Nach dem Trackday am Donnerstag und drei Tagen mit Qualifying und Rennen fühlte sich das Fahrerlager schon fast wie Zuhause an, fast.
Auf alle Fälle war der Ring gut besucht, sowohl von Fahrern und Teams als auch von Besuchern:
Ich selbst bin ebenfalls nicht völlig erfolglos geblieben:
Der Ehrlichkeit halber muss ich zugeben, dass auf den beiden eingefahrenen Pokalen zweimal die Inschrift „Dritter Platz“ prangt, aber immerhin waren auch vier Fahrzeuge am Start 🤫🤫🤫🤫.
Die Siegerehrungen gab es auch, wobei hier der Sieger abwesend blieb:
Als Nächstes wird das frisch bestellte Sperrdifferential eingebaut, so dass ich demnächst zügiger aus den Kurven heraus beschleunigen kann. Aktuell dreht eines der Hinterräder beim Beschleunigen durch, in jeder Hinsicht unerwünscht. Das bringt bestimmt eine, vielleicht zwei Sekunden 😬. Mühsam ist der Weg der Erkenntnis.
Das Coaching mit A am NBR trackday hat mir neue Perspektiven zum Autofahren vermittelt. Kurven werden jetzt anders gefahren, hoffentlich schneller, nach drei Stunden im Kreis fahren.
Einmal hatte ich es etwas übertrieben, und es ging nach Dreher nahtlos ins Kiesbett. Der hintere Stossfänger hat ein wenig gelitten:
Zuvor in der ersten Runde hat mit ein ungehobelter Porsche Steine entgegengeschleudert:
Sch….., das.
Morgen zum Qualifying wende ich das Gelernte einfach an, und ab geht die Post.
Später mehr Theorie,
Udo
PS: bin ich froh, dass ich den Elan verkauft habe:
Also nun zum Handlungsdruck: alles hat gut geklappt, aus heutiger Sicht jedenfalls.
J hatte mir in selbstloser Manier seine DRP Hub Bearing Spacer überlassen, die die beiden Kegelrollenlager an der Vorderachse links und rechts gegeneinander verspannen, und die das lästige Lösen des Verbundes samt Verlust der Bremsleistung vorne (besonders ärgerlich) verhindern sollen (und hoffentlich werden):
Dazu waren die jeweiligen Lager zu entfetten, und das Spiel durch Verlängern beziehungsweise Verkürzen der Spacer einzustellen:
Wiederum kamen Iterationen (volkstümlich try and error) zur Anwendung, solange, bis das Lagerspiel erfolgversprechend eingestellt war.
Eben noch die Bremsen entlüftet, Dunlops aufgezogen, den Falcon grundgereinigt, Beifahrergurte und -sitz eingebaut, sowie die Werkstattkisten gepackt, kann es am Mittwoch zum NBR losgehen.
Falcons und Mustangs haben Bremsenprobleme, so die Definition, die offenbar stimmt. In meinem Fall gilt dies bezogen auf die Hinterachse, immer noch. In Zolder habe ich einen Satz Bremsschuhe verschlissen – dafür brauchen die Experten eine ganze Saison 🤔.
Also haben wir (B und ich) entschieden, alles auszubauen, was keine Miete bezahlt und als Störquelle dienen könnte. Zunächst dieses MP brakes Wunderventil …
… ersetzt durch ein 3/8“ T-Stück, straightforward:
Und da wir beim Weglassen von Unnötigem gerade im Flow waren, fand auch die Handbremse ein trockenes Plätzchen in der Werkzeugkiste. Hier der neue Setup:
Final habe ich dann noch den Zolderaufkleber angebracht, Ehre, wem sie nicht gebührt:
In zwei Wochen ist OGP, und es gibt noch Restarbeiten, für die kommende Woche.
Irrtümlich hatte ich im letzten log geschrieben, dass die Bremsen hinten nur zwei Rennen gehalten hätten. Das war inkorrekt:
Als Folge davon sind die Bremstrommeln nun auch desolat, und mussten ausgetauscht werden.
