Das close-ratio-T10 war als fertiggestellt gemeldet worden, und so ging es zu unseren niederländischen Nachbarn, statt in die Schrauberscheune. Das Getriebe sieht aus wie ein fabrikneues T10, was es in gewisser Weise ja auch ist.
Ein geeignetes Getriebeöl ist bestellt, und hoffentlich klappt beim Einbau alles ohne größere Störmanöver.
Da das Milestone-Motorsport-T10 auf der Kupplungsseite 22 anstelle der originalen 10 Splines aufweist, gab es von Centerforce noch eine neue Zehn Inch Kupplungsscheibe dazu:
J hatte vorsichtig und höflich als Reaktion auf den letzten log erwähnt, dass die an der Vorderachse eingebauten Front Strut Rods wohl um 90 Grad zu drehen seien. Daraufhin habe ich die Dinger nochmals ausgebaut und muss zugeben, dass dies wohl so ist. Der Grund für den falschen Einbau lag im Beschreiten des Weges des geringsten Widerstandes – nur so passte der vordere Halter in den Rahmen.
Der richtige Weg machte eine Breitenreduzierung eben des Halters um einen Millimeter auf der gesamten Fläche erforderlich, von einundsiebzig auf siebzig:
Leichte Übung, rasch erledigt (rasch ist, wie vieles Andere auch, relativ in der Auslegung). Im Anschluss gab es noch eine Zinkbeschichtung, wegen des Werterhaltes 🥱.
Richtig verbaut dann dieses Gesamtwerk:
Sieht auch besser aus; schade nur, dass es außer euch Lesern wohl niemand zu Gesicht bekommt.
Das Motoröl habe ich parallel abgelassen, Multitasking geht auch bei Männern. Zum Wechsel der beiden Ölfilter ist es heute nicht mehr gekommen, und ich habe mir auf den Zettel geschrieben, dass dieser Job nicht in Vergessenheit gerät.
Weiter ging es mit der Vorderachse: die Räder zeigen aktuell einen Sturz von zwei Grad, und da ich keinen Rüddel-Escort fahre, und mir mehrere Fachleute zu 0,5 Grad rieten, habe ich die Vorderachse halb demontiert, zuerst auf der rechten Seite. Die Shimsscheiben, die hinter dem oberen Querlenker angeordnet werden können und dadurch den Sturz definieren, hatte ich vor Jahren verzinkt, aber nicht eingebaut, und so waren die Teile auf den Einsatz perfekt vorbereitet.
Zunächst hatte ich versucht, mich der richtigen Shimsdicke durch Anwendung trigonometrischer Formeln zu nähern, habe dann aber entschieden, einfach die Hälfte der originalverbauten Shims einzubauen, ein wie ich finde pragmatischer Ansatz für denjenigen, der der Mathematik nur eingeschränkt vertraut.
Um den oberen Querlenker aus seiner angestammten Position zu bringen und die Shimse montieren zu können, habe ich das obere Traggelenk kurzerhand entfernt, und konnte so die Shimse einfach hinter den Querlenker anordnen:
Auf der linken Seite konnte der Umbau in einem Bruchteil derjenigen Zeit erfolgen, die rechts notwendig war. Das Gute daran: ich bin, wenn auch eingeschränkt, noch lernfähig.
Später mehr Erfolgserlebnisse,
Udo
P.S.: ich konnte im Übrigen nicht widerstehen, bei Cobra Automotive noch zwei Aufkleber zu erstehen, neben all der anderen Teile:
Zumindest die lesende und schauende Fachwelt weiß, dass die Falconteile nicht von Amazon kommen 👍🏻.
Weiter ging es mit den frisch abgedrehten (also rein maßlich verstanden) Aluminiumhülsen für die Blattfedern im Falcon.
Zum Einpressen in den Rahmen habe ich mir eine Einpressvorrichtung gebaut, die in ähnlicher Form für teuer Geld auch zu kaufen ist, aber meine funktioniert ähnlich gut:
Für die dargestellte linke Fahrzeugseite war die Vorrichtung notwendig, auf der rechten Seite reichte zum Einpressen ein kräftiger Daumen. Das war zwar so nicht geplant, ich hoffe aber, dass alles dennoch funktioniert.
Zum Einpressen der Hülsen in die Blattfeder hatte B freundlicherweise einen Sortimentskasten (?) mit geeignetem Inhalt bereitgestellt, und so war die Montage relativ rasch gemacht.
