Build log, 15.12.19

Da ich heute sozusagen Strohwitwer war, und nichts mit mir anzufangen wußte, bin ich morgens zum Falcon aufgebrochen – es gibt ja immer was zu tun ☺️. Weitere Demontagearbeiten führten zum Abbau der zwischen Vorderrädern und Türen befindlichen Schottbleche, die nach fünfundfünfzig Jahren Betrieb immer noch rostfrei waren (look at California).

Danach habe ich dann die Reste aus Lack, Klebstoff und Schmutz aus fünf Jahrzehnten vom Boden innen entfernt. Hier eine Momentaufnahme, mit der der Lackierer oder Strahler hoffentlich leben kann – ich jedenfalls mag nicht mehr mit dem Stecheisen weiterhin Bodenpflege betreiben:

All die Versteifungssicken im Boden sind nun wieder sichtbar, sehr schön.

Übrigens wurde am Dach heute die vierte Durchrostungsstelle offenbar, nachdem weitere Klebstoffreste (wer macht so etwas) aus den Dichtungsflächen der Windschutzscheibe entfernt waren. Drei oder vier, das macht den Kohl auch nicht anders.

In meiner Chemiekiste habe ich dann noch folgende Korrosionsschutzprodukte aus dem gleichnamigen Depot gefunden:

Mit fertan (nicht zu verwechseln mit vertan) folgte die Behandlung des hinteren linken Seitenrahmens:

Das Gegenstück bekam auch eine Ladung ab:

Alles demnächst mit Wasser abspülen, und die Teile sind dann quasi wie aus Edelstahl rostarm 😉.

Später mehr,

Udo

Build log, 14.12.19

Mit dem Demontage des Falcon ging es heute fröhlich weiter. Dabei trat dann auch dieses Modellauto zutage, zustandstechnisch mit dem Original sehr eng verwandt:

Das Original ohne Türen und Motorhaube weist einen gewissen Fortschritt in Richtung Leichtbau auf, denn letztgenannte Teile werden ja gegen Kunststoffprodukte ersetzt (sofern diese es vor dem Brexit am 31.01.20 noch von der Insel nach Europa schaffen):

Die linke Seite ohne Kotflügel sieht richtig wie Rohbau aus:

Die seltsamen Stoßfängerhalter vorn werde ich wohl auch noch entfernen, da weder optisch noch gewichtsseitig eine Augenweide. Interessanterweise sind Halter links und rechts vollkommen unterschiedlich, und aus abenteuerlichen Halbzeugen an die Längsträger verschweisst, brrrr 😬.

In einem Anflug von Motivation habe ich mich dann noch an die wirklichen Probleme herangemacht, um genauer zu sein, handelt es sich um das hintere linke K-Problem (das vordere rechte folgt viel später, bei erneutem Motivationsschub vermutlich). Die Regenrinne hinten ist entfernt, und das Seitenteil dort, wo es völlig durchgerostet ist, teilweise eingeschnitten:

Den Streifen habe ich dann vollständig herausgetrennt, und werde ihn nach Korrosionsschutzbehandlung später wieder durch ein Neuteil ersetzen. Nach endlosen, an die Brexitverhandlung erinnernden Diskussionen mit N habe ich dann noch ein weiteres, durchkorrodiertes Stück der Seitenwand herausgeschnitten, und darunter fand sich der Hohlraum prall gefüllt mit Fe2O3, Fe3O4 und weiteren Verbindungen, die gemeinhin als Rost bezeichnet werden:

Im übrigen ist im Bild oben auch der mittlerweile herausgetrennte Streifen in der Bildmitte rechts nicht zu übersehen.

Von solchen Stellen gibt es mindestens drei weitere, und das alles riecht nach Behandlung mit Owatrol, oder anderen, hoffnungsvoll klingenden Produkten zur Verlangsamung der Korrosionsbefalls. Übertreiben will ich natürlich auch nicht, denn der Falcon soll schliesslich ein Rennwagen werden, und korrodierte Bleche sind naturgemäß dünn und liefern somit einen vorzüglichen Beitrag zum Leichtbau.

Später mehr Korrosion,

Udo

Build log, 07.12.19

Natürlich habe ich nicht zwei Wochen lang überlegt, ob ich den build log mit dem 1964 Ford Falcon Sprint fortsetzen werde oder nicht, denn die Entscheidung stand schon lange fest: V8 ist V8, und Ford ist Ford, und der Rest findet sich. Den Titel meines blogs habe ich auch schon geändert. Nun also die Fortführung des build logs, und es werden noch einige GT40 Restarbeiten in der Zukunft hier auftauchen.