Ursächlich hängt dies offenbar mit zu hoher Bremsleistung an der Hinterachse zusammen. Um diese reduzieren zu können, gibt es Proportional Valves, hier schon mit Aluminiumhalter:
Das bunte Sammelsurium aus M10 und 3/8“ samt zugehöriger Leitungen und Abschlüssen habe ich mit Hilfe Dritter (N, B) irgendwie zusammengebaut, die Bremsschuhe und -trommeln der Hinterachse getauscht und alles wieder zusammengefügt:
Nun kann die Bremsleistung an der Hinterachse eingestellt werden, und deren Verschleiß mit den Bremsen der Vorderachse abgestimmt werden, im Motorraum. Somit, und falls alles funktioniert, gibt es am kommenden Wochenende Rennen. Wenn nicht, gibt es Frustrationen.
Der Accel-Zündverteiler war am Montag noch montiert worden, so dass ich das Leihgerät samt der vorderen Konis (die erhalten einen Umbau, so dass sie in den Falcon passen werden) zu J senden konnte. Da die Anschlüsse für die Zündkabel nun aber nicht mehr male, sondern female sind, musste der Kabelsalat umgebaut werden. Vorkonfektionierte Kabelsätze habe ich trotz Investigation im www nicht finden können, also fiel die Entscheidung auf einen Universalsatz, ebenfalls von Accel, der naturgegebenermaßen noch zündverteilersteckerseitig montiert werden musste.
Begonnen habe ich auf der rechten Motorseite, also bei Zylindern eins bis vier. Die Zugänglichkeit zum den Kerzensteckern war akzeptabel, und so konnte ich Kabel für Kabel anpassen:
Hier ein Blick auf das benötigte Equipment:
Auf der linken Motorenseite ist die Zugänglichkeit der Kerzenstecker anders, und zwar dergestalt, dass mir eine De- und Montage nur von unten möglich war. Also lautete die Devise „alle Kabel anschließen und Crimpen am Fahrzeug“, nicht rückenschonend und nicht bequem, aber notwendig:
Als die Arbeiten abgeschlossen waren, reichte es noch für die Anbringung des neuen FHR-Scheibenaufklebers:
Das Rennwochenende in Zolder startet am übernächsten Samstag, am Nächsten heißt es dann noch „Zündung einstellen“ und „Bremsbacken austauschen“ (die Dinger haben nur zwei Wochenenden überstanden).
Wie heißt es doch: der Arbeitsfortschritt wächst reziprok proportional mit der verbleibenden Restzeit. Wir wahr.
Ganz rasch vor den Fussballspiel: heute habe ich erstmals versucht, das Ventilspiel beim Falconmotor einzustellen, und G hat sich ob des Zeitaufwandes sehr beherrscht. Am Ende war alles gut einge- oder verstellt, wer weiß:
Und dann müssen B und ich, oder nur B, am Montag den Accel Zündverteiler einbauen, damit ich den Ersatzverteiler zu J zurücksenden kann:
Schließlich hatte sich wegen meines ungestümen Fahrstils (oder wegen der unsachgemäßen Anbringung) die Chromleiste über der Windschutzscheibe gelöst, hier:
Mit Blechschrauben fixiert, ist das zwar nicht Concourse de Elegance, aber zweckdienlich:
Wo fange ich an, und wo soll ich aufhören? Es gibt viel zu berichten, also am besten fange ich vorne an.
Die Ankunft in Zandvoort am Donnerstag kurz vor Mitternacht zog eine kurze Nacht nach sich, da Freitag ab 6:30 Abladen, Dokumentenkontrolle und Fahrzeugabnahme befohlen war, in ebendieser Reihenfolge. Alles verlief wie gewünscht, und so konnte ich bei J im Zelt Unterschlupf finden:
Das freitägliche Qualifying fand im Dauerregen statt, der zur Mittagszeit einsetzte, und entsprechend drittklassig war mein Ergebnis – hinter mir nur die mit Defekt Ausgeschiedenen.
Beim anschließenden Plausch mit den anderen Falconpiloten wurde ich Gewahr, dass unter 400PS niemand am Start war, was allerdings mit meiner Platzierung keinen kausalen Zusammenhang hat.
Am Samstag klarte das Wetter auf, so dass morgens noch Zeit für einen Stadt- und Strandbummel blieb, bis es dann zum Vorstart ging:
Das erste Rennen am Samstag lief viel besser, vom Umstand abgesehen, dass der Motor ab 5.000 rpm deutliche Fehlzündungen fabrizierte, die mich zu verhaltener Fahrweise anhielten:
Ich bin im Bild links zu erkennen, und versuche, nicht überholt zu werden. Dafür ist die Größe des Falcons natürlich sehr zweckdienlich 😉.
