Der Start zu den Vorbereitungstätigkeiten auf die Rennsaison 2026 wurde heute in der Mitte des Novembers gelegt. Pathetische Worte, die Taten folgten nur ansatzweise, da ich mich entschlossen hatte, zuerst etwas für die Optik des Falcon zu machen, bevor dann die eher funktionsbestimmenden Jobs an die Reihe kommen werden.
Konkret habe ich mich mit dem Frontgrill beschäftigt, der nach dem Schweißen immer noch so daherkam:
Am Ende der Oberflächenarbeit dann dieses, zumindest anders aussehende Bild:
Neben dieser nun behandelten Imperfektion war noch zu beklagen, dass der Grill insgesamt immer noch verbogen war, und der Form der Motorhaube nicht folgte:
Es lässt sich auf Fotos nicht einfangen, aber in Realität sieht alles nun viel besser und schöner aus als vorher 🤔:
Schlimmstenfalls bin ich die einzige Person, die den Fortschritt erkennt …
Der MSC Langenfeld hatte zum Trackday nach Zandvoort geladen, und der Einladung sind wir (S, B und ich) gefolgt, was, das kann ich schon an dieser Stelle schreiben, eine rundum gute Idee war.
Die Anreise am Donnerstag verlief noch etwas holperig, aber um 22:00 waren Falcon in der Box, Trailer auf dem Parkplatz und Werkzeug ausgepackt.
Der Freitag dann war witterungstechnisch Endstufe, trocken, sonnig, nicht zu warm und nicht zu kalt. Eine Impression aus der Pitlane:
Positiv erwähnenswert ist auf alle Fälle das faire Fahren, ein paar Irre gibt es immer, aber die fielen nicht sonderlich ins Gewicht.
Ich selbst habe mich in den meisten Stints als Taxifahrer versucht, neben B hatte ich JP hatte ich zwei mir bis dato Unbekannte zu Gast, die über einen unerschütterlichen Optimismus zu verfügen scheinen – ich würde mich jedenfalls nicht freiwillig als Beifahrer in ein sechzig Jahre alten Autos setzen, dessen Fahrer samt Fahrkunst mir unbekannt sind 😉.
Alles ist gut gegangen, kurz vor der Mittagspause musste ich noch bemerken, dass die Befestigung am Ende der Lenkstange etwas lose war, klassischer Einbaufehler des Veröffentlichers. B konnte beheben, und so ging es bis zur Dämmerung weiter im Kreis:
Die Veranstaltung steht für 2026 auf der Vormerkliste.
Nach dem letzten betreutem Fahren durch A in Spa sprach er die Empfehlung aus, den Falcon an der Hinterachse (ich glaube, dass das sprachlich zwar quersteht, aber dennoch verständlich ist) zehn Millimeter tieferzulegen.
Um das zu realisieren, gibt es zwei mir bekannte Möglichkeiten: entweder durch Hinzukauf spezieller Blattfedern (teuer, lange Lieferzeiten, Möglichkeit des Nichtfunktionierens) oder durch Distanzieren von Achskörper und Blattfedern (meine Wahl, ich hatte schon vorher zwei zwanzig Millimeter Dicke Alublöcke verbaut).
Wer gut rechnen kann, kann die Dicke der neuen Blöcke gleich mit dem Taschenrechner ermitteln.
Hier der Ausgangszustand alt und neu:
Im bislang verwendeten rechten Block ist eine Flachsenkung für die Blattfederschraube und eine Innensechskantschraube für die Fixierung im Achskörper einzubringen. Also habe ich die Standbohrmaschine benutzt, um diesen Job zu erledigen.
Nun ist der neue Block im Ausgangszustand etwa fünfzig Prozent schwerer als der alte, was unter Leichtbauaspekten natürlich nicht anstrebenswert ist. Da ich sowieso schon mit der Bohrerei beschäftigt war und Aluminium sich vergleichsweise gut bearbeiten lässt, sind diese Racingdistanzstücke entstanden, leichter als die Ausgangsprodukte:
Ein Traum, in der Annahme, dass es zu keinen Kollisionsproblemen zwischen Rädern und Radkästen kommt. Time will show.
Eingebaut sieht es so aus:
Ein weiterer positiver Nebeneffekt der dickeren Klötze ergibt sich aus deren Geometrie: die vormals viel zu große Gewindelänge der insgesamt vier Spannbügel, die ich immer schon einmal kürzen wollte, passt jetzt auf einmal.
Die für mich letzte HC65 Veranstaltung in 2025 fand in Spa- Francorchamps, sozusagen im Vorprogramm der Spa Six Hours, statt. Am Mittwoch konnte ich A wieder vom Beifahrersitz aus zusehen, wie man schnell durch die Ardennen fährt, um dann später das Gesehene in die Tat umzusetzen.
Das Qualifying am Donnerstag bei weitgehend trockener Fahrbahn lief schon mal ganz flüssig, mit 03:15 war ein Lerneffekt zu verzeichnen, obwohl es mit den HC65 und HC81 Fahrzeugen parallel auf der Strecke in Sachen Performance schon recht unterschiedlich zur Sache ging, und der Blick in den Rückspiegel immer gerne genommen wurde.