Hier der Einbau- und Fahrzustand (es fehlt noch der Schmiernippel des Lagers in der Blattfeder, aber den mag sich die geneigte Leserschaft hinzudenken):
Überraschender- und freundlicherweise hatte es das Zollamt Köln nach vier (4) Wochen der Prüfung für zweckdienlich erachtet, die letzte Lieferung von Cobra Automotive freizugeben. Was da so alles geprüft wird, Wahnsinn. Die Pakete schienen noch OVP, aber hoffentlich täusche ich mich.
Geliefert wurden das bump steer kit und die beiden rods an der Vorderachse. Letztere sind tatsächlich heavy duty, und beauty, für den, der so etwas mag:
Der Einbau erforderte längere Koppelstangen zwischen unterem Querlenker und Stabilisator, da rods und Stabilisator kollidierten, aber ich habe schon Bedeutungsschwereres erlebt. Eingebaut sieht die Sachlage so aus:
Das bump steer kit konnte ich ebenfalls vormontieren, es wird ja für die detaillierte Spureinstellung nochmals adjustiert.
Oben im Bild das nicht ganz periodengerechte Neuteil, unten Technologie aus den 1960ern.
Der Saisonbeginn naht mit großen Schritten, und in Anbetracht meines eher behäbigen Arbeitstempos hielt ich es für angemessen, den Falcon für das neue Jahr schon Ende Januar vorzubereiten.
Geboten wurde der Einbau der Del-A-Lum bushing & shackle kits, die ich zusammen mit den Blattfedern zwar erstanden, aber aus verschiedenen Gründen, die auch mit der FIA zu tun haben, noch nicht eingebaut hatte. Aufgabe der Teile ist es, die Blattfedern am Rahmen zu befestigen – soweit, so einfach. Das Bild zeigt, worum es geht:
Die beiden großen blauen Zylinder (eigentlich sind das Lager) sitzen vorne in der Blattfeder, die beiden kleineren hinten in der Feder und im Rahmen verpresst. Warum der ganze Aufriss? Angeblich federt es dann besser (mit den aktuell verbauten PU-Lagern wird der Begriff „Starrachse“ neu definiert), und das Kurvenverhalten soll ebenfalls auf ein bisher unbekanntes Niveau gehieft werden.
Nun verhält es sich mit Toleranzen von Drehteilen (blaue Farbe) und Schmiedeteilen (Blattfeder im unteren Bildteil) dergestalt, dass beide nicht zwingend miteinander harmonieren müssen. Dieser Umstand kam auch bei mir zur Anwendung, und so haben B und ich die blauen Teile schnell zur Nacharbeit zum W3 getragen.
Hier noch eine Impression mit Hebegerät:
Es verblieb noch ein wenig Restzeit, und so konnten wir das wide ratio T10 Getriebe noch ausbauen, und den Durchmesser der Mitnehmerscheibe der Kupplung messen und an Milestones Motorsport übermitteln: dort entsteht gerade ein neues close ratio T10, mit Aluminiumgehäuse, Komponenten von Roltek, Richmond Gear und solchen aus niederländischer Herstellung. Close ratio bedeutet, dass der aktuelle dritte Gang näherungsweise die Übersetzung des zukünftigen zweiten hat, und dass der neue Dritte schön dazwischen liegt. Das wird ein Spaß, mit viel Schalterei beim Fahren.
Es war nur wenig Zeit am heutigen Samstag, doch es ist Erfreuliches passiert: B konnte ich zum Handanlegen am GT40-Getriebe animieren, und nach kurzer Analyse war klar, warm die Schalterei nicht so wollte wie sie sollte. Es ist mir fast ein wenig peinlich, daher nur soviel: beide Züge sind identisch und damit vertauschbar 😞.
Einige Minuten blieben übrig, und so habe ich diese auf eine Alternative zur Entlüftung des Ölcatchtanks verwendet. Heute passiert die Entlüftung durch einen Luftfilter, was dazu führt dass der hintere linke Motorraum stets verschmuddelt daherkommt, weil Restflüssigkeit aus eben dem Filter austritt.
Also hier die klassische Alternative: was aus dem Catchtank nach oben heraussabberte, wird demnächst in einer Öldose gefangen:
In Position gebracht dann dieses Bild:
Es fehlt nur noch die Verlegung eines Entlüftungsschlauches zwischen Catchtank und Öldose, und die Ausprobe kann starten.
