Build log, 29.-31.12.16

Zum Jahresende hatte ich vor, nochmals so richtig Gas zu geben, und dem Ende der Schleifarbeiten ein Stück näher zu kommen. Das Ergebnis ist nachfolgend zu begutachten, und auf negative oder sarkastische Kommentierung lege ich nur geringen Wert ;-))

Zunächst habe ich die Spinne wieder auf den Rahmen gesetzt, um die endgültige Länge des Cockpits anzuzeichnen, und letzteres dann auf Maß zu schleifen. Zum Glück war es draußen trocken, und ich musste in der Halle nicht alles sinnlos zustauben. Der wirklich große Augenblick des Tages bahnte sich an, als ich die door tongues wieder an die Spinne montiert und die Türen  v o r s i c h t i g  verschlossen habe. Es geschehen noch wunderliche Dinge auf dieser Welt: die Türen passten fast saugend unter die tongues, die nur noch ein wenig nachgerichtet werden müssen, da wellig (passt aber irgendwie zum Rest der Fahrzeugteile). Ich habe mich dann in den Motorraum gestellt, und dieses gr0ßartige Foto erzeugt:

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Folgerichtig war nun der Feinschliff an den Türen an der Reihe. Ich bezweifele, dass ich sie wieder so in Position bringen kann, wie sie in den letzten Monaten saßen, aber es half und hilft alles nichts – die Dinger müssen spätestens zum Lackieren vom Rahmen getrennt werden, und ausgebaut schleift und spachtelt es sich leichter als mit am Fahrzeug montierter Teile. Das sieht, mittlerweile um Schneller und Tür erleichtert, aktuell so aus:

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Die Türen habe ich dann mit Feinspachtel traktiert, und es wird noch einige Tage brauchen, bis das annähernd lackierfähig ist.

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Beachtenswert ist das Gekrümele und Gelöchere am Abschluss zum Schweller. Die Hohlräume habe ich mit Harz/Härter geflutet, so dass die verschlossen sind und die Türen der Betriebsbelastung standhalten dürften. Der Rest ist Routine. Darunter fällt auch der Umstand, dass durch unsachgemäße Lagerung und Transporte in den vergangenen 30 Jahren die vordere untere Türkante übermäßig verrundet ist, so dass ich mit Aluminiumblechen und Fasern die gewünschte Verlängerung hinbauen werde. Das Foto unten zeigt den noch frischt applizierten Zustand vor dem Trocknen:

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Die als lose Teile mitgelieferten door handle regresses hatte ich bislang nur provisorisch von innen mit einem Faserstreifen befestigt. Da ja aber an dieser Stelle beim Türöffnen immerhin mittlere Kräfte zu erwarten sind (warum geht die Tür nicht auf???), werde ich von innen und aussen Fasermatten anlaminieren. Hier die Baustelle von aussen betrachtet:

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Und dann war da noch das nostril im front clip, das spaltmassmäßig (auch ein schönes deutsches Wort, oder?) der Hingabe bedurfte. Teils aufgespachtelt, teils weggeschliffen, ist derweil ein Zustand erreicht, dem ich dem Lackierer zumuten werde. Besser geht´s mit meinen laienhaften Kenntnissen und Fingerfertigkeiten halt nicht.

Dummerweise passten nicht nur die Spalte zwischen nostril und front clip nicht, sondern die Krümmung der Teile mutete derart unterschiedlich an, als ob sie zu unterschiedlichen Fahrzeugen gehören würden. Der Weg des geringsten Widerstandes (Dünnbrettbohrer bohren eben an der dünnsten Stelle) lag darin, die Auflage des nostrils am front clip etwas aufzuarbeiten, und das nostil damit in eine Zwangslage gleicher Krümmung zu versetzen. Der Arbeitsstand bei Fertigstellungsgrad irgendwo zwischen 40 und 60% ist hier zu sehen:

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Der Rest ist die wiederkehrende Abfolge aus Schleifen und Spachteln. Da ich das nostril eh nicht oft vom front clip entfernen möchte, ist diese Stelle also eher Prio B.

