Build log, 18.01.20

In den letzten Tagen war der Entschluss gereift, den Falcon vor der anstehenden Blechschweisserei zunächst zum Strahlen zu geben, da a) die manuelle Rostentfernung mühsam und vermutlich unvollständig ist und ich b) die Vermutung hege, dass nach der Lack- und Spachtelentfernung weiteres Ungemach zutage treten wird. Um „strahlbereit“ zu werden, mussten Fahrwerk und Antriebsstrang aus dem Falcon entfernt werden, und genau das stand heute an 🔧🛠⛓🧨.

Erfreulicherweise konnte ich auf fachkundige Hilfe zurückgreifen, und so war das Auto rasch auf der Bühne. Die Demontage der Hinterachse als Startpunkt gewählt, war das Fahrzeug nach Ausbau der hinteren Abgasanlage, Lösen der Blattfederaufnahmen und Entfernen der Antriebswelle um einige Kilogramm erleichtet:

Die Blattfedern hängen hier noch in der vorderen Aufnahme, aber auch die war rasch gelöst. Es lässt sich unbestritten feststellen, dass Hinterachse samt Blattfedern eher Schwergewichte sind und einen guten Beitrag zur gleichmäßigen Achslastverteilung leisten ⚖️.

Auf dem Weg dahin gab es wieder einige Merkmale improvisierter Fahrzeugreparatur zu erleben, zum Beispiel bei der hinteren Aufhängung des Auspuffs: diese war direkt mit Endrohr und Rahmen verschweisst, wodurch ein Auseinanderbauen nur mittels Trennscheibe möglich war (natürlich hätte ich auch sägen können):

Da gibt es vor dem Sandstrahlen jedenfalls noch einiges in Sachen Schönheitsreparaturen zu tun.

Gegen Nachmittag war der 289er Motor samt 1964er Toploader („prone to breakage“) ausgebaut und sachgemäß abgestellt:

Das Highlight dabei war zweifelsohne das Entfernen der Krümmer und der Kupplungsbetätigung, was mich stark an die Gedulds- und Geschicklichkeitsspiele erinnerte, die auf den Weihnachtsmärkten gerne angeboten und gekauft werden.

Hier noch ein Blick auf diverse Einzelteile:

Auch die Vorderachse ist mittlerweile und selbstredend ausgebaut. Wie der Falcon bei all den stark ramponierten Teilen gefahren sein mag, bleibt im Dunkeln. Klar ist hingegen, dass der oder die Vorbesitzer im Ersetzen verschlissener Teile sehr selektiv vorgegangen sind: der linke Stabilink ist quasi neu, der rechte mit größter Wahrscheinlichkeit hat die Zeit um Woodstock schon erlebt.

Nachdem nun alles vermeintlich Schwere des Falcon auf dem Boden lag, war ich der leider irrigen Annahme, dass das Bewegen der Karosserie nach dem Motto „4Mann4Ecken“ ein Leichtes sein müsste. Wie geschrieben, irrige Annahme, denn die Längsträger und andere Bodenteile sind vor allem aufgrund ihrer Blechdicke nicht durchgerostet.

Zum Glück stand noch der schon im GT40 genutzte Rollrahmen in einer der vielen Ecken herum, und der trägt nun den Falcon für die kommenden Wochen:

Um zirka einen Meter aufgebockt, wirkt das Auto noch größer als auf Rädern stehend – hier ein Vergleich:

Später mehr Blecharbeiten,

Udo

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