Build log, 10.10.20

Eigentlich, ja eigentlich wollte ich die frisch geprimerten Radkästen (das klingt nach Sprachverrohung und ist es vermutlich auch) mit Dichtmasse behandeln, um diese Baustelle abzuschliessen. Tatsächlich habe ich mir ebendiese noch ein paar Tage erhalten, indem ich etwas anderes gemacht habe. Gut, oder?

Da der Falcon Anfang Januar zum Käfigbauer gehen und dafür auf eigenen Rädern stehen soll, bekam das Thema Fahrwerk eine ganz neue, ungeahnte Dynamik, der ich mich nicht entziehen konnte.

Die gute Nachricht zuvorderst: die unteren Querlenker lassen sich ohne größere Überredungskünste verschrauben, und die Anbindung an den Tie Rod (die schräg nach vorn verlaufende Strebe, die ich einfach so nenne) scheint ebenfalls zu passen. Leider setzt sich dieser Lauf der Reibungslosigkeiten beim oberen Querlenker nicht ungestört fort: durch den Shelby Drop kollidiert der Lenker mit der Karosserie, auf dem Beipackzettel ist nebulös von „adjustments, if necessary“ die Rede. Umgesetzt in Hardware bedeutet es, dass die Lenker einzukürzen sind, und das nicht zu knapp:

Das linke Teil hat diese Modifikation schon erfahren, das rechte noch nicht. Leider fiel dieser Optimierung ein Stück der seitlichen Flansche zum Opfer, die ich demnächst irgendwie wieder anmodellieren werde, damit die Lenker dort einlenken, wo sie sollen, und nicht an der frisch erstandenen, schwächsten Stelle.

Weiter ging es mit der Pedallerie, die neben optischen auch funktionalen Problemen gegenüberstand. Die Sachlage mitten in der Arbeit sah dann so aus:

Mittlerweile ist alles demontiert und kann im nächsten Schritt entrostet und lackiert werden. Ich sammle noch weitere Teile, damit die Fahrt zum Lackierer lohnend wird.

In der gleichen Kategorie findet sich auch das Motorlager wieder: demontiert und in die Kiste gepackt:

Hier ein überraschendes Detail, das bei dieser archäologischen Arbeit zutage trat. Bei einigen Schrauben liegt mittlerweile wieder eine gewindearme bzw. -freie Bolzenform vor, und trotzdem halten die Muttern (fallen zumindest nicht durch Erdanziehung auf den Boden):

Im Anschluss ist dann das Lenkgetriebe modifiziert worden, da die im Falcon verbauten Lenkungsteile erstens verschlissen und zweitens außerordentlich dicker und schwerer als die angeblich baugleichen Mustangteile daherkommen (letztere möchte ich bevorzugt verbauen):

Der gezeigte Pitman-Arm, hier noch Falcon, ist mit Hilfe B‘s auf Mustang umgebaut, und der zugehörige Idler-Arm ist im direkten Vergleich untenstehend:

Links die Falconvariante, und rechts das fast schon zerbrechlich und filigran anmutende Teil aus dem Mustang. Erfreulicherweise lassen sich beide Teile am Rahmen verschrauben, trotz deutlicher Unterschiede in der Geometrie. Entweder hat dort jemand in den Sechzigern mitgedacht, oder es ist purer Zufall 🤔. Wie dem auch sei, den positiven Effekt nehme ich gerne mit.

Später mehr positiv Effektvolles,

Udo

Build log, 04.10.20

Primär habe ich mich mit dem Auftrag von 2K-Primer auf die geschweissten Bereiche beschäftigt, sekundär (tertiär gibt es heute mal nicht) mit anderen Dingen.

Aber wie immer, eines nach dem anderen. Zunächst sind alle Schweissnähte am Fahrzeugheck gereinigt worden, um einen guten Haftuntergrund für den Primer zu bekommen. Das Zeug war teuer genug, und es sollte zumindest nicht an mangelnder Vorbereitung liegen, wenn R später meine Arbeit infrage stellt.

