aber so ist es nunmal.

Später mehr Ausgereiftes und Bewährtes,

Udo

Build log, 16.08.26

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen und gleichzeitig nach der Reparatur, sozusagen. Daher stand heute die Wiederherstellung der Ölwanne an, proudly produced in the U.S.A..

Der Riss in der Schweißnaht, der mich den Klassensieg beim OGP (!) gekostet hat, sah so aus:

Die ausgebaute Ölwanne (zur Demontage musste das halbe Lenkgestänge gleich mit gelöst werden) habe ich dann zum WIG-Schweißen zu M gefahren, und wir haben sicherheitshalber alle Nähte einer PT-Prüfung, umgangssprachlich auch rot-weiß-Prüfung genannt, unterzogen. Ergebnis: zum Glück negativ:

Die Verbindungen zwischen Schwallblechen und Ölwanne, insgesamt vier Stück, waren ebenfalls zu sage und schreibe 75% gerissen. Gekonnt ist gekonnt:

Hier habe ich dann mit MAG selber Hand angelegt, für das Grobe im Inneren sind meine Fertigkeiten hinreichend.

Schließlich und endlich stand der Transport von fender links, Stoßstange und Stosstangenquerträger (?) zu R zum Lackieren auf dem Programm:

Irgendwie sieht der Falcon schon wieder nach Großbaustelle aus 😩.

Später mehr Montage, und Spa Six Hours!!!

Udo

Race log, 31.07.-03.08.25

Wo soll ich anfangen, wo aufhören? Am Besten am Anfang, und am Ende. Also:

Meine Anreise zum Nürburgring verlief ruhig, bei bestem Wetter konnte ich das noch fast leere FHR-Zelt entspannt beziehen. Die Ginetta aus Dänemark war schon vor mir da, wie auch in den Rennen, interessanterweise:

Am Donnerstag stand Trackday mit A auf der Agenda, und ich hatte wegen möglicher Regenschauer die Avons Klebereifen aufgezogen, und den Fahrersitz soweit möglich Richtung Lenkrad verschoben. Meine erste Ausfahrt mit A, einem – so könnte es ausgedrückt werden, professionellem Oldtimerrennfahrer – was sehr sehr lehrreich. Im Beifahrersitz sitzend eröffneten sich mir neue Grenzen der Physik.

Diese konnte ich dann im Qualifying am Freitag bei trockener Fahrbahn gleich umsetzen, und wie: fünf Sekunden Zeitverbesserung auf 2:21 durch „zugeschaut und mitgebaut“, sehr beeindruckend.

Hier noch ein Bild von der Fahrzeugabnahme …

… und noch eines🙂:

Ergebnis: Easy peasy.

Am Abend gab es lecker Abendessen von K‘s Grill, wobei mein immer noch unlackierter fender als Ablage schamlos missbraucht wurde:

Über den Samstag müssen nicht sonderlich viele Worte gemacht oder verloren werden: Sch… Wetter, Sch… Rundenzeiten im ersten Rennen.

Irgend ein Protagonist hatte mir einen Stein oder ähnliches in den linken Scheinwerfer katapultiert, Glasscheibe danach defekt:

Zum Glück konnten R und L D erreichen, der ein Ersatzteil zum Ring bringen konnte (ein zugegebenermaßen kryptischer Satz, stimmt aber dennoch).

Zwischenzeitlich kamen noch Besucher zum Falcon, die H‘s aus HH, der L aus BW, und andere. Insbesondere während der Starkregenphasen war es gemütlich voll, aber kalt, im Zelt:

Das zweite Rennen am Sonntag um 09:02 (kein Scherz) war dann meins, und auch wieder nicht meins: irgend jemand, wohl ich, hatte die Haubenverriegelung vorn nicht haubenverriegelt, so dass ich die Aufwärmrunde abbrechen und aus der Box starten musste, als Letzter sozusagen. Entsprechend motiviert habe ich mich ans Werk gemacht, und überholt, wer sich nicht wehrte. Das bisher unterhaltsamste Rennen meiner kurzen Laufbahn wurde leider durch einen Riss in der Ölwannenschweissnaht beendet, da es sich mit blauen Ölnebeln nicht dauerhaft gut fährt.