Abends dann war klar, …
… das am Sonntag früh eine Reparaturmassnahme anstand. Gewolltermaßen hatte J einen neuen Verteiler dabei, den wir samt Kondensator und Zündspule eingebaut und eingestellt haben. Auf dem Weg dorthin galt es einige Hürden zu meistern, unter anderem dadurch bedingt, dass die neue Spule etwas größer als die alte war und ist, und dadurch Arbeiten mit der Flex erledigt werden mussten:
Dann war da noch das vordere rechte Radlager, dass sich schon wieder gelöst hatte (trotz Splint und guter Worte), und die vordere rechte Fahrwerksfeder, die sich beim Ablassen oben im Federdom verkeilt hatte. Behoben war das ganze Ungemach derart, dass ich mich im Anschluss gleich umziehen und zum Vorstart Nummer zwei trödeln konnte. Punktlandung sozusagen.
Meine Zeit konnte ich mit voller Drehzahl und samtweichem Motorlauf nochmals verbessern, und lag acht Sekunden oder sechs Prozent hinter den anderen Falcons. Für mich als untermotorisiertem Rookie finde ich das hinnehmbar.
Fazit: Nette und hilfsbereite Fahrer, tolle Atmosphäre, superschöne Strecke und brilliantes Wetter. Ich glaube, dass das nach Wiederholung ausschaut.
Die letzten Vorbereitungsarbeiten für den nächsten Einsatz in Zandvoort galt es noch zu erledigen. Dazu zählte die Montage der Luftführung zur Kühlung des Hauptbremszylinders, hier im Bild gut zu erkennen:
Ob das erlaubt ist, weiß ich nicht genau, gehe aber natürlich davon aus.
Neben einigen optischen Aufwertungen am Fahrzeug …
… musste ich während des Entfernens der hässlichen schwarzen Markierungen, die der Reifenabrieb auf dem Fahrzeug hinterlässt, erkennen, dass sich die hintere untere Befestigung beider Front Fender im Schweller gelöst hatten, und nicht mehr wirklich verschraubbar waren.
Also habe ich ein wenig in der Aluminiumrestekiste gestöbert, bin dabei auf zwei Millimeter dicke Blechstreifen gestoßen, und habe diese verarbeitet:
Das mag nun nicht unbedingt den höchsten optischen Ansprüchen genügen, folgt aber dem Motto „formfollowsfunction“, was ja immerhin Etwas ist. Den Reifenabrieb habe ich offensichtlich auch nur unvollständig entfernt 😟.
Erfreulicherweise kam gegen Nachmittag noch M mit den frisch angekleideten Vorderrädern vorbei, die wir flugs an dem auf dem Trailer stehenden Falcon (welch ein Satzbau 😬) montiert haben.
So richtig viel ist dieses Mal nicht zu berichten. Gegen die Mittagszeit bekam ich Besuch von G und R, da sich G die aktuelle Motor- bzw. Zündungseinstellung ansehen wollte. Das Voreingestellte passte, aber R bemerkte, dass die hinteren Drosselklappen bei full throttle nicht vollständig geöffnet sind, bzw. nach Demontage und Adjustage des Vergasers, waren. Flugs war das Problem abgestellt. Ob dadurch das eine oder andere PS noch aktiviert werden kann, ist zwar fraglich, aber die Aktion dürfte auch nicht schadhaft gewesen sein.
Nach Abreise der beiden stand eine weitere Optimierung an, nämlich die Kühlung des Hauptbremszylinders. Zum einen habe ich eine weitere Hitzeschutzmatte um die Krümmer montiert, also in Richtung Fahrtrichtung. Und dann ein Loch in den Vorderwagen eingebracht, hinter das die Aluminiumluftführung später befestigt werden wird:
Das zweite Foto zeigt die spätere Luftführung, die hoffentlich neben ansprechender Optik auch Kühlleistung bietet. Danach rasch alles wieder auf Fahrbereitschaft zurückgebaut …
… ist die ganze Aktion für Ungeübte von außen kaum erahnbar.
Die Restarbeiten folgen in den nächsten Tagen, und dann steht einem gelungenen Auftritt bei unseren westlichen Nachbarn nichts mehr im Wege.