Nachfolgend einige Impressionen mit weissem Primer auf der Oberfläche: Radhaus innen …

… und C-Säule Übergang zum Koffer- (Tank-) Raum und …

… quasi B-Säule:

Neben diesen Pinselarbeiten hier noch ein Einblick in die eingangs erwähnten Sekundärarbeiten. Die Aufnahmen für die hinteren Stoßdämpfer hatte jemand, der zunächst eine 8“ Hinterachse gefahren ist, auf 9“ aufgebohrt, ohne die obsoleten Bohrungen zu verschliessen. Das habe ich dann übernommen, und werde diese historischen Teile retten können (das Zeug besteht aus niedriglegiertem Kohlenstoffstahl, da wird sich das Schweissen nicht negativ auswirken, wobei dazu gilt: fünf Millimeter Stahlblech niedriglegiert ist auch für Kettenfahrzeuge OK):

Die Teile werde ich demnächst mit der Fächerscheibe behandeln und lackieren, und es wird aussehen „wie kaum benutzt“.

Die zweite Sekundärarbeit (oder ist das nun doch tertiär?) bestand in der Anfertigung von Türdichtungen unten, für den GT40 (parallel processing). Die T-Profile aus feinstem Aluminiumstrangpressprofil habe ich mittels Schuhkleber (!) mit Moosgummihohlkammerprofilen verklebt, und demnächst wird das dann per MS-Polymer in den Türen befestigt:

Soviel geschafft, und kein Ende in Sicht, aber da ist ja der Spruch mit dem Weg und dem Ziel …

Später mehr Zielgerichtetes,

Udo

Build log, 26.09.20

Der GT40 ist (vorläufig) repariert, und wenn der Monsum morgen nachlassen sollte, könnte eine Probefahrt den Beweis antreten. Wenn nicht, ist morgen (also übermorgen) auch noch ein Tag. Darauf folgen vermutlich weitere.

Heute konnte ich mich also wieder dem Falcon zuwenden. Nach wie vor und immer noch galt es, die Verlängerungen des Schwellers am hinteren Radhaus zu modellieren und anzubringen. Alles begann, wie immer und wie gewohnt, mit Pappschablonen:

In der rechten Bildseite ist ein vorläufiger Zusammenbau erkennbar, allerdings noch mit nicht optimiertem Flansch (zu lang, sozusagen).

Die auf der rechten Seite verbaute Version ist in der nächsten Abbildung zu bestaunen:

Dass beide Seiten, also rechts und links, eine gewisse Ähnlichkeit haben, dokumentiert das nachfolgende Bild:

Über das Positionieren der linken Schwellerverlängerung (ein Thor, wer Schmutziges dabei denkt), habe ich dann noch ein Bild vor dem Fügebeginn gemacht:

Das „L“ zeigt an, dass es sich nicht um die rechte Fahrzeugseite handelt. Auch hier noch, der Vollständigkeit halber, ein Bild der vollendeten Arbeit, das heute übrigens gleich zweimal von Besuchern positiv bewertet wurde (offenbar ist eine gewisse Lernfähigkeit in meinen Arbeiten erkennbar, wenn man sich als Betrachter nur ein wenig anstrengt und Fantasie walten lässt):

Mit ein wenig Spachtelmasse wird das alles aussehen wie im original 64er Falcon, und (hoffentlich) niemand wird rückverfolgen, welch Barberei hier jemals stattgefunden hat.

Wie es scheint, sind die Schweissarbeiten nun vollbracht (😢), oder vielleicht fallen mir noch einige Punkte auf, die flüssiges Metall benötigen.

Wenn nicht, werde ich mich demnächst mit den Scheiben aus feinstem Makrolon beschäftigen. Zuvor allerdings sollte ich das ganze ungeschützte Stahlblech mit Primer versehen, und die Spalte mit Dichtmasse versiegeln.

Später mehr Transparenz (in den Scheiben),

Udo

Build log, 18./19.09.20

Am Montag war ich zu Besuch bei Günter, der den Motorblock des 289er Falcon hat schleifen lassen. Ein Kolben ist an der neuen Kurbelwelle montiert, und läuft ruckfrei durch den Block. Sehr gut soweit.

