Bring & build log, 09.08.20

Heute war also der große Tag der Abholung des GT40, nur rund 70 km entfernt. Die Anreise war naturgegeben warm, allerdings dank Klimaanlage erträglich. In Dortmund angekommen drehte sich der Anlasser exakt um Null Grad, da die Batterie für acht (!) Monate nicht am Ladegerät hing. Solche Teile lassen sich für wenig Geld kaufen und nutzen, wenn man denn mitdenkt 🤔.

Wenn das nicht der Fall ist, muss dem Auto eben per Überbrückung Leben eingehaucht werden, was den Motor immerhin zum Laufen brachte. Leider kann ich rückblickend die ersten Kilometer mehr als Bocken denn als Fahren bezeichnen, da offenbar die Verteilung der elektrischen Leistung zwischen Kraftstoffpumpen zum einen und Steuergerät zum anderen zugunsten der Pumpen ausging. Nach der Hälfte der Fahrstrecke lief es immer besser und runder, und langsam kam bei 40+ Grad C im Fahrzeuginnenraum Fahrspass auf.

Den GT40 habe ich dann zu B in die Werkstatt gefahren, wo das Laden der Batterie für die kommenden Stunden andauert:

In der kommenden Woche ist auch noch der ein oder andere Tag zum Fahren, und einige Kinderkrankheiten werden erfahrungsgemäß Heilung benötigen …

Später mehr,

Udo

Build log, 08.08.20

Mit suspense hinsichtlich rear quarter muss ich die geneigte Leserschaft noch einmal vertrösten 🤦‍♂️, da aufgrund der heutigen Extremtemperaturen alles langsam und mit Vorsicht passieren musste – Gesundheit geht vor 🛠🩺. Trotzdem kann ich von bescheidenen Fortschritten berichten, da das Reparaturblech Radkasten hinten links schon einmal dort sitzt, wo es hingehört:

Jegliche Kritik an den Schweissnähten, die allsamt tadellos halten, aber optische eher 3+ sind, höre ich mir an, um sie dann zu ingnorieren 😉.

Um zu zeigen, mit welcher Akribie die Arbeiten vonstatten gegangen sind, hier zwei Fotos von den senkrechten Sicken, die ich mit dem Reparaturblech tadellöser nachgebildet habe:

Umformtechnik für Fortgeschrittene eben, aber Laien können das auch. Hier dann noch die linken Reparaturbleche in Gesamtansicht – über die Schweissnähte ist ja schon Klarheit hergestellt worden.

Die letzte Aktion des heutigen Höchstsommertages bestand im Anbringen der Bohrungen an der C-Säule, die dazu dienen werden, die Verschraubungen (!) mit dem rear quarter zu bilden.

Als diese fertig gebohrt waren, zeigte meine innere Uhr „Hitzefrei“ an – nicht verdient ist nicht verdient, aber sei es drum.

Später mehr Kühles,

Udo

Build log, 07.08.20

Eine bestmögliche (Opportunisten würden sagen: optimale) Vorbereitung ist beim Schweissen viel mehr als die halbe Miete, sondern fast mietfrei. Dieser Weisheit folgend, habe ich – neben der Abholung der GT40-Kennzeichen, die mehr als ein Kapitel füllen könnte, würde ich sie je erzählen – Vorbereitung praktiziert.

Am hinteren linken Seitenteil hatten die US-Vorbesitzer ein angerostetes Blech einfach mit einem weiteren abgedeckt und verschweisst. Das Original habe ich mit arächologischem Ehrgeiz freigelegt, hier zwei Zwischenstände:

Soviel kann ich schreiben: das historisch wertvolle Original konnte gerettet werden, solch eine Großtat. An gleicher Stelle habe ich die notwendigen Reparaturbleche ausgeschnitten und gebogen, und demnächst ist Fügezeit.

Genug von Seite rechts, vor allem, wenn es links ebenfalls Tolles zu sehen gibt: die Bohrungen für die Lochschweissungen habe ich auf den tadellos gereinigten Blechoberflächem angebracht, und so rückt das Anbringen der rear quarter unaufhaltsam näher und näher. That‘s real suspense, isn‘t it?