Das Letzte für heute, das ich der interessierten Leserschaft nicht vorenthalten möchte, ist der erstaunliche Umstand, dass das nostil umlaufend eine Art Umstellung aufweist, damit der Fahrzeugbetrachter nicht durch die Spalte in den Vorderwagen sehen kann. Das gilt zumindest für die seitlichen Ränder und den hinteren Bereich, nicht jedoch für den vorderen, mit der Folge, dass im Fahrbetrieb jede Menge Luft durch den vorderen Spalt zwischen front clip und nostril weht, die da nicht hingehört. Also habe ich an Silvester, kurz vor den Feierlichkeiten, damit begonnen,  den fehlenden Flansch anzumodellieren. Nach der ersten Interationsschleife sieht das so aus …

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… und nach der dritten (oder vierten?) ist der Flansch vom nicht vorhandenen Original nicht mehr zu unterschieden.

So, mit dem heutigen Block habe ich mein therapeutisches Schreiben für dieses Jahr erfolgreich bewältigt. Für 2017 habe ich mir bezogen auf den GT40 keinerlei Ziel vorgenommen. Entspannt lebt es sich besser …

Später mehr,

Udo

Build log, 29.12.16

Nachdem der Faserspachtel am front clip, an der Nahtstelle zum nostril, nach erneutem Auftrag trocknen musste, habe ich mich final, und ich meine wirklich final, also abschliessend oder auch endgültig, nochmals mit dem Cockpit beschäftigt. Es galt, einige dutzend Stellen ein wenig nachzuschleifen, die Trennlinie zur Spinne anzupassen, und den „Deckel“ im vorderen Bereich, der zur Frontscheibenbelüftung dient, anzupassen. Mick von Southern GT sieht ein Aluminiumblech mit Lüftungsschlitzen vor. Erstens passt das nicht in die Öffnung des KVA Cockpits, und zweitens sieht das Sch….. aus:

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Die Originalgitter gibt es quasi nicht mehr zu kaufen, oder wenn, dann zu Preisen, zu denen ein Mallorcaurlaub machbar wäre. Also habe ich mir aus dem einschlägigem Zubehörtuninghandel ein Aluminiumgitter, schwarz eloxiert, besorgt, und das in die entsprechende Form geschnitten und geschliffen. Das sieht aktuell so aus (natürlich sind die beiden gerade wirkenden, langen Kanten nicht gerade, sondern geschwungen):

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Für die Gitterkanten brauche ich noch eine zündende Idee, vielleicht ein dünnes Keder. Mal sehen. Wenn das Cockpit schwarz beflockt ist, sieht das jedenfalls bestimmt hinnehmbar aus.

Bei 0°C trocknet wirklich nichts, auch nicht der Faserspachtel am front clip. Also habe ich mich mit den beiden Tanks beschäftigt, die seit Wochen einfach so dastehen. Die bange Frage war: passen die Dinger unter den Schweller??? Die Antwort: beinahe, oder auch: annähernd. Ein wenig Anpassungsarbeit war erforderlich, aber es hätte schlimmer kommen können. Übrigens wird der Tank mit vier Bolzen am Rahmen gehalten, und natürlich passten die Bolzenabstände nicht wirklich zum Lochabstand im Tank, obwohl beides von einem einzigen Hersteller. Very british. Kein Problem, nach Aufbohren der Löcher im Tank ging alles irgendwie gütlich zusammen. Hier der montierte rechte Tank (mal sehen, was am linken alles schief gehen wird):

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Der geneigte Leser erkennt ausserdem eine Verlängerung des Aluminiumbleches, das zwischen Radhaus und Schneller abschließt. Dies ist erforderlich, da ein mittelgroßer Spalt zwischen den beiden Bauteilen herrschte (habe ich schon einmal craftmanship erwähnt?), der mit den verklebten und genieteten Blechen sauber geschlossen werden konnte – immerhin gleiche Zustände auf beiden Seiten!

Morgen, wenn es nicht zu kalt sein sollte, werde ich dann den nostril in den front clip einpassen. Und dann, dann könnte ich fast schon mit der Montage der Fahrwerksteile beginnen, um dann endlich die Radhäuser zu laminieren. Bald ist es Frühjahr ….

