Fangen wir heute einmal am vergangenen Sonntag an – sozusagen zurück in die Zukunft. Es sollte ein sonniger Tag werden, der allerdings durch ein zirka fünfzehnminütiges Regenschauer getrübt war. Als Folge davon musste ich mehrere Stellen im GT40 detektieren, die demnächst einer zusätzlichen Abdichtung bedürfen. Mehr möchte ich an dieser Stelle nicht preisgeben.
Interessant ist der Höhenvergleich zum Fiat Cinquecento rechts im Bild.
Doch zurück zum Falcon. Es galt, das rechte rear quarter anzupassen. Erst einmal habe ich die aufgeschweissten Streifen am Originalradhaus entfernt, eine echte Schneider- und Schleiferei:
Irgendwann war das quarter dann fast einbaufähig, bis mir klar wurde, dass noch ein wenig zu tun ist, das ich demnächst verraten werden. Hier noch ein Gesamteindruck mit front fender und Tür rechts:
Obwohl es im letzten build log eventuell anders wahrzunehmen gewesen sein könnte, hielten die Arbeiten am linken rear quarter noch an. Diesen hässlichen Spalt galt es zu schliessen:
Nach dem Schweissen dann dieses Gesamtkunstwerk, das mit ein wenig Fachkenntnis vom Experten wie neu aussehen wird:
Das Malheur mit dem Schweller und dem Seitenteil ist auch gelöst:
Die Stufe zwischen quarter panel und Schweller ist so gewollt – demnächst kommt die Auflösung des Rätsels.
Im Anschluss habe ich mich mit dem frisch gelieferten rechten quarter panel beschäftigt.
Lessons learned war schon einmal das Aufschmelzen des Zinns über dem rechten Rücklicht. Anschliessend habe ich die Schweisspunkte aufgebohrt, so dass sich das rechte quarter panel zumindest an dieser Stelle harmonischer als auf der linken Seiten einfügen könnte (Konjunktiv).
Meine These, dass die linke Seite „copy and paste“ zur rechten Seite sein würde, erwies sich leider als Trugschluss. Es ist in Teilbereichen Neuland, aber das hält es unterhaltsam, positiv formuliert. Ich werde berichten.
Das rechte rear quarter ist geliefert worden, also war die Devise für das linke: fertig werden. In diesem Sinne habe ich mich zunächst mit dem Fahrzeugheck beschäftigt, wo es ja noch an einer gestuften Verbindung zwischen rear quarter und der Radhausverlängerung mangelte. Alles beginnt wie gewohnt und bewährt mit einer Pappschablone …
… die dann gegen ein Metallblech ausgetauscht und schweisstechnisch behandelt wurde:
Die Überlappungen sind mit Zink geflutet worden, so dass es der Korrosionsangriff zumindest nicht so ganz leicht hat.
Das Verschweissen mit der B-Säule ging flüssig von der Hand, und die Harmonie mit der Kunststofftür ist ganz überwältigend 😌.
Wo die Sonne scheint, gibt es bekanntermaßen auch einmal Schatten, heute in Form des Verschweissens der letzten Verbindungsfläche. Das rear header und der Schweller kollidierten, und es war mir unmöglich, eine „flush-Situation“ herbeizuführen 😬.
Also blieb mit nichts anderes übrig, als das Seitenblech über dem Schweller zu kürzen. Das ist nicht schön, es würde bei überkritischer Betrachtung eventuell sogar als Pfusch durchgehen, aber es mangelte an Alternativen.
Ganz sicher bin ich mir, dass mir dieses Ungemach auf der rechten Seite nicht widerfährt (dafür vermutliches anderes).
Nun also endlich suspense, ich muss der verehrten Leserschaft schliesslich etwas bieten 😇. Bevor das rear quarter eingesetzt werden konnte, mussten die Schweissflansche erst einmal gelocht und die Umgebung vom Lack entfernt werden, hier exemplarisch zu sehen:
Im Nachgang ist mir auch nicht erklärlich, warum ich damit Stunden zugebracht habe, kann allerdings sagen, dass mir nicht langweilig geworden ist. Wie auch immer, danach galt es, den Spalt zwischen Reparaturblech und Originalverblechung auf „Null“ zu bringen. Zu diesem Vorgaben eignen sich, wenn die Zugkraft von Clecos nicht mehr ausreicht, klassische M4-Schrauben:
Vor dem finalen Anbringen habe ich einem mehrwöchigem Impuls nachgegeben, und die seltsam dicke Metallansammlung über den Rücklichtern mit einem Brenner behandelt, um zu sehen, ob nicht auch hier wieder Zinn zum Einsatz gekommen wäre. Zum Glück hat der siebte Sinn funktioniert, und ich habe größere Mengen Zinn verflüssigt und per Schwerkraft auf den Boden verfrachtet:
Der ursprüngliche Spalt ist nun leider deutlich größer als geplant, und daher wird demnächst Improvisation notwendig werden.
Da ich das rear quarter beliebig oft an- und abgebaut habe, fand ich irgendwann eine to-do-Liste sinnstiftend:
Ob das mit meinem Alter zu tun hat, weiss ich nicht, ist aber bestenfalls ein Thema für lange Winterabende 🤬.