Abends haben B und H dann noch dieses Sicherheitsnetz montiert, was Sicherheit und Optik des Falcon auf ein neues Niveau bringt:
Außerdem haben wir die neu erstandene Benzinpumpe in Betrieb genommen, um vor der Fahrt exakt die gewünschte Menge Kraftstoff im Tank zu haben. Bringt neben Gewichtsreduzierung Spaß und Zeitvertreib, und unterstreicht die professionelle Note:
Am Freitag dann zeigte sich das Wetter gnädiger, mit zweistelliger Temperatur immerhin. Das einstündige Rennen konnte ich mit persönlicher Bestzeit und viel Fahrspaß abschließen …
… und das Allerbeste war und ist, dass nach den Ausfällen bei den NBR Classics, in Zolder und beim OGP alles ganz geblieben ist.
Über den Winter ist also nur Wartung und Optimierung angesagt, das klingt sehr entspannend.
Die vergangenen Wochen waren durch Urlaub und weiteren Müßiggang gekennzeichnet, doch nun gilt die alte Losung: der Projektfortschritt steigt umgekehrt proportional mit der verbleibenden Projektlaufzeit, oder umgangssprachlich: gäbe es die letzte Minute nicht, würde gar nichts fertig.
Ergo habe ich die noch unlackierten Karosserieteile von R abgeholt, und angebaut. Interessanterweise verlief dieser Themenblock ohne nennenswerte Katastrophen. Dann stand noch die Wiederanbringung der reparierten Ölwanne mit B‘s Mitwirkung an, am heutigen Sonntag erfolgt die Dichtigkeitsprüfung – suspense.
Last and least habe ich eine Kraftstoffpumpe erstanden, mit dem Zweck, immer nur soviel Kraftstoff im Tank zu haben, wie im kommenden stint benötigt wird, und Überschüssiges aus dem Tank abzusaugen. Hier die montierte Version:
Wenn alles gut läuft, wird das gute Stück in schon zehn Tagen in Spa ausprobiert. Recht viel Ausprobe für das letzte Rennen der Saison, aber so ist es nunmal.
Nach dem Rennen ist vor dem Rennen und gleichzeitig nach der Reparatur, sozusagen. Daher stand heute die Wiederherstellung der Ölwanne an, proudly produced in the U.S.A..
Der Riss in der Schweißnaht, der mich den Klassensieg beim OGP (!) gekostet hat, sah so aus:
Die ausgebaute Ölwanne (zur Demontage musste das halbe Lenkgestänge gleich mit gelöst werden) habe ich dann zum WIG-Schweißen zu M gefahren, und wir haben sicherheitshalber alle Nähte einer PT-Prüfung, umgangssprachlich auch rot-weiß-Prüfung genannt, unterzogen. Ergebnis: zum Glück negativ:
Die Verbindungen zwischen Schwallblechen und Ölwanne, insgesamt vier Stück, waren ebenfalls zu sage und schreibe 75% gerissen. Gekonnt ist gekonnt:
Hier habe ich dann mit MAG selber Hand angelegt, für das Grobe im Inneren sind meine Fertigkeiten hinreichend.
Schließlich und endlich stand der Transport von fender links, Stoßstange und Stosstangenquerträger (?) zu R zum Lackieren auf dem Programm:
Irgendwie sieht der Falcon schon wieder nach Großbaustelle aus 😩.
Wo soll ich anfangen, wo aufhören? Am Besten am Anfang, und am Ende. Also:
Meine Anreise zum Nürburgring verlief ruhig, bei bestem Wetter konnte ich das noch fast leere FHR-Zelt entspannt beziehen. Die Ginetta aus Dänemark war schon vor mir da, wie auch in den Rennen, interessanterweise:
Am Donnerstag stand Trackday mit A auf der Agenda, und ich hatte wegen möglicher Regenschauer die Avons Klebereifen aufgezogen, und den Fahrersitz soweit möglich Richtung Lenkrad verschoben. Meine erste Ausfahrt mit A, einem – so könnte es ausgedrückt werden, professionellem Oldtimerrennfahrer – was sehr sehr lehrreich. Im Beifahrersitz sitzend eröffneten sich mir neue Grenzen der Physik.
Diese konnte ich dann im Qualifying am Freitag bei trockener Fahrbahn gleich umsetzen, und wie: fünf Sekunden Zeitverbesserung auf 2:21 durch „zugeschaut und mitgebaut“, sehr beeindruckend.
Hier noch ein Bild von der Fahrzeugabnahme …
… und noch eines🙂:
Ergebnis: Easy peasy.
Am Abend gab es lecker Abendessen von K‘s Grill, wobei mein immer noch unlackierter fender als Ablage schamlos missbraucht wurde:
Über den Samstag müssen nicht sonderlich viele Worte gemacht oder verloren werden: Sch… Wetter, Sch… Rundenzeiten im ersten Rennen.
Irgend ein Protagonist hatte mir einen Stein oder ähnliches in den linken Scheinwerfer katapultiert, Glasscheibe danach defekt:
Zum Glück konnten R und L D erreichen, der ein Ersatzteil zum Ring bringen konnte (ein zugegebenermaßen kryptischer Satz, stimmt aber dennoch).