Später mehr,

Udo

 

Build log, 27.12.16

Wir erinnern uns: Haftet Teflon am getrockneten Feinspachtel, oder nicht? Hier der Bildbeweis, dass Haftung nicht gegeben war – die mit Teflonband beklebten door tongues ließen sich problemlos von ausgehärteten Spachtel abziehen:

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Den etwas bröselig aussehenden Rand habe ich etwas nach unten verlängert, so dass der Bereich nun wieder halbwegs harmonisch aussieht, und Spinne und door tongues perfekt zueinander passen. Ausserdem verdecken die door tongues das Gespachtelte sowieso, und daher reicht es, wenn hier 90% craftmanship zur Anwendung kommt!

Da ich ja sonst nichts Großartiges vorhatte, habe ich mich entschieden, die Luftkanäle unterhalb des front clips zu spachteln. Immerhin sind die Dinger bei geöffnetem clip sichtbar, und da ist etwas Sorgfalt angebracht. Der Zwischenstand der Arbeiten – sozusagen als Momentaufnahme – schaut so aus:

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Das rechte Modell ist schon nahe am Fertigstellungszustand, die linke Seite braucht noch ein bisschen Zuwendung. Wird aber schon …

Fast hatte ich vergessen, das die Sauerkrautteile ja nicht nur aus Spinne, Schwellern, Türen, Armaturentafel, front und rear clip bestehen, denn tief in der Ecke stand noch das nostril bonnet panel. Zur Erklärung für alle diejenigen Leser, denen der britische Fachsprech abgeht, handelt es sich um den Einsatz im front clip, der mit vier DZUS-Fastenern (ich kenne Begriffe, oder?) ebendort fixiert wird. Hier ein Bild der besagten Abdeckung samt DZUS im vorderen Teil des Fotos (benannt sind die Dinger übrigens nach William DZUS, gesprochen „Zeus“, kein Scherz).

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Die vier Verschlüsse waren fix angebracht, und die Halteklammern im front clip ebenfalls. Den nostril hatte ich dabei so ausgerichtet, dass es am wenigsten lächerlich aussah, im Fachjargon „best fit“. Als ich dann die Spaltmaße in Augenschein nahm, konnte ich aufgrund Tränen in den Augen erstmal nicht mehr viel sehen. Insbesondere der Spalt zwischen front clip und nostril auf der rechten Seite ist ein Traum, was vornehmlich daran liegt, dass die Kante am front clip nicht eben flach und gerade wir die Norddeutsche Tiefebene daherkommt, sondern eher der gewellten Lieblichkeit des Sauerlandes gleicht. Hier der Bildbeweis:

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Gut, dass ich noch Reste Faserspachtel habe, die nach sachkundiger Verarbeitung dafür sorgen werden, dass ich mich später, wenn das Auto mal ein Auto ist, ohne Gehäme damit auf der Straße bewegen kann. Hier der Baustand am Ende eines ereignisreichen Basteltages:

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Vorne im Bild ist übrigens die DZUS-Haltefeder erkennbar. Schön, oder?

Damit ist jedem klar, wie es beim nächsten Einsatz weitergeht. Hoffentlich geht mir der Spachtel nicht aus, 40er Schmirgelpapier habe ich noch reichlich im Bestand …

Später mehr,

Udo

Build log, 17.12.16

Gestern war (wieder mal) die „Spinne“ an der Reihe. Hier gab (und gibt) es noch letzte Kosmetik zu erledigen, zum Beispiel Schleifen der Türeinstiege. Die sehen mittlerweile so aus, das der Lackierer damit wird leben können.

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Da das Mittelteil nun schon mal auf Arbeitshöhe lag, habe ich mich entschlossen, die door tongues auch noch eben anzubringen. Die tongues habe ich erstmal mit jeweils fünf Löchern versehen, und vorsichtig an die Spinne angebohrt, wiederum Senkungen für die Nietmuttern angebracht, und genietet. Von der Seite sieht das so aus …

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… und von oben so:

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Vor zwei Wochen hatte ich noch vollmundig herausposaunt, dass die Gelsco-tongues gut mit den Türöffnungen harmonieren würden. Manchmal wünsche ich mir, dass ich zum Geburtstag KEINE Sicherheitslesebrille geschenkt bekommen hätte, denn mit Sehhilfe stellte sich die Sachlage eher wie gewohnt dar: nix passt wirklich. Hier ein Stilleben mit Taschenlampe, das die Spalte erahnen lässt:

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Da diese Stelle jeder, aber auch wirklich jeder sofort sieht (der Ort des Grauens liegt bekanntlich nur 40 inch über dem Boden), galt es nun, hier Verschönerung herbeizuführen. Dazu habe ich die tongues mit Teflonband abgeklebt, wieder angeschraubt, und dann den Spalt komplett mit Spachtel aufgefüllt:

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Die Hoffnung ist, dass die Haftung des getrockneten Spachtels am Teflon so schlecht ist, wie der Volksmund das immer behauptet (jaja, bald ist Weihnachten, Zeit der Wünsche und Überraschungen). Beim nächsten Ausflug nach Greffen weiss ich mehr …

Später mehr,

Udo

 

 

 

 

Build log, 10.12.16

Gestern kam der Lackierer vorbei, um die Baustelle mal zu inspizieren. Für die neutral-positive Reaktion des Kollegen kommen drei Verhaltensmuster infrage:

  1. Er ist ein höflicher Mensch, der weiss, dass man sich über die Arbeit anderer nicht lustig macht
  2. Er hat im Vorfeld so viel Negatives über mein Projekt gehört, dass er einfach keine Erwartungshaltung hatte
  3. Ich habe einen perfekten Job gemacht

Da ich letzteres definitiv ausschliessen kann, muss also 1. oder 2. zutreffen. Wir haben uns für das Frühjahr 2017 lose verabredet. Ich glaube, dass das Frühjahr bis zum Sommeranfang geht, wenn ich mich nicht irre …….

Aber nun zurück zum build log: letzte Woche hatte ich ja die Parole ausgegeben, dass Am Ende des dritten Adventssamstags die Scheinwerferabdeckungen fix und fertig angebracht sein sollten. Tatsächlich hat das deswegen geklappt, weil das Anzulaminierende, das notwendig war, um die maroden Stellen an den unteren Abdeckungen rückseitig zu verstärken, bei 10°C rasch trocknete, und ich die Abdeckungen schnell fertig bekam. Ein wenig Tuning werden die vier Scheiben noch brauchen, aber das ist ruckzuck erledigt. Hier die Eindrücke von den Spaltmassen zwischen unterer rechter Abdeckung vor und nach meiner Spachtelarbeit: Vorher ….

img_0245…. und nachher:

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Jaja, das muss noch geschliffen werden. Aus der Ferne sieht die Frontpartie jetzt so aus:

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Le Mans, oder? Schliesslich habe ich mich noch ein wenig mit der Spinne vergnügt, an der diverse Schleif- und Füllarbeiten anstanden. Hier die „Regenrinne“ unterhalb der Windschutzscheibe, in die irgend jemand im zwanzigsten Jahrhundert sinnlose Löcher gebohrt hatte, die erstmal wieder mit Faserspachtel geschlossen werden müssen, bevor Feinspachtel an die Reihe kommt:

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Das wird schon noch, genauso wie der rear clip, hier fotografiert beim Probewohnen des engine covers. Ist das nicht eine Perspektive, oder was?

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Wenn die letzten Schleifarbeiten dann fertig sind, schraube ich die Fahrwerksteile an, und dann, ja dann, kommt endlich wieder Laminierarbeit, da weder front noch rear clip über Radhäuser verfügen. Wenn die dann fertig sind, dann ist Frühjahr, und dann ist Lackierzeit.

Später mehr,

Udo

Build log, 03.12.16

Gestern lief es mehr halbrund bis eckig als flüssig. Das mag auch an der Aussentemperatur gelegen haben, die für eher zähviskose Ergebnisse sorgte. Die linke Scheinwerferabdeckung war noch rasch angebohrt, und danach dachte ich, dass die unteren beiden ebenso schnell gehen würden. Hätte, hätte, …

Dummerweise hatten die Formenbauer von KVA die unteren Beleuchtungsabdeckugen in der bekannten Lieblosigkeit hingepfuscht, so dass der Absatz, in dem die Kunststoffscheibe liegen soll, nicht tief genug war, und die Scheibe zur Hälfte aus ihrem Wohnort herausschaute. Das ergibt dann Windgeschräusche, die unverantwortlich sind, und außerdem sieht es supergrottig aus. Bei der Eben- und Geradheit zeigte sich ebenfalls mangelndes crahftmanship, etwa so:

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Der ganze Bereich musste also wieder aufgespachtelt werden, und dass bei 0°C, mit Trocknungszeiten wie Rindernacken, gegart bei 170°C! Nicht nur die Formschönheit zeigte Grenzen, sondern auch die Materialqualität in diesem Bereich ist eher shaky – meine M4-Blindnieten halten nicht überall, und ich werden wohl von innen demnächst etwas nachlaminieren müssen. Egal. Dass sich das Ganze dann auf einer Arbeitshöhe von ca. 70 cm abspielt, macht die Gesamtsituation übrigens auch nicht besser: zum Sitzen zu niedrig, zum Knien zu hoch, ausserdem bin ich nicht mehr zwanzig ;-((

Da sich das alles hinreichend schwierig und langwierig gestaltete, habe ich mir die Zeit mit ein paar anderen Dingen vertrieben, die sich mehr nach Fertigwerden anfühlten. Beispielsweise kommt dieser nette Schalter, der später mal ein Blinker werden will, frisch aus England (ob der Warnblinkanlagenschalter links dort sitzen bleibt, weiss ich auch noch nicht …):

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Schliesslich zeigten sich auch die door tongues als überraschend passwillig, obwohl von Gelsco gekauft, was zeigt, dass die KVA panels trotz aller Meckerei doch wohl recht nah am Original sind. Gute Nachricht …

img_0244Die Dinger müssen jetzt „nur noch eben“ angebohrt werden, und fertig!!

Am nächsten Samstag möchte ich die Scheinwerferabdeckungen jedenfalls abhaken. Meine Ziele scheinen mit zunehmender Bauzeit auch immer übersichtlicher zu werden ;-))

Später mehr,

Udo

Build log 19.11.16

Gestern stand nochmals das Cockpit auf dem Programm – der bekannte vorletzte Feinschliff. Der ist dann mit einigen Spachteleinheiten auch erfolgt, und als ich dachte, dass es das dann gewesen sei, habe ich wider besserer Erfahrung zum Sprühspachtel gegriffen. Noch bevor das Zeug getrocknet war, war klar, dass dies nicht die letzte Schleife gewesen war.

In der Zwischenzeit habe ich mich dann weiter mit den Scheinwerferabdeckungen amüsiert. Wir erinnern uns: die Befestigung sollte und soll über Nietmuttern erfolgen, die ja im Regelfall einen Bund haben, der also versenkt werden musste. Das habe ich dann auch fast perfekt (fast Eigenlob) gemacht, und das Ganze sah im Detail dann so aus:

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Schön, oder? Niemand wird erahnen, wie lange diese Aktion gedauert hat, und um wieviel schneller es beim zweiten Scheinwerfer ging. Wenn also jemand mal eine solche Arbeit zu verrichten hat, kann ich zumindest wertvolle Besserwissertips geben ;-))

Dann ruckzuck die Scheibe verschraubt, und es sah schon wieder ein Stück mehr nach Le Mans aus (das Kreppband wird später durch eine Schwärzung ersetzt):

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Im übrigen musste ich zur Ausführung dieser Arbeiten den M4-Einsatz meiner Nietzange teilzerstören, oder besser, an die Aufgabe anpassen. Da die im Bild rechte Flanschbreite sehr sparsam gewählt ist, und breiter als der Kopf des Einsatzes der Nietzange ist, half da nur noch Modifikation durch Schleifen (neinnein, kein 40er Papier, sondern Fächerscheibe). Mein Werkzeug war danach deutlich wertgesteigert:

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Nächste Woche dann die gleiche Prozedur bei den unteren Abdeckungen für die Blinker absolvieren, und schon ist ein weiteres Schritt Kunststoffbearbeitung Geschichte.

Noch einmal zurück zum Cockpit: Am Ende des Tages war das Erscheinungsbild schon fast so, wie es eigentlich bei Anlieferung hätte aussehen sollen:

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Irgendwann geht das ganze Ding dann zum Beflocken – wenn jemand jemanden kennt, der das professionell ausführen kann, und nicht allzu  weit von 33334 entfernt wohnt, so bin ich über jeden Ratschlag dankbar.