Den 64er Falcon Sprint habe ich in Los Angeles gefunden, und er steht auch schon einige Zeit in der Garage nebenan. Um das neue Projekt zu beginnen, habe ich erst einmal gefegt …

… und dann versucht, die drucklosen Vorderräder des Falcon zu demontieren:

Mit neuen Vorderrädern wieder rollbar, stand dem Transfer zu meinem Arbeitsplatz nichts mehr im Wege, und die Optik ist schon einmal um Längen verbessert:

Der Allgemeinzustand des Fahrzeuges ist gemischt, im Innenraum fehlt eine gründliche Reinigung und Entrümpelung:

Startpunkt der großen Aufräumens, quasi zum Warmwerden, war jedoch der Kofferraum. Bemerkenswert die Verlegung der elektrischen Leitungen: alle Kabel lose verlegt, keine Isolierung, kein Schutz bei Durchführung durch die Karosserie. Von Elektrik verstehe ich zwar auch nur wenig, aber spätestens die lustige Aneinanderreihung verschiedener Kabelfarben zu einer Leitung machte klar, dass das auch anders gehen kann.

Nach dem Kofferraum stand dann der Innenraum an. Die Toyota oder Nissan oder Mitsubishi Sitze sind fehl am Platz, und der Fusselfußboden auch, also heraus damit:

Das kommt dem Rennwagenziel schon ein Stück näher 🤨. Der Falcon wird nämlich nach Anhang K zusammengebaut, und da sind die Regeln einzuhalten.

Beim Entrümpeln habe ich dann noch Geld gefunden, so dass sich der Kauf des Falcons schon fast selbst finanziert (sofern ich in weiteren Hohlräumen mehrere 100 Dollar Scheine finden werde) 💵💵💵:

Es gibt aber, bei allem Baufortschritt, auch Wermutstropfen (oder Flaschen, oder Fässer): das Dach vorne rechts und hinten links ist leicht durchgerostet, das wird ein Spaß:

Hier noch etwas Lustiges zum Schluss: links neben dem Fahrersitz war der Mechanismus zur Öffnung der Kofferraumklappe (funktionstüchtig) und des Tankdeckels (stillgelegt) angebracht. Da dies ohnehin nicht FIA-konform ist, war das ganze Geraffe zu entfernen, insbesondere deswegen, weil dieser Holzklotz zur Befestigung der Fernbetätigung im Auto eingebaut war, und das ganz ohne Oberflächenbehandlung:

Interessant auch, dass ich heute unzählige Schrauben entfernt habe, davon zehn (!) mit Regelgewinde, die anderen waren ausnahmslos Blechschrauben, fast keine wie die andere. Es gibt ein wenig zu tun, alles halb so aufwendig, wie es aussehen mag!

Später mehr V8 von Ford,

Udo

Bring log, 25.11.19

Nachdem ich gestern mit B noch bis 19:30 am GT gebastelt habe (so richtig fertig ist das Fahrzeug noch immer nicht), stand heute die Überführung zum Händler meines Vertrauens an. Dieser hat die Aufgabe, eine Zulassung für den GT40 zu erwirken (nachdem der Wagen durch Verändern der Federn vorne ein wenig höher liegt, und damit nicht bei jedem Spielstrassenschweller die Angst aufkommt, ist die Welt auch diesbezüglich wieder im Lot, und die Nomenklatur passt nun wirklich).

Die Fahrt auf der Autobahn verlief bis auf einen Umstand tatsächlich problemlos: die Bremsbeläge an den Hinterrädern weisen ein kleines Y-Spiel im Bremssattel auf, was zu einer auf Dauer nervenden Geräuschbelastung wird. Okok, das Motorengeräusch ist noch wahrnehmbar, aber die Bremse soll bremsen, und sonst nichts. Das fehlende Bauteil sieht beispielsweise so aus:

Das Foto entstand an einer FIA Cobra (also echt), und somit sollte das so passen.

Hier der GT40 in Gesellschaft anderer Fahrzeuge in Wartestellung:

In zwei bis drei Wochen, und wenn alles gut geht, gibt es eine Zulassung für die Betätigung des Autos auf öffentlichen Flächen.

Der Weg ist auch das Ziel, und der nächste Weg führt zum 1964er Ford Falcon Sprint. Ich überlege noch, ob es opportun ist, dessen Aufbau im gt40buildlog zu zeigen. Die nächsten zwei Wochen sollten zum Nachdenken ausreichen.