Am Wochende gab es dann recht heterogene Aufgaben zu erledigen. Am GT40 galt es, die neu gedrehte Lagerung der Getriebewelle in den Block zu montieren (links die alte Version samt Schweisspunkten, die zum Herausschlagen mit einer Mutter notwendig waren, rechts das Neuteil, verlängert):

Hier ist das Neuteil eingebaut zu bewundern:

Zwischendurch, sozusagen oder -schreiben als „Zwischenmahlzeit“, habe ich dann an den Sitzen Stehbolzen montiert, und die notwendigen Distanzhülsen aus Aluminium gleich mit verklebt. Ein Sitzein- und -ausbau wird somit zur Sekundensache, sofern man sich beeilt.

Zurück zum Falcon (es lief, wie erkennbar, alles parallel): dem Schweller fehlte noch die Verlängerung, quasi pseudo, um mit dem Radhausausschnitt bündig abzuschliessen. Bild 5 (wohl dem, der zählen kann) dokumentiert einen Zwischenstand von aussen, wohingegen Bild 5+1 denselben Sachverhalt von der Fahrzeuginnenseite zeigt:

Da fehlt nun nur noch ein Flansch, den ich noch bauen muss, und es kommt dem Original verdächtig nahe (ohne es je zu erreichen).

Der GT40 ist auch wieder hergestellt, und morgen kommt H vorbei, um dem Motor auf elektronischem Weg Manieren beizubringen:

Äxte im Wald gibt es in dieser Welt schon genug, so dass eine ausgeglichene Situation im GT40 immerhin ein bescheidenes Gegengewicht darstellen kann.

Später mehr Harmonie und Ausgeglichenheit,

Udo

Build log, 12.09.20

So richtig viel Bildmaterial habe ich heute nicht erzeugt, aber trotzdem gab es tolle Dinge zu erleben. Das Getriebe habe ich unter Fachanleitung demontiert, und erfreulicherweise waren keine größeren Schäden erkennbar, bis auf das bereits erwähnte Rollenlager, dessen Rollen sich samt Käfig leicht aus ihrer Behausung vertreiben ließen. Unglücklicherweise trat der Aussenring nicht gleichzeitig die Flucht an, sondern verharrte, weniger der Massenträgheit als vielmehr dem Presssitz gehorchend, im Getriebe. Zu dessen Demontage möchte in nicht mehr sagen als „Schweissen“, Details verrät B auf schriftliche Anfrage.

Nach erster Reinigung dann dieses Ensemble:

Sobald die Ersatzteile geliefert werden, kann es zur Wiedervereinigung kommen.

Was ich am restlichen Tag gemacht habe, weiss ich auch nicht mehr so genau – viel kann es ergo nicht gewesen sein 😉.

Später mehr Vergessenes,

Udo

Build log, 11.09.20

Ob das großes Kino oder doch nur Kleinkunst, oder eventuell doch Cannes war – wer will oder kann es entscheiden? Ich für meinen Teil tendiere jedenfalls nicht zu Kleinkunst, und die Gründe und Fakten werden hier schonungslos benannt und offengelegt werden.

Das Getriebe des GT40 leckt leider, also muss es zur Ursachenfindung aus dem Fahrzeug operiert werden, hier ein Eindruck ohne rear clip:

Nach ersten Demontagearbeiten dann dieses Bild des Grauens, aufgebockt wie im Fahrerlager:

Die offenbare Ursache des Ungemachs lag darin begründet, dass die Lagerung zwischen Getriebe und Motorblock nur auf einer Länge von fünf Millimetern stattfand, wohingegen mehr als fünfzehn Millimeter geplant waren (dass das nicht gut geht, ist für den geneigten Leser sicherlich nachvollziehbar).

Für alle detailverliebten Leser hier eine Darstellung mit Tiefgang:

Der zylindrische Absatz zwischen den Schrauben ist schlichtweg zu kurz geraten, so dass das Rollenlager seine Funktion gekündigt hat, und sich in seine Bestandteile zerlegt hat.

B hat dann einen Ausflug zum Drehbetrieb arrangiert, und das Neuteil wird dann länger und damit passend sein.

Das Getriebe hat womöglich auch Schaden genommen, wenn schon, denn schon:

Das Unheil wird morgen untersucht, um dann Ersatzteile zu ordern, die später eingebaut werden.

Wie gut, dass es das neumodische Internet gibt, in dem Alles bestellt werden kann.