Später mehr,

Udo

Build log, 12.11.16

Eigentlich (wer macht eigentlich noch Pläne, die länger als eine Woche in die Zukunft blicken?) wollte ich ja an den Scheinwerferabdeckungen weitermachen, aber es gab noch eine kleine Nacharbeit am Belüftungskanal des front clip, so dass der clip zum Trocknen geöffnet ausharren musste, und es somit keine Zugänglichkeit zu den Scheinwerfern gab. Die kommende Woche weist wahrscheinlich wieder einen Samstag aus, und die Abdeckungen laufen ja auch nicht weg.

Macht aber nichts, das Cockpit ist ja auch noch nicht fertig ;-)). Mick Sollis hatte in der Zwischenzeit die dash vents geliefert, und die konnte ich in der Arbeitsleere rasch einfügen. Einfach zwei 63er Löcher links und rechts in den Kunststoff anbringen und fertig – natürlich nicht, denn die Anlagefläche an der rechten Seite war extrem uneben, und das dash vent wippte lustig hin und her. Feinspachtel aufgebracht, und im Nu war die Fläche eben. Hier die Baustelle mit Ausgleichsspachtel vor dem Schleifen …

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… und hier mit eingepasstem dash vent:

img_0236Erkennbar ist auch, dass alle möglichen Ecken und Kanten durch jahrelanges Herumliegen und -transportieren ein wenig lädiert sind, und etwas angespachelt werden mußten.

Wer über gute Sehkraft verfügt, sieht auch, dass die seitlichen Nietmuttern für die Befestigung der beiden Abdeckbleche auch schon gesetzt sind! Leider sind die Flansche unten und oben, also die waagerechten, so schmal (did I mention craftmanship already?), dass hier keine Verschraubungen möglich, aufgrund der allgemeinen Toleranzlage jedoch notwendig sind. Also habe ich von der Rückseite Aluminiumbleche als Halter befestigt, quasi als Flanschverlängerung.

Nun hatte ich vor Monaten von Holden aus UK, woher sonst, schicke Schalter gekauft, und denen habe ich dann nach einigem Hin- und Herdenken schon mal eine Heimat geschaffen. Verschraubt an den genannten Nietmuttern schaut das dann schon so, dass es Appetit auf mehr macht:

img_0235Rechts ist der Hupenknopf sichtbar, daneben einer der toggles, von denen es insgesamt 5 weitere im Fahrerhaus geben wird. Ach ja, die Bohrungen für die vier Kontrollleuchten (kein LED-Kram) unter den beiden kleinen zentralen Instrumenten sind auch schon da. Jetzt fehlen nur noch die Löcher für Schloss und Starterknopf, dann kann es losgehen (-fahren).

Später mehr,

Udo

Build log 05.11.16

Wie wir uns erinnern, galt es gestern, das anlaminierte Cockpit nun in Form zu bringen. Dazu musste das Objekt erstmal auf die richtige Länge eingekürzt werden, so dass es bis satt unter den Scheibenrahmen reicht. Das war mit der Fächerscheibe rasch und nahezu staubarm erledigt, und danach kam same procedure than EVERY year: Faserspachtel – Schleifen – Feinspachtel – Schleifen – Feinspachtel usw. Am Ende machte die Verlängerung des Cockpits auf mich einen kompetenten Eindruck:

img_0233Beim nächsten Mal kommt dann noch der Feinschliff – haha, Wortakrobatik!!!

Anschliessend wusste ich gar nicht mehr, was ich noch machen sollte. Nach kurzem Nachdenken fiel mir ein, dass ich vor einigen Monaten die Scheinwerferabdeckungen in UK gekauft hatte, und nach kurzem Suchen habe ich die dann im Chaos auch gleich wiedergefunden. Verkauft wurden die Produkte mit der Bezeichnung „Overvized. Needs to be sized on car“. Tja, und das habe ich dann auch gemacht. Überraschender Weise bezog sich oversized offenbar auch auf den Krümmungswinkel der Abdeckungen, da meine offenbar für einen Volvo aus den achtziger Jahren gebaut war, also nahezu eben. Mittels vorsichtiger Energiezufuhr aus dem Heissluftföhn habe ich dann erstmal die Krümmung halbwegs angepasst, und dann die Seiten der Abdeckung (schon wieder mit der Fächerscheibe, dem königlichen Werkzeug) angepasst. So sehen die Teile auf der Werkband liegend aus …

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… und so angehalten am Fahrzeug:

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Wie unschwer erkennbar ist, habe ich bei der Findung der geeigneten Lochlagen einige Iterationsschleifen benötigt, und irgendwelche der zahlreichen Anzeichnungen wird es dann werden.