Aus dem Vereinten Königreich hatte Peter Knight die Hightechracekipphebel geliefert, und die habe ich zu G getragen, der den Ersatzmotor temporär mit Rollerkipphebeln versehen hatte, natürlich für den Renneinsatz unerlaubt und undenkbar:
Unten rechts im Bild die Knightdinger, die aus unerforschten Gründen 6.000 1/min ertragen.
Da es vom Zusehen nicht voran geht, habe ich mich heute wieder in die Schrauberscheune begeben, und selbst Hand angelegt. Als Erstes stand die Halterung für mein Telefon an, damit ich demnächst mein Unvermögen in jeder Runde erkenne, und mich an Fortschritten der Fahrkünste erfreuen kann (mal sehen, was da überwiegt 😬):
Standesgemäß habe ich das Kunststoff- mit dem Aluminiumteil verklebt, also ist erst einmal eine Woche lang Ruhe geboten.
Dann habe ich mich aus Gründen des Selbstschutzes an den Austausch der vorderen Abschleppvorrichtung gemacht. Das hübsche, rot lackierte Teil aus Aluminium hatte sich schon einige Male um die Horizontale gebogen, und beim Abschleppen auf dem Nürburgring-GP-Kurs auch um die Vertikale, und das gute Stück sah so aus:
Dass es mit der (Dauer-) Festigkeit von handelsüblichem Aluminium eher schwach bestellt ist, zeigt eine Detailaufnahme des Querschnittes:
Nach Einschnürung folgt Bruch, und davor Austausch. Hier nun die Umsetzung: Gewebe ist nachgiebig, und in roter Farbe auch verfügbar:
Ob die Befestigung regelkonform und periodengerecht ist, wird sich zeigen.
Den restlichen Tag habe ich mit erfolglosen Versuchen verbracht, den Rückwärtsgang in den GT40 einzulegen, bis dann F recherchiert hatte, dass das verbaute Getriebe ab und zu zu Problemen mit dem Rückwärtsgang neigt. Ich muss demnächst nochmal B konsultieren.
Später mehr aus dem Konsulat der Ford V8 Diplomatie,
Dass die Saison 2023, das Fahren betreffend, endgültig zu Ende ist, läßt sich an der Meisterschaftsfeier ablesen (bauen und schrauben geht selbstverständlich auch nach Saisonende, oft ist es vonnöten).
In der Goodyear-Lounge am Nürburgring tagte die FHR, und S und ich waren angemeldet. Pokale gab es wie auf dem Jahrmarkt, und die Sponsoren hatte für Getränke gesorgt:
Das hübsche Stileben hat natürlich mehr als nur einen einzigen Verursacher 🤥.
Da ich in 2023 nur als Gast gestartet war, konnte ich am regulären Klassement nicht teilnehmen, aber man hat mir und einigen anderen den DMSB-Ehrenpreis verliehen:
Wodurch mir die Ehre zuteil wurde, ist bis zum heutigen Zeitpunkt unklar (Mitleid, seltsames Auto, Motivation für 2024?), und nachzufragen habe ich mich nicht getraut, aber vielleicht kann ich etwas dazu im www erfahren.
Später mehr Detektivisches,
Udo
P.S.: das Wetter war eifeltypisch, mit Temperaturen um den Gefrierpunkt, Schnee und Nebel. Die Nacht im Camper haben wir gut überstanden, nur so am Rande.
Die Fordaufkleber am Falcon waren während der Woche getrocknet, letzte Stellen habe ich noch bearbeitet (dort, wo noch Wasser zwischen Blech und Aufkleber verblieben war, klebte es natürlich nicht), und alles passt. Einmal in Flow, fanden noch drei Rennstreckensticker ihren Platz am vorderen linken Fender (klingt besser als Kotflügel, meine ich):
Okok, Zandvoort habe ich nur eine halbe Stunde lang geschafft, danach gab es ja die Probleme mit dem Getriebe, aber der ganze Aufwand der An- und Abreise rechtfertigt auf alle Fälle den Aufkleber am Falcon.
Damit der Wasserpegel im Fußraum bei nächster Regenfahrt zumindest hinnehmbar bleibt, war die Behandlung des Windlaufes oben unabdingbar. Mit abtupfbarer Dichtmasse (im Gegensatz zu Silikon ist das Ensemble auch wieder demontierbar) habe ich eine recht ansehnliche Dichtung hingezaubert:
Alternativ wäre der Verbau eines Dichtsatzes aus den U.S.A. möglich gewesen, jedoch habe ich dieses Mal Kosten und Aufwand dafür gescheut.