Später mehr Konsum,

Udo

Build log, 05.09.20

Bei Asterix und Obelix würde der heutige Tag so aussehen: 🦠💉🔫🔪💣🙊👽👻 (oder so ähnlich). Tatsächlich habe ich heute sämtliche sechs Blechzuschnitte zugeschnitten (!), die die hinteren inneren Radhäuser bilden sollen, und gleich rückseitig mit Zinkspray gegen den unvermeidlichen Korrosionsangriff beschichtet.

Zunächst natürlich standen Pappschablonen zur Findung der ungefähren Form der Stahlbleche an, siehe hier:

Die habe ich dann aus dem Stahlblech per Blechschere ausgeschnitten (wie gut, dass es elektrische Blechscheren gibt 😉). Naturgemäß war es notwendig, die Stahlbleche ungezählte Male anzuhalten, anzupassen, etc., bis dann eine hinreichende Passform in Aussicht stand:

Am Ende des Tages war das rechte Innenradhaus geschweisst und verputzt, wie üblich schweisstechnisch optimierbar, aber auch ich wachse mit meinen Aufgaben:

Die linke Seite wird bestimmt viiiiiel schöner, vielleicht.

Später mehr Schönes,

Udo

Build log, 29.08.20

Heute konnte ich M verpflichten, etwas am GT40 zu tun, damit ich etwas Pause machen konnte – man wird ja schließlich nicht jünger, oder?

Das Ergebnis ist erst einmal hinreichend:

Nach dem Ausruhen konnte ich mich dann wieder dem Falcon widmen. Das rechte Seitenteil stand auf dem Plan, hier im Bild lose eingehängt …

… und hier final eingeschweisst:

Links und rechts hinten fast fertig (bis auf die üblichen Restarbeiten). Sieht aus wie ein 64er Falcon 😉.

Später mehr Originales,

Udo

Build log, 28.08.20

Fangen wir heute einmal am vergangenen Sonntag an – sozusagen zurück in die Zukunft. Es sollte ein sonniger Tag werden, der allerdings durch ein zirka fünfzehnminütiges Regenschauer getrübt war. Als Folge davon musste ich mehrere Stellen im GT40 detektieren, die demnächst einer zusätzlichen Abdichtung bedürfen. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht preisgeben.

Interessant ist der Höhenvergleich zum Fiat Cinquecento rechts im Bild.

Doch zurück zum Falcon. Es galt, das rechte rear quarter anzupassen. Erst einmal habe ich die aufgeschweissten Streifen am Originalradhaus entfernt, eine echte Schneider- und Schleiferei:

Irgendwann war das quarter dann fast einbaufähig, bis mir klar wurde, dass noch ein wenig zu tun ist, das ich demnächst verraten werden. Hier noch ein Gesamteindruck mit front fender und Tür rechts:

Ganz gut, oder?

Später noch mehr Gutes,

Udo

Build log, 22.08.20

Obwohl es im letzten build log eventuell anders wahrzunehmen gewesen sein könnte, hielten die Arbeiten am linken rear quarter noch an. Diesen hässlichen Spalt galt es zu schliessen:

Nach dem Schweissen dann dieses Gesamtkunstwerk, das mit ein wenig Fachkenntnis vom Experten wie neu aussehen wird:

Das Malheur mit dem Schweller und dem Seitenteil ist auch gelöst:

Die Stufe zwischen quarter panel und Schweller ist so gewollt – demnächst kommt die Auflösung des Rätsels.

Im Anschluss habe ich mich mit dem frisch gelieferten rechten quarter panel beschäftigt.

Lessons learned war schon einmal das Aufschmelzen des Zinns über dem rechten Rücklicht. Anschliessend habe ich die Schweisspunkte aufgebohrt, so dass sich das rechte quarter panel zumindest an dieser Stelle harmonischer als auf der linken Seiten einfügen könnte (Konjunktiv).

Meine These, dass die linke Seite „copy and paste“ zur rechten Seite sein würde, erwies sich leider als Trugschluss. Es ist in Teilbereichen Neuland, aber das hält es unterhaltsam, positiv formuliert. Ich werde berichten.

Später mehr Neues und Berichtenswertes,

Udo