Schliesslich und endlich (oder: am Ende wird alles gut, aber dazwischen ist es oft anders) hier das halb eingeschweisste rear quarter:
Eine letzte Impression von der C-Säule, deren Schweissverbindung mit dem rear quarter leider unmöglich war und ist. In solchen Fällen hilft die Rückbesinnung auf aktuelle Innovationen aus dem Pkw-Bau: es wird ja fast alles geklebt! Das habe ich auf den Falcon transformiert, und eine MS-Ploymer Verklebung realisiert.
Bis zum nächsten Einsatz ist der Trocknungsprozess abgeschlossen, und niemand wird sehen, welches high-tech am Falcon verbaut ist 😏.
Es gibt im Mini-build log Grosses zu berichten, kurz und knapp: die neue Batterie läßt den V8 starten wie gemalt und gewollt. Also stand dem Fahrabenteuer nichts mehr im Weg, und auch die anti-rattle-clips an den Bremsscheiben sorgen für quasi-geräuschlosen Vortrieb, zumindest bremsenseitig.
Dann musste bloß noch das (hintere) Kennzeichen (Nummernschild 😬😬😬) montiert werden, um ein regelkonformes Auftreten im Strassenverkehr zu gewährleisten, voila:
Die Zahlen-Buchstabenkombination ist zwar inhaltlich sinnfrei, wirkt aber zumindest auf mich irgendwie ansprechend 🤘.
Es steht noch einiges weniges Kleines an, bis wirklich alles erledigt ist, was zu tun geboten ist, und ich denke, dass dieser Zustand zum Glück nie ganz aufhören wird: der Weg ist das Ziel, und das Ziel eben auch 🤓.
Heute war also der große Tag der Abholung des GT40, nur rund 70 km entfernt. Die Anreise war naturgegeben warm, allerdings dank Klimaanlage erträglich. In Dortmund angekommen drehte sich der Anlasser exakt um Null Grad, da die Batterie für acht (!) Monate nicht am Ladegerät hing. Solche Teile lassen sich für wenig Geld kaufen und nutzen, wenn man denn mitdenkt 🤔.
Wenn das nicht der Fall ist, muss dem Auto eben per Überbrückung Leben eingehaucht werden, was den Motor immerhin zum Laufen brachte. Leider kann ich rückblickend die ersten Kilometer mehr als Bocken denn als Fahren bezeichnen, da offenbar die Verteilung der elektrischen Leistung zwischen Kraftstoffpumpen zum einen und Steuergerät zum anderen zugunsten der Pumpen ausging. Nach der Hälfte der Fahrstrecke lief es immer besser und runder, und langsam kam bei 40+ Grad C im Fahrzeuginnenraum Fahrspass auf.
Den GT40 habe ich dann zu B in die Werkstatt gefahren, wo das Laden der Batterie für die kommenden Stunden andauert:
In der kommenden Woche ist auch noch der ein oder andere Tag zum Fahren, und einige Kinderkrankheiten werden erfahrungsgemäß Heilung benötigen …
Mit suspense hinsichtlich rear quarter muss ich die geneigte Leserschaft noch einmal vertrösten 🤦♂️, da aufgrund der heutigen Extremtemperaturen alles langsam und mit Vorsicht passieren musste – Gesundheit geht vor 🛠🩺. Trotzdem kann ich von bescheidenen Fortschritten berichten, da das Reparaturblech Radkasten hinten links schon einmal dort sitzt, wo es hingehört:
Jegliche Kritik an den Schweissnähten, die allsamt tadellos halten, aber optische eher 3+ sind, höre ich mir an, um sie dann zu ingnorieren 😉.
Um zu zeigen, mit welcher Akribie die Arbeiten vonstatten gegangen sind, hier zwei Fotos von den senkrechten Sicken, die ich mit dem Reparaturblech tadellöser nachgebildet habe:
Umformtechnik für Fortgeschrittene eben, aber Laien können das auch. Hier dann noch die linken Reparaturbleche in Gesamtansicht – über die Schweissnähte ist ja schon Klarheit hergestellt worden.
Die letzte Aktion des heutigen Höchstsommertages bestand im Anbringen der Bohrungen an der C-Säule, die dazu dienen werden, die Verschraubungen (!) mit dem rear quarter zu bilden.
Als diese fertig gebohrt waren, zeigte meine innere Uhr „Hitzefrei“ an – nicht verdient ist nicht verdient, aber sei es drum.
Eine bestmögliche (Opportunisten würden sagen: optimale) Vorbereitung ist beim Schweissen viel mehr als die halbe Miete, sondern fast mietfrei. Dieser Weisheit folgend, habe ich – neben der Abholung der GT40-Kennzeichen, die mehr als ein Kapitel füllen könnte, würde ich sie je erzählen – Vorbereitung praktiziert.
Am hinteren linken Seitenteil hatten die US-Vorbesitzer ein angerostetes Blech einfach mit einem weiteren abgedeckt und verschweisst. Das Original habe ich mit arächologischem Ehrgeiz freigelegt, hier zwei Zwischenstände:
Soviel kann ich schreiben: das historisch wertvolle Original konnte gerettet werden, solch eine Großtat. An gleicher Stelle habe ich die notwendigen Reparaturbleche ausgeschnitten und gebogen, und demnächst ist Fügezeit.
Genug von Seite rechts, vor allem, wenn es links ebenfalls Tolles zu sehen gibt: die Bohrungen für die Lochschweissungen habe ich auf den tadellos gereinigten Blechoberflächem angebracht, und so rückt das Anbringen der rear quarter unaufhaltsam näher und näher. That‘s real suspense, isn‘t it?