Zurück in der Box beziehungsweise im Zelt wurde klar, dass der Transport zurück nach Ostwestfalenlippe nur mit Auslaufschutz unter der eigentlichen Ölwanne Sinn ergeben würde. Also haben H und B aus meiner Blumenabtropfschale eine zweite Ölwanne gebaut, um trotz vorgenommener Abdichtmassnahmen eventuell auftretende Leckagen auffangen zu können:

Der Rest des Tages ist Heimfahrt und Auspacken und ermüdetes Schlafen.

Später mehr Entspannung und Anspannung,

Udo

Übrigens: die drei Akteure des Tages sind hier live zu sehen:

Viel Spaß beim Streamen.

Build log, 26./27.07.25

Das im letzten log als „gerettetes Wochende“ benannte gestaltete sich tatsächlich als beschäftigungsreich (Arbeit ist etwas anderes 🤓). Das Hauptaugenmerk lag natürlich auf dem Lenkgetriebe, ohne jedoch neue Bremsscheiben zu vernachlässigen.

Glücklicherweise hatten B und ich am Mittwoch schon mit der Demontage des Lenkgetriebes begonnen, dass sich ohne linken Krümmer, Lenkgestänge, Kupplungsmechanismus, Ventildeckel und natürlich Lenkmantelrohr und Lenkradnabe im Fahrzeuginnenraum unter leichter Kraftaufwendung aus dem Falcon herausoperieren ließ:

Ein Messen des alten und neuen Getriebes ergab, dass J leider recht hatte: die Lenkstange des Mustangproduktes war ca. 80mm länger als das im Falcon benötigte Teil.

Also haben wir bei R kurzfristig die Anfertigung einer Hülse in Auftrag gegeben, die seltsamerweise für die Verkürzung notwendig war und ist.

Am Freitag Abend abgeholt, am Samstag verbaut und lackiert, links im Bild:

So ganz freiwillig ließ sich der Einbau nicht vornehmen, aber mit einer kleinen Karosseriearbeit ging es dann doch:

Zwischendurch standen noch hunderte andere Aufgaben an, wie beispielsweise die Anfertigung eines Shimses, da der Sturz durch die Kollision etwas verändert worden war:

Ich hatte am Vorabend umfangreiche trigonometrische Berechnungen angestellt, mit dem Ziel, einen mathematischen Zusammenhang zwischen Shimsdicke und Winkel- oder Sturzänderung herzustellen, die jedoch als fehlerhaft und unwahrscheinlich bewertet wurden.

Morgen bei der Achsvermessung wissen wir mehr.

Später mehr Rechthaberei,

Udo

Race log, 19.07.25

Eigentlich wollte im gar nichts schreiben, sitze aber gerade im Flugzeug und habe Langeweile, und das Wochenende ist mittlerweile mit etwas Abstand zu betrachten, der notwendig ist, da Zolder nicht so lief, wie gedacht. Im Einzelnen:

Die Achsvermessung am Donnerstag mit B und M klappte erfreulich gut, und so konnte es am Folgetag auf nach Belgien gehen. Ankunft gegen 19:00, hier das Beweisfoto:

Im Qualifying am Samstag habe ich nach zwei Runden abgebrochen, da der Falcon in aktueller Baulage unfahrbar, vor allem aber unbremsbar ist.

  • Das Spiel in der Lenkung ist so groß, dass ich auf den geraden Teilstücken gefühlt 20 Grad links und rechts am Lenkrad drehen konnte, ohne dass etwas in Sachen Richtungsänderung passierte
  • Beim scharfen, also normalen Bremsen fuhr der Falcon bevorzugt eine Linkskurve
  • Während des Bremsens stellte sich ein Pulsieren im Bremspedal ein

Die Kurzdiagnose lautete: Bremsscheibe vorne links und Lenkgetriebe hinüber.

Also haben wir am Samstag die Rückreise angetreten.

Am Sonntag ging es dann wieder westwärts, zu J vom MM. Dort habe ich ein neues Mustang-Lenkgetriebe und neue Bremsscheiben erstanden.

Das Lenkgetriebe erfordert, um es im Falcon zu verbauen, leichte Modifikationen, die Bremsscheiben sollten unverändert passen.

In neun Tagen geht es zum OGP, das kommende Wochenende ist gerettet. Montag danach geht es zum Achseinstellung.