Später also mehr, und vielleicht anders,

Udo

Build log, 23.11.19

Vor der finalen Probefahrt mit temporärem Kennzeichen …

… gab es die üblichen kleineren Restarbeiten, zum Beispiel das Ankleben des Innenspiegels (Original Lucas, eines der seltenen wirklich historischen Teile im Auto) …

… und das Verkleben der Türdichtungen samt eye browes …

Dann die ersehnte, streng von A nach B führende Fahrt, und zwar zu anderen interessanten Autos in B’s Werkstatt:

Der Grund des spontanen Besuchs war jedoch nicht das gegenseitige Kennenlernen, sondern der Umstand, dass am hinteren rechten Rad ein unerwünschter Geräuschpegel zu verzeichnen war. Hinterrad samt Bremse waren dank Schnellverschluss (ein bisschen Rennwagen) vergleichsweise rasch zerlegt …

… und die schleifenden Übeltäter, nämlich zu lang geratene Schrauben, flugs ausgemacht und verkürzt.

Auf der Rückfahrt, auf der das Geräusch von hinten rechts nicht mehr auftrat, machte sich das (oder der?) Geschwister auf der linken Seite lautstark bemerkbar. Wie schön, dass am Auto alles so symmetrisch ist 👀.

Später mehr,

Udo

Mini build log, 17.11.19

Es war nur begrenzte Bauzeit gegeben, aber bekanntermaßen macht Kleinvieh auch Unbehagen.

Im diesem Sinne standen kleinere Arbeiten, einfach zu bewerkstelligen, an. Etwa eine halbe Stunde habe ich damit verbracht, die nun passende Türdichtung auszuwählen, und bin sicher, dass die Wahl die Richtige sein wird (hope so).

Entgegen meiner Aussage vom build log 16.11.19 werde ich nun doch die notwendigen Änderungen am front clip rechts mitteilen:

Nach erstem Einfahren des GT39/40 und Schließen der DZUS-fastener im front clip traten die beschriebenen neuen Kollisionen mit der rechten Tür auf (bin ich froh, dass es sich nur um einen Zweitürer handelt 🥰). Um diese Störung zu beheben, war mehr als nur ein wenig vom front clip zu entfernen, das Augenmerk sei auf die Spalte im Bild oben gerichtet. Let the good times roll: ich habe noch umfangreiche Restbestände Faserspachtel im Regal, und konnte einen kleinen Teil sinnvoll verwenden.

Im Bild ist auch der Scheinwerfer rechts sichtbar, hier mit kombinierter Aluminium-Glasfaserabdeckung geschwärzt:

In den letzten dramatischen Bauminuten dann noch die finale Montage des Wischers:

Hoffentlich werde ich den nicht allzu oft betätigen müssen, denn ob das Fahrzeug gegen Regen dicht ist, ist nur insofern klar: was hineinläuft, läuft nicht mehr hinaus. Grüße aus der Badewanne und

später mehr,

Udo

Build log, 16.11.19

Die Sache mit der guten Idee, was die Türdichtung anbelangt, hat sich eher als unglückliche Fügung erwiesen, da zu dick, und daher dem Türschliessen eher hinderlich. Folglich habe ich die Dichtung entfernt (dauerte 5 Sekunden) und dann den Klebstoff auf der Spinne (dauerte 50 Minuten, ungefähr). Hier die Spinne vor der Operation:

Da das hinreichend unmotivierend war, habe ich eine kleine Ausfahrt auf die Agenda gesetzt. Die Batterie war flugs eingebaut, und B kam noch zum Festschrauben des Fahrwerks vorbei.

Die erste Ausfahrt verlief, bis auf eine klitzekleine Pleite (mehr möchte ich hier, da klassischer Anwenderfehler, nicht erwähnen), recht reibungslos:

Wohlbehalten zurück in der Werkstatt wurde klar, dass der front clip schon wieder mit der rechten Tür kollidierte (Haloween ist eigentlich vorbei), und deswegen musste nochmals die Holzraspel zum Einsatz gebracht werden. Wenn das R, der die Lackierung gemacht hat, sehen könnte, gäbe es mächtig Unverständnis, und deswegen verzichte ich an dieser Stelle auf Bilder zum Sachverhalt.

Eine Impression aus der Dämmerung habe ich noch:

Eine Höhenmessung ergab übrigens, dass es sich bei dem Fahrzeug um einen GT39 handelt. Vielleicht muss ich da nochmals Hand anlegen 🤔.

Später mehr,

Udo

Build log, 09.11.19

Zu meiner Entschuldigung (quasi schon im Vorfeld, obwohl es eventuell gar nicht notwendig gewesen wäre?) darf ich bezogen auf meinen eher bescheidenen Arbeitsfortschritt des heutigen Tages anführen, dass ich, von einer Transatlantikflugreise zurückkehrend, die ganze Nacht hindurch kein Auge zugetan habe, und meine Leistungsfähigkeit daher eher eingeschränkt zu beurteilen war (klingt irgendwie nach Sir Arthur Canon Doyle, oder ähnlich).

