Wenn ich sehe, wie viele Entscheidungen gerade freiwillig oder mittels gerichtlicher Verfügung revidiert werden, stelle ich fest, dass ich da leider in schlechter Gesellschaft bin. Hatte ich im letzten build log noch großspurig angekündigt, dass die Türen im Rahmen meiner Möglichkeiten fertiggestellt sind, so war gestern klar, dass noch etwas nachzubessern war, und ich mich in die unrühmliche Schlange der Entscheidungsrevidierer einreihen muss.
Aber eines nach dem anderen: Gelernt habe ich in den vergangenen Basteljahren, dass es unabdingbar ist, Teile vor wirklicher Fertigstellung noch ein allerletztes Mal einzubauen und zu prüfen, bevor sie wirklich abgeschlossen sind. Also habe ich die Türen wieder angeschraubt, was natürlich nicht „plug & play“, sondern eher gemäß des Mottos „swear & pray“ verlief. Dabei konnte ich zwei überaus interessante Dinge feststellen:
- Der Spalt zwischen rechter Tür und Schneller verlief keilartig und nach hinten ansteigend
- Die Türen liessen sich nicht mehr schliessen
Da in diesem log die ganze Wahrheit heraus muss, und nichts verschwiegen wird, nachfolgendend also die Taten, die zu tun waren. Die rechte Tür war unten anzuspachteln, um den keilförmigen Spalt in einen Parallelen zu überführen, was im Rohbauzustand etwa so aussah:

Danach, jeder weiss es mittlerweile, kamen die üblichen Anpassungsarbeiten, und am Ende bot sich ein Spalt wie bei Toyota dar:

Vielleicht kann der Lackierer die Tür ja in eingebautem Zustand lackieren ;-))
Dass die Türen nicht mehr schlossen, war und ist eigentlich logisch, denn die door tongues und die zur Befestigung herangezogenen Schrauben haben ja nun auch eine zwar kleine, aber durchaus vorhandene Dicke, und die Tür kollidierte mit eben diesen Schrauben. Warum dieses Problem mit eingebautem Schloss nicht offenkundig wurde, bleibt eines der großen Geheimnisse dieses logs. Das folgende Bild zeigt, um wieviel die Türen zu groß waren …
… (Blick von oben auf die Tür, dort, wo die tongues die Tür niederhalten. Der schwarze Strich kennzeichnet die neue Solllinie), aber das Wegschleifen war eine Sache weniger Minuten. Überraschenderweise hat das keinerlei, oder besser, keine mir bis dato bekannten, Probleme bereit. Die kommen wahrscheinlich während der kommenden Wochen zutage.
Nachdem die Türen wieder funktionieren, konnte ich mich endlich wieder der Aluminiumblechverarbeitung hingeben. Abgebrochen war ich in der vergangenen Woche ja beim Schablonenbau für die vorderen Radkästen. Nach einigen Minuten der Einkehr und Analyse war klar, dass nicht nur in Längsrichtung etwas zu bauen ist, sondern auch, dass zwischen Radhaus und Tankdeckel freie Sicht herrscht. Das dürfte dazu führen, dass sich der Straßenschmutz durch die Öffnung des Tankdeckels ungehindert auf der Frontscheibe breit macht – eher unappetitlich.
Also habe ich aus Pappe Schablonen gebaut, die diesen Durchtritt dauerhaft unterbinden werden. Hier ein Foto etwa aus der Mitte der Bauphase:
Dabei kamen endlich auch wieder meine geliebten Clecos zum Einsatz, mit deren Hilfe verschobene Löcher beim Blindnieten der Vergangenheit angehören. Um es funktionstüchtig zu machen, war ein weiteres Blech erforderlich, das vor finaler Fixierung hier zu sehen ist:
Der zu erkennende wellige Abschlussbereich zum front clip, der später mit einer Dichtung versehen wird, kommt nicht daher zustande, dass ich nicht in der Lage bin, die elektrische Blechschere in einer geraden Linie zu führen, sondern ist vielmehr dadurch notwendig, dass der front clip innen eine lustige Verstärkung und eine ingesamt geschwungene Linienführung aufweist, die sich am Abdeckblech 1:1 wiederfindet. Jetzt fehlt nur noch ein Ablaufloch, aus dem das von oben hereinströmende Regenwasser nach unter aus dem Schwimmbad heraus kann. Mache in demnächst.
Am Ende des Tages galt es dann noch schnell, die Luftführungen, die ich ja unter Zuhilfenahme mit Bauschaum laminiert habe (Leser mit ausgezeichnetem Langzeitgedächtnis werden eine vage Erinnerung haben), noch mit Klebstoff an geeigneter Stelle anzubringen, also etwa so:

Da der Klebstoff am nächsten Wochenende bestimmt ausgehärtet ist, kann ich dann das Radhaus dort anlaminieren. Und dann geht es an das gleiche Thema auf der linken Seite, wie üblich in der Hälfte der Zeit, maximal, soviel ist mal sicher.
Später mehr,
Udo