Später mehr last minute,

Udo

Build log, 12.07.25

Die letztsonntägliche Abholung von Spindeln und Wasserkühler hat fast gut geklappt – fast insofern, als dass zwei linke Spindeln zum Lieferumfang gehörten, anstelle eines Satzes, bestehend aus linker und rechter. Da aber erfreulicherweise am Tag darauf das verschollen geglaubte Paket per Post doch noch geliefert wurde, ist alles wie immer halb so wild. Das habe ich aber erst am Ende des Tages erfahren, doch der Reihe nach:

Der Plan war, den Falcon mit neuen Fahrwerksteilen auf der linken Seite am Freitag (11. Juli) zu M zu fahren und die Achsgeometrie einzustellen. Der Versuch musste leider abgebrochen werden, auch deshalb, weil neue Spindel und neuer unterer Querlenker links größere Abweichungen von den Altteilen auf der rechten Seite aufweisen, nicht nur in Sachen Spiegelbildlichkeit.

So mehrten sich die Restarbeiten in bedenklicher Form, aber mit dem neuen Plan schien und scheint noch nichts verloren. Der nämlich sah vor, am Samstag den front fender anzubringen (das ist mir in atemberaubenden zwei Stunden gelungen) und den neuen Wasserkühler ins Fahrzeug zu bringen.

Der von J erstandene radiator sei „geringfügig“ größer als der aktuelle, so hieß es, und Geringfügigkeit ist ja bekanntlich ein Begriff mit großer Deutungsbreite. In meinem Fall kollidierte der innere Flansch mit der Verschraubung des Ölfilters und der Lüfter mit der Riemenscheibe. Kleine Fische, den Flansch partiell entfernt …

… und den Windmacher asymmetrisch eingebaut …

… und fertig:

Damit war mein für mich unter normalen Umständen übliches Arbeitspensum erreicht, nur blieben noch erwartete und unerwartete Restarbeiten, letztere in Gestalt eines verformten und dabei angerissenem linken Motorlagers. Der gusseiserne Motor zeigte bei der Kollision offenbar eindrucksvoll, was uns in der Berufsschule unter Massenträgheit unterrichtet wurde.

Also habe ich eine Reparaturschweissung vorgenommen, und die Entscheidung gefällt, dass eine kleine Verschiebung der Motorposition der Performance des Falcon keinen negativen Einfluss bereiten wird.

Da ich die Gemeinschaftshebebühne nach wochenlanger Blockade freimachen musste, bin ich zu B umgezogen, um noch gerade den rechten vorderen Radträger einzubauen, und um den oberen linken Querlenker zu ersetzen (bei dem insgesamt angerichteten Schaden eher Prophylaxe).

An dieser Stelle erinnern wir uns an den Beginn dieses logs, denn genau zu diesem Zeitpunkt stellte sich heraus, dass zwei linke Spindeln im Umlauf waren, und dass die rechte eventuell nicht verfügbar war. Die gute Botschaft: im Paket, das mit der Post verspätet ankam, befindet sich ein korrekter Satz, rechts und links.

Zusammen mit der Montage des noch zu liefernden rechten unteren Querlenkers, den ich erst am Freitag Abend bestellt habe, sind das die zum jetzigen Zeitpunkt verbleibenden Resttätigkeiten. Und natürlich die Einstellung der Radgeometrie. Und das, was sonst noch so kommen mag.

Später mehr Überraschungen,

Udo

Build log, 05.07.25

Die Teile rund um den vorderen Stossfänger sind tatsächlich geliefert worden, nach einer Woche Reifezeit in Leipzig, obwohl es sich in Sachen Reifung weder um Schinken noch um Rotwein handelt. Der Fender übrigens ist derzeit vom Zoll, dieses Mal mit einem anderen Carrier, in Köln schon freigegeben worden. Es gibt also Hoffnung.

Hoffnungsfroh ging es auch beim Bauen los, B war hinzugetreten, und so konnte der Baufortschritt potenziert werden, was dessen Vorankommen betrifft.

Ölfilter und Beleuchtung sind hier schon wieder an Bord, der „Querträger“ hinter dem vorderen Aluminiumstossfänger liegt noch dekorativ über dem Motorraum. Die Stossfängerhalterungen sind ebenfalls schon gebohrt und montiert.