Genug des Vorwortes, hier die harten Fakten. Zunächst habe ich den Feuerlöscher vor dem Beifahrersitz auf den Fahrzeugboden angeschraubt (was dem Fahrer die Lenksäule, sei dem Beifahrer der Feuerlöscher, wenn es um die Einschränkungen beim Ein- und Aussteigen geht):

Danach konnte ich die seitlichen Sicherheitsgurte befestigen, links schon passiert, rechts noch offen:

Der rear clip war seitens der seitlichen oberen (!!!) Befestigungen leider auch noch im Prototypenstadium, und nach Adjustage der blauen Anschlagsbolzen plötzlich im Serienzustand:

Dann habe ich die vier Hartwell latches eingestellt, und mich dem rechten Spiegel zugewandt:

Perfekte Rücksicht nun links und rechts, sehr rücksichtsvoll eben 😊.

Damit nun eine zumindest temporäre Abdichtung der Fahrgastzelle gegen Regen und Ähnliches stattfinden kann, kommt eine C-förmige Dichtung zum Einsatz, die einseitig mit einem „Klebeschicht“ versehen war. Deren adhäsive Fähigkeiten allerdings sind und waren derart ungeeignet, dass ich die genannte Klebschicht tatsächlich mit den beiden Daumen und damit manuell entfernen musste, und danach die linke Tür schon einmal probeweise abgedichtet habe.

Nach Enden der Trocknungszeit wird klar werden, ob das eine gute Idee war. Werden wir später sehen, und noch mehr,

Udo

Build log, 02.11.19

Vorgestern war Halloween, und das Unheimliche hatte auch am GT40 sein Unwesen getrieben: links am Wasserkühler war Wasser ausgetreten, unerklärlich und unergründlich. Dank ABA – Schellen war das Malheur rasch behoben, und alles wieder dicht:

Nun konnte ich mich wieder des eigentlichen Baufortschritts widmen. Als erstes, ohne Foto, habe ich eine Kollision der rechten Tür mit dem front clip festgestellt (noch mehr Halloween). Da ich die Tür aus reiner Selbstachtung nicht zum vierten Mal zu R zum Lackieren tragen wollte, habe ich den nicht-sichtbaren Teil des front clips verkleinert, und anschließend nachlackiert. Wie geschrieben, keine Fotos.

Die Willans-FIA-Gurte habe ich dann an die angeschweißten Halter montiert:

Nach weiterer Montagetätigkeit waren dann auch die Schultergurte im Auto:

Das Ganze auf der rechten Seite kopiert, und fertig.

Seit Wochen liegen schon die Beschriftungsaufkleber für die Schalter im Cockpit im Schrank, also tat die Montage mehr als Not. Alles ist jetzt auch für Fremdfahrer einfach und klar verständlich (sofern sich diese hinter das Volant setzen mögen).

The real deal heute war allerdings die Montage des linken Aussenspiegels, hier erkennbar …

… und hier nochmals:

Die Anzahl der Restarbeiten nimmt ab, bald bleibt nichts mehr übrig, als den GT40 zur TÜV-Abnahme zu fahren (vorher allerdings stehen noch erste Fahrversuche an, hoffentlich ohne Halloween-Effekte 😉).

Später mehr,

Udo

Build log, 01.11.19

Die Lenksäulenhalter habe ich heute gerichtet, und ich kann nun den Drehzahlmesser vollständig erkennen, wenn ich mich in den Fahrersitz gewuchtet habe:

Fahrtechnisch steht nun einer erfolgreichen Forwärtsbewegung nichts mehr im Wege.

Um die Kabelbinder als Türöffnungsbegrenzer gegen etwas eher passendes zu ersetzen, habe ich im Internet Gurt und Niete erstanden, und verbaut sieht die Nummer so aus:

Die Willans-Gurte sind FIA qualifiziert, und der scrtoch trap ist überkreuzend zu führen. Hier eine bildliche Darstellung, wenn der Sitz ausgebaut darsteht:

Zur Befestigung der Gurte auf dem Boden ist das 1,5mm dicke Bodenblech selbst bei optimistischer Analyse eher wenig geeignet. Daher habe ich am vorderen Sitzquerträger eine Verstärkungsplatte angeschweißt, die später den srotch strap aufnehmen wird:

Hier hängen der linke und rechte Querträger zum Trocknen im Schraubstock – morgen ist Verbautag.

Morgen mehr,

Udo