Zwischenzeitlich kamen noch Besucher zum Falcon, die H‘s aus HH, der L aus BW, und andere. Insbesondere während der Starkregenphasen war es gemütlich voll, aber kalt, im Zelt:
Das zweite Rennen am Sonntag um 09:02 (kein Scherz) war dann meins, und auch wieder nicht meins: irgend jemand, wohl ich, hatte die Haubenverriegelung vorn nicht haubenverriegelt, so dass ich die Aufwärmrunde abbrechen und aus der Box starten musste, als Letzter sozusagen. Entsprechend motiviert habe ich mich ans Werk gemacht, und überholt, wer sich nicht wehrte. Das bisher unterhaltsamste Rennen meiner kurzen Laufbahn wurde leider durch einen Riss in der Ölwannenschweissnaht beendet, da es sich mit blauen Ölnebeln nicht dauerhaft gut fährt.
Zurück in der Box beziehungsweise im Zelt wurde klar, dass der Transport zurück nach Ostwestfalenlippe nur mit Auslaufschutz unter der eigentlichen Ölwanne Sinn ergeben würde. Also haben H und B aus meiner Blumenabtropfschale eine zweite Ölwanne gebaut, um trotz vorgenommener Abdichtmassnahmen eventuell auftretende Leckagen auffangen zu können:
Der Rest des Tages ist Heimfahrt und Auspacken und ermüdetes Schlafen.
Später mehr Entspannung und Anspannung,
Udo
Übrigens: die drei Akteure des Tages sind hier live zu sehen:
Das im letzten log als „gerettetes Wochende“ benannte gestaltete sich tatsächlich als beschäftigungsreich (Arbeit ist etwas anderes 🤓). Das Hauptaugenmerk lag natürlich auf dem Lenkgetriebe, ohne jedoch neue Bremsscheiben zu vernachlässigen.
Glücklicherweise hatten B und ich am Mittwoch schon mit der Demontage des Lenkgetriebes begonnen, dass sich ohne linken Krümmer, Lenkgestänge, Kupplungsmechanismus, Ventildeckel und natürlich Lenkmantelrohr und Lenkradnabe im Fahrzeuginnenraum unter leichter Kraftaufwendung aus dem Falcon herausoperieren ließ:
Ein Messen des alten und neuen Getriebes ergab, dass J leider recht hatte: die Lenkstange des Mustangproduktes war ca. 80mm länger als das im Falcon benötigte Teil.
Also haben wir bei R kurzfristig die Anfertigung einer Hülse in Auftrag gegeben, die seltsamerweise für die Verkürzung notwendig war und ist.
Am Freitag Abend abgeholt, am Samstag verbaut und lackiert, links im Bild:
So ganz freiwillig ließ sich der Einbau nicht vornehmen, aber mit einer kleinen Karosseriearbeit ging es dann doch:
Zwischendurch standen noch hunderte andere Aufgaben an, wie beispielsweise die Anfertigung eines Shimses, da der Sturz durch die Kollision etwas verändert worden war:
Ich hatte am Vorabend umfangreiche trigonometrische Berechnungen angestellt, mit dem Ziel, einen mathematischen Zusammenhang zwischen Shimsdicke und Winkel- oder Sturzänderung herzustellen, die jedoch als fehlerhaft und unwahrscheinlich bewertet wurden.
Eigentlich wollte im gar nichts schreiben, sitze aber gerade im Flugzeug und habe Langeweile, und das Wochenende ist mittlerweile mit etwas Abstand zu betrachten, der notwendig ist, da Zolder nicht so lief, wie gedacht. Im Einzelnen:
Die Achsvermessung am Donnerstag mit B und M klappte erfreulich gut, und so konnte es am Folgetag auf nach Belgien gehen. Ankunft gegen 19:00, hier das Beweisfoto:
Im Qualifying am Samstag habe ich nach zwei Runden abgebrochen, da der Falcon in aktueller Baulage unfahrbar, vor allem aber unbremsbar ist.
Das Spiel in der Lenkung ist so groß, dass ich auf den geraden Teilstücken gefühlt 20 Grad links und rechts am Lenkrad drehen konnte, ohne dass etwas in Sachen Richtungsänderung passierte
Beim scharfen, also normalen Bremsen fuhr der Falcon bevorzugt eine Linkskurve
Während des Bremsens stellte sich ein Pulsieren im Bremspedal ein
Die Kurzdiagnose lautete: Bremsscheibe vorne links und Lenkgetriebe hinüber.
Also haben wir am Samstag die Rückreise angetreten.
Am Sonntag ging es dann wieder westwärts, zu J vom MM. Dort habe ich ein neues Mustang-Lenkgetriebe und neue Bremsscheiben erstanden.
Das Lenkgetriebe erfordert, um es im Falcon zu verbauen, leichte Modifikationen, die Bremsscheiben sollten unverändert passen.
In neun Tagen geht es zum OGP, das kommende Wochenende ist gerettet. Montag danach geht es zum Achseinstellung.