Als nächstes heisst es vorsichtig die Löcher zu bohren, und die guten Stücke am Sauerkraut zu befestigen. Da ich Blechschrauben zur Befestigung nicht mag, wollte ich Senkkopfschrauben mit Mutter verbauen. Das geht aber aus Zugänglichkeitsgründen nur teilweise, so dass ich mich demnächst mit versenkten Nietköpfen beschäftigen werde. Das wir ein Spass!?!?!

Später mehr,

Udo

History

Da ja das Bauen am GT40 schon einige Zeit läuft, halte ich es für unverzichtbar, euch Öffentlichkeit einen kurzen Abriss über die letzten Monate zu geben. Diejenigen, die mein Wirken bislang per eMail mitgeteilt bekommen haben, erfahren nichts Neues, für Neuleser ist hoffentlich Erbauliches zu sehen und zu lesen.

Die KVA-panels aus den frühen Achtzigern sahen anfangs so aus, wie GfK von dreißig Jahren eben aussah: aus der Ferne gesehen ist alles schön! Das habe ich aber richtig bewusst erst wahrgenommen, als ich den Rahmen von Southern GT mit Alublechen geplankt habe, und die Kunststoffteile nun freischwebend irgendwie mit dem Rahmen zu verheiraten waren. Hier eine Impression der Alublecharbeit (zu sehen ist die Bodenplatte, wie sie mittels Nieten und Klebstoff am Rahmen verbunden wurde. Zum Glück hatte ich mir ein pneumatisches Setzgerät gekauft): IMG_0011.JPG

Aber zurück zu den panels: die Spinne, also das Mittelteil, war zweiteilig ausgeführt, und musste miteinander verklebt werden (übrigens hatte einer der Vorbesitzer versucht, die Teile mittels Blindnieten zu verbinden. No comment at all). Hier ist zu erkennen, dass alles zum Spannen verfügbare im Einsatz war:

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Nachdem die Spinne also am Rahmen fixiert war, kamen Türen, fron und rear clip an die Reihe. Die Spaltmaße in allen drei Dimensionen (in der vierten, der zeitlichen leider auch) waren nicht nur zum Fürchten, sondern wirkten teilweise auch tränentreibend. Das Bild unten zeigt das Ergebnis umfangreicher Füllarbeiten:

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Auch der front clip war ein Musterknabe, was Maßhaltigkeit angeht. Nach Auflaminieren einiger Lagen Fasermatten, Verwenden von Faser- und schliesslich Feinspachtel gab es dann eine annähernde Flucht der Teile zueinander:

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Das Highlight „Türeneinpassen“ möchte ich nicht unerwähnt lassen. Auch nach stundenlangem Ausrichten in den Scharnieren ergab sich keine Position, die auch nur annähernd akzeptabel wirkte. Das Patentrezept „Laminieren – Spachteln – Schleifen“ hat dann aber doch gewirkt, so dass heute eine Passform erreicht ist, mit der ich mich irgendwann auf die Straße wagen kann. Untenstehend Türen und Spinne nach dem Laminieren und nach erfolgter Spachtelbehandlung:

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Abschliessen möchte ich die Kurzkurzkurzhistorie (ich hätte noch viel mehr Erschreckendes, Erbauliches und Erfolgreiches zu berichten, aber auch in diesem Blog ist der Speicherplatz nicht unendlich) mit einer derjenigen Tätigkeiten anstanden, bei der rasche Erfolge mit geringem Zeiteinsatz zu erzielen waren (ist immer gut für die Motivation). Weder Türgriff noch Tankeinfüllstutzen waren in den KVA-Teilen vorbereitet. Glücklicherweise jedoch hatte Southern GT „regresses“ am Start. Nach einigem Hin- und Hermessen war dann mutig eine Öffnung in front clip und Türen angebracht, der regess anlaminiert, gespachtelt, geschliffen, und dann war da etwas für die Galerie entstanden:

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Soweit also mein Rückblick auf das, was mal war. Schauen wir demnächst auf das, was da kommt.

Später also mehr,

Udo