More to follow,

Udo

Build log, 01.08.20

Flex, Schweisspunktbohrer, Hammer und Stecheisen waren heute die beherrschenden Arbeitsmittel, da weitere Aufräumarbeiten am hinteren rechten Blech (einfacher: RH rear quarter) anstanden.

Auf der rechten Seite sind die Flansche zwischen Seitenteil und Heckabschlussblech noch intakt, also habe mit dem Schweisspunktbohrer die Flansche voneinander getrennt, hier ein Beispiel eines erfolgreichen Arbeitsergebnisses:

Der untere Teil des Heckabschlussteils war ebenfalls schon leicht in die Jahre gekommen, und hatte eine signifikante Blechdickenabnahme (Leichtbau hin oder her, aber zuwenig ist nicht genug) zur Folge:

Die untere Kante werde ich auf der gezeigten rechten Seite demnächst entfernen und gegen ein 1a Reparaturblech ersetzen (zu der linken Seite komme ich in wenigen Sekunden).

Um nun die rechte Seite annähernd fertig zu stellen (immerhin ist das RH Reparaturblech noch im Transit), habe ich die Reste der C-Säulenanbindung mit dem Seitenteil entfernt (wir erkennen die Situation von der linken Seite spielend / spiegelnd wieder):

Damit aber nicht genug: per Autogenbrenner konnte ich das Zinn auf der rechten Seite hinten ebenfalls aufschmelzen und weitestgehend entsorgen (das Zeug ist deutlich schwerer als Spachtelmasse), und kann die Stahlbleche demnächst mit den Reparaturblechen fügen.

Vom Hinterwagen ist derzeit nicht mehr soooo viel übrig, aber das sieht bald wieder ganz anders aus:

Vor dem Einschweissen der rear quarters habe ich dann noch Pappschablonen für die hinteren unteren Seitenteilbleche innen ausgeschnitten, um diese dann später auf Stahlblech zu übertragen:

Da die linke Seite übermässig stark ramponiert ist, muss ein weiteres anspruchsvolles Winkelblech gebaut werden:

Das sind alles schöne Aufgaben für die kommende Woche, und schliesslich ist Vorfreude die schönste Art der Abkehr von Frustration.

Später mehr Erfreuliches,

Udo

Build log, 31.07.20

Die Arbeiten am linken hinteren Seitenteil habe ich heute, wie in Aussicht gestellt, fortgeführt. Hier die frisch verschweisste Regenrinne, die ich fälschlicherweise in der letzten Woche durchtrennt hatte:

Weiter ging es mit der Entfernung des Restbleches an der C- (oder B-?) Säule, die Ford vor 56 Jahren in unergründlicher Art und Weise mit dem Seitenteil per Widerstandspunktscheissen verbunden hat. Wenn ich mehr Zeit habe, werde ich ergründen, wie das ging. Die mittels Schweisspunktbohrer vorbehandelten Verbindungspunkte …

… habe ich dann vollends aufgebohrt und das überschüssige Blech entfernt. Die erste Anpassung des Seitenteils sieht gut aus, aber bis zur endgültigen Version habe ich das Blech unzählige Male hin und her getragen, und noch ist kein Ende in Sicht, aber in Erahnung, immerhin.

Zur Einpassung war die Erstellung eines rechtwinkeligen Ausschnittes an der C-Säule (!) notwendig. Dazu hatte ich die Trennscheibe verwendet, und als Reaktion auf die Wärmeentwicklung im Material war eine unruhige Blasenbildung zu erkennen …

… die auf exzessive Verwendung von Zinn schliessen ließ. Nach Erwärmung mit der Flamme fielen dann mehrere Zinnbrocken Richtung Erde …

… und nach weiterer Erwärmung ergab sich dann dieses Detail:

Die wellenförmige Ausprägung im Bild links ist aufgeschmolzenes Zinn der Dicke zwischen 3 und 5 (🤔!) Millimeter. Da frage ich N mal, wie es mit der Motivation für weitere Zinnarbeiten ausschaut.