Der Stossfänger als solcher hatte in der aktuell gelieferten Version noch keine Öffnungen für die Blinker, also habe ich diese flugs gebohrt, und den Stossfänger angebohrt und angeschraubt:

Beim Grill bedarf es noch einer gewissen Richt- und Nacharbeit, aber es gibt aktuell andere Prioritäten.

Morgen nämlich besteht der Plan darin, Kühler und Spindel (neben dem Fender die letzten noch fehlenden Teile) bei J von MM abzuholen, und dann während der nächsten Tage zu montieren.

Dann muss ich nur noch M davon überzeugen, mal eben die Fahrwerksgeometrie einzustellen, und dann wäre der Falcon – theoretisch – wieder einsatzbereit.

Oder, um es mit Goethe zu schreiben: grau ist alle Theorie, und grün des Lebens goldener Baum.

Später mehr Ausflüge in die Weltliteratur,

Udo

Repair log, 28.06.25

Im Frühtau zu Berge bin ich heute nach Bielefeld aufgebrochen, um den gerichteten und wiederhergestellten Falcon abzuholen. Der Karosseriebauer versteht sein Handwerk, hat einen neuen Querträger gebaut, verschweißt, gerichtet und grundiert, wie den gesamten Vorderwagen, der sich nach hinten und nach rechts deformiert hatte:

Die Ölkühlerdemontage habe ich dazu genutzt, die Anströmfläche zu vergrößern (im letzten Rennen war das Öl auf 140 Grad C aufgewärmt):

Fertig sieht es so aus:

Eine lustige Ansammlung geometrischer Formen, natürlich periodengerecht (das hätte vor 60 Jahren jeder so machen können).

Im linken Lampentopf ist mir eine Halterung im Crash abgebrochen, die habe ich noch rasch angeschraubt (statt zu verschweißen):

Dann haben wir noch die Fahrwerksteile, die in Mitleidenschaft gezogen wurden, ausgetauscht: der unterer Querlenker ist ein Totalausfall, der obere rettbar, die Spindel wird ersetzt, sicher ist sicher.

Parallel, sozusagen im Multitaskingmodus, hat M den ramponierten Grill geschweißt, den ich bald bald bald anschrauben und feinjustieren werde.

Noch immer warte ich auf Teile aus dem Vereinigten Königreich. Habe ich schon einmal erwähnt, was ich von offenen Binnengrenzen und speziell vom Brexit halte?

Später mehr Weltpolitik,

Udo

Build log, 19.06.25

Schadensbegutachtung war heute das Thema, und der Zustand des Falcon ist zwischen „Hauptsache gesund“ und „so ein Sch…“. Hier eine Frontansicht:

B war zum Demontieren dazugekommen, und wir haben eine Einkaufsliste erstellt, obwohl Weihnachten noch weit entfernt ist.

Bei der am Nürburgring ausgelaufenen Flüssigkeit handelte es sich wohl um meine Kühlflüssigkeit …

… und auch der Lüfter hat das Zeitliche bereits gesegnet.

Tatsächlich ist der gesamte Vorderwagen verzogen, und muss erstmal gerichtet werden. Die Spindeln, Lager und Lenker werden auch ausgetauscht, da vermutlich ebenfalls schadhaft.

Den Querträger sollte ich auch noch erwähnen:

Nach so viel Schrott habe ich mir den Grill angeschaut, und war und bin der Meinung, das da noch etwas zu retten sei:

Den Lampenring habe ich in zwei Teile zerschnitten, und bin auf der Suche nach jemandem, der mir das wieder zusammenschweisst:

Später mehr suchen und finden,

Udo

Race log, 13.-15.06.25

Die Nürburgring Classic begannen vielversprechend am Freitag mit zwei Qualifyings und einer guten Startposition für das erste Rennen am Samstag.

Das lief dann sehr gut, ich konnte mit einigen Könnern zumindest mithalten.

Um es kurz und schmerzvoll zu machen: am Sonntag im zweiten Rennen, nach einiger Wartezeit im Nebel, hat mich ein Mitstreiter klassisch abgeschossen:

Zu dem Elend möchte ich nicht viel ergänzen, nur soviel: es sieht ein wenig nach Saisonende Mitte Juni aus. Mehr nach einer ausgiebigen Bestandsaufnahme am Wochenende.

Später mehr weniger Betrübliches,

Udo