Als Nächstes steht am Falcon der Wechsel von Reifen, Getriebe- und Motoröl und eine allgemeine Verschraubungsinspektion an, die allerdings später stattfinden wird.
Den frisch lackierten Halter für die Bowdenzugschaltung am GT40 ist wieder verbaut, und ich gewinne nach mehreren Einstellversuchen den Eindruck, dass der Motor für die Feineinstellung laufen sollte, und ich Zeit, trockenes Wetter und fachkundige Hilfe an Bord haben sollte. Alles das konnte ich nicht vorweisen, also ist dieser Job erst einmal aufgeschoben, nicht aufgehoben.
Final habe ich mich dann noch ein wenig mit dem alten T10 beschäftigt, das ich zwar nicht fahren, aber vielleicht meistbietend verkaufen werde:
Tachoantrieb und Lager montiert, die Rollen für die Lagerung des vierten Ganges mit Assembly Goo eingesetzt, nahte auch schon wieder der unverdiente Feierabend.
Narren überall, aber ich bin vermutlich auch nicht besser, eventuell graduell anders. Der seit dem Sommer wartende GT40 hat heute nun endlich die Fertigstellung der Halterung für die Schaltbowdenzüge erhalten, original verschweisst und verzapft von Pallhuber und Söhne (zum Einhundertsten muss soviel Ehrerbietung nun mal sein).
Links das Neuteil, rechts die ursprüngliche Variante. Sieht anders aus, und wird auch wohl anders funktionieren. Hoffentlich besser 🤨.
Am GT40 gab es nicht mehr so viel zu tun, also habe ich mich dem Falcon zugewandt. Die Arbeit geht eben nicht aus.
Zunächst ist das Bodenblech unter der Pedallerie entfernt worden, hier stand Wasser wie im Fluss. Also habe ich ein Loch in die Bodengruppe gebohrt, und die potentiellen Hochwasserstellen mit Mike Sanders Dingsbumsfett abgesichert.
Dann stand wieder einmal schöner Wohnen und Fahren auf dem Programm: im Internet hatte ich oldfashioned Aufkleber erstanden, und die haben N und ich versucht, auf dem Falcon anzubringen. Versuch macht kluch:
Ob das alles so hält, verrate ich im nächsten log. Schließlich ist bald Weihnachtszeit, die Zeit der Überraschung.
Um das Thema „Üben“ wieder aus dem letzten log aufzugreifen, habe ich mich heute mit dem Falcon in Richtung Meppen aufgemacht, um meinen persönlichen traurigen Rundenrekord ein wenig zu pimpen.
Morgens war es zwar trocken, aber der Track rutschig als ob Regen gefallen sei. Zweimal habe ich mich nach der Start-Ziel-Geraden (wenn dies für Meppen überhaupt eine zutreffende Vokabel ist) gedreht, einmal mit Kiesbettkontakt, aber es ist alles gut gegangen.
Wie von Geisterhand gedreht, lief es nach der Mittagspause besser, mehr Grip, keine Dreher (das ist übrigens nicht mein singuläres Empfinden, andere Mitstreiter berichteten ebenfalls von der heilsamen Wirkung der einstündigen Fahrruhe ab 12:00). Siesta ist eben doch kein falsches Ding.
Hier noch ein Beweisfoto:
Ab 15:00 war Niederschlag vorhergesagt, also habe ich um 14:50 den Falcon auf dem Trailer verstaut. Eine weise Entscheidung, denn um 15:00 setzte Regen ein.
Die Rückfahrt kenne ich mittlerweile auswendig, war also ein sogenannter Klacks.
Soviel zum Saisonende 2023 😧.
Ab März 2024 geht es wieder los, dazwischen warten gewisse Restarbeiten an Käfer, Cobra, GT40 und Falcon. Wenn die Zeit dazu mal ausreicht …
Später mehr Zeitmanagement,
Udo
PS: meine Bestzeit konnte ich von 2022 ausgehend um zwei Sekunden auf 1:43 reduzieren. Wenn ich so weiter mache würde (Konjunktiv), dann wäre ich im Jahr 2073 bei drei Sekunden Rundenzeit. Lineare Algebra habe ich nie verstanden …