Nachdem die linke Seite vorfertiggestellt war, habe ich mich mit dem Entfernen des rechten hinteren Radhauses beschäftigt. Das hatte ich ja erst jüngst vermeintlich fertiggestellt, und jetzt wieder eingerissen:

Hier noch die B- (!) Säule rechts nach Entfernen der Schweisspunkte mit dem Seitenteil:

Es stehen auf der rechten Seite noch einige wenige, unzählige Arbeiten an, bis das rechte Seitenteil, das übrigens noch auf dem Weg zu mir ist, eingepasst werden kann. In der Zwischenzeit gibt es aber noch anderes zu tun, ich werde darüber berichten.

Später mehr Berichte,

Udo

Build log, 26.07.20

Bevor die Blecharbeiten am linken Heckblech starten konnten, habe ich noch rasch (?) die Abdichtung der frisch lackierten, aber dank 2K-Rezeptur längst trockenen Reparaturbleche vorgenommen. Hier einige Impressionen (erkennbar ist, dass ich aus unbekannten Gründen schwarze Dichtmasse erstanden habe, die sauberes Arbeiten erfordert, da alle Reste auf dem Blech gleich unappetitlich aussehen (und das Auge liest ja schliesslich auch mit 🤨):

Nach Abschluss dieser an Sanitärarbeiten erinnernden Aufgabe habe ich dann beherzt zu Flex und Trennscheibe gegriffen, um das Dynacorn rear quarter einzupassen, hier ein Blick auf die Rückseite:

Der aktuelle Zustand …

… hat sich dann nach und nach entwickelt:

Im Bereich des Kofferraumes ist das Blech mit einer Wasserrinne verbunden, die ich in meinem jugendlichen Tatendrang durchgetrennt, aber auch gleich wieder verschweisst habe (es ist wie beim Möbelaufbau von Produkten aus Schweden: besser einmal zuviel als zuwenig überlegt 😬). Der Blick auf die Rinne von oben ist hier zu sehen:

Im übrigen hat die Regenrinne standesgemäß auch ein Ablaufloch, dass das Wasser zielgerichtet in den Hohlraum hinter die Hinterräder leitet, so dass es dort stets heimelig feucht ist. Im rechten Bilddrittel ist der versehentliche Trennschnitt zu sehen, provisorisch geheilt. Das Aufbohren von Schweisspunkten geht mittlerweile flüssig von der Hand, und gehorcht einem simplen Prinzip: Aufhören, wenn der Rost aus der Trennstelle zutage tritt 😉.

Hier noch ein künstlerisch anspruchvolles Stilleben mit hinterer Leuchtenbefestigung:

Die halbe B-Säulenbefestigung konnte ich noch lösen …

… bevor sich der Arbeitstag dem Ende zuneigte.

Demnächst muss ich dann noch die C-Säule freischneiden, alles entrosten, und ein paar Einschweissbleche für die ramponierte hintere linke Fahrzeugecke bauen und einbauen.

Später mehr Routinearbeiten,

Udo

Build log, 24.07.20

Heute stand das Grundieren der Einschweissbleche auf dem Programm, bevor die guten Stücke wieder korrodieren, und die ganze Arbeit umsonst gewesen wäre.

Also habe ich mich auf die finale Inspektionstour begeben, um eventuelle Schweissrestarbeiten aufzuspüren, die naturgemäß vor dem Grundieren abzuschliessen wären. Gefunden habe ich eine Menge, beispielsweise das Batteriehalterblech im Motorraum, das rückseitig noch nicht verbunden war:

Dann habe ich noch einen Riss in der Stirnwand gefunden …

… und ungezählte andere Stellen, die noch eine Kleinigkeit Nachschweissen benötigten. Irgendwann war das dann alles erledigt (zumindest was das Gefundene betrifft), und ich konnte mit dem 2K-Grundierfüller (?) beginnen. Zunächst habe ich die Stöße mit einem Pinsel und Füller bearbeitet, damit möglichst viel Grundierung zwischen die Bleche fliessen (oder schieben) konnte:

Auf speziellen Wunsch R‘s erfolgte die Bearbeitung der größeren Flächen per Rolle:

Die farbliche Abstimmung der verschiedenen Oberflächenprodukte lässt ästhetisch etwas zu wünschen übrig, aber schliesslich geht es hier um die Sache, und nach dem Lackieren sieht sowieso alles gleich aus (hoffe ich).

Hier noch zwei Impressionen von der Regenrinne und dem Batterieblech:

Not too bad, wie man auf der britischen Insel sagen würde.

Morgen geht es an das LH quarter panel, das wird ein Spaß (vermutlich).

Später mehr panels,

Udo

Build log, 18.07.20

Die Fertigstellung des linken hinteren Bodens war schweisstechnisch eher Routine, und das Verschleifen der Schweisspunkte auch:

Demnächst wird alles gereinigt, grundiert, die Stöße mit Polymerdichtmasse überlackierbar abgedichtet, und fertig ist die Laube.

Das letzte verbleibende Fehlblech im Innenraum war die vordere Tunnelabdeckung, von einem der Voreigner ohne erkennbaren Sinn (und Verstand?) entfernt. Das Einschweissblech hatte ich ja schon in der Vergangenheit gebogen und gestreckt, aber mit meinem neu erworbenem Wissen um Spaltmaße beim Schweissen hat die Anpassung sich ein wenig in die Länge gezogen. Nicht zu vergessen ist auch der Zeitaufwand, um die Löcher zum Verschweissen einzubringen, und um die Grundierung im Schweissbereich zu entfernen (soviel sei zur Erklärung meiner schneckengeschwindigkeitsähnlichen Leistung am heutigen Tag gesagt bzw. geschrieben). Ein Zwischenstand der Anpassungsarbeiten, bei denen ich wertvolle Gewichtseinheiten durch Entfernen sparen konnte, zeigt dieses Bild:

Angepasst im Fahrzeug dann dieses Bild, mit Clecos:

Während des Anpassens fiel mir dann dieser Riss im Tunnel wieder ein, den ich, durch jahrelanges Training perfektioniert, schon fast vergessen hätte, ihn nun aber schweisstechnisch verschlossen habe:

Zurück zur Abdeckung, die ich erst von der Unterseite, dann von oben verschweisst habe:

Das sieht für den ungeübten Leser eventuell ein wenig grob aus, aber nach der Farbgebung wird sich meine Arbeit als zielführend, hin- und ausreichend herausstellen (meine ich zumindest).

Hier noch die Gemengelage mit Getriebeabdeckung aus GfK:

Nahezu zum verdienten Arbeitsende kam B daher, den ich um Rat und Tat bei der Anbringung des linken hinteren Seitenteiles gebeten hatte. Welche Konsequenzen aus dieser Veranstaltung hervorgehen werden, berichte ich, nachdem ich aus dem tiefen Fall wieder an die Oberfläche gekrabbelt bin.

Später mehr (Motivation),

Udo

Build log, 17.07.20

Es stand die Fertigstellung des rechten hinteren Bodens an, abgeliefert:

Was die verehrte Leserschaft nicht sieht, sind die unzähligen Heftpunkte, die ich, auf dem Boden sitzend, auf der Unterseite angebracht habe. Über-Kopf-Schweissen, ein (Alb-)Traum.

Egal, mit Fertigstellung der rechten Seite war die Behandlung der linken viiiiel schneller erledigt (gefühlt, zeitlich war das eher identisch). Nach Anpassen der Spaltmaße und meheren Modifikationen des Bleches samt Clecos war dann Schweissbereitschft zu vermelden:

Nach einiger Zeit sah das Arbeitsergebnis bei Abbruch wie folgt aus:

Ich finde, dass das für jemanden wie mich, der seine Arbeitstage am Schreibtisch verbringt, hinnehmbar aussieht.

Später (muss bloß noch der Rest verschweisst werden) mehr,

Udo