Build log, 12.06.21

Bevor die Geschichte des leckenden Ausgleichsbehälters weiter geschrieben werden wird, möchte ich zunächst noch auf meine heutige Exkursion in die Welt der Elektrik verweisen. Dieses mir fremde Metier galt es zu betreten, da die Plusleitungen der Batterie noch einen Schutz durch Leerrohre erfahren sollten. Dazu musste ich sämtliche betroffene Kabel von der Batterie trennen, und ummanteln, und anschliessend wieder montieren, und fertig:

Der Behälter für das Wischwaschasser war durch die ordnungsgemäße Verlegung der Kabel ein Stück zu versetzen, kleine Fische 🐟🐟🐟.

Zuvor habe ich übrigens meine erste Regenfahrt absolviert, es ging besser als erwartet:

Nun galt es noch, den Kühlwasserausgleichsbehälter (that‘s German) dicht zu bekommen. Die Detektierung der (zwei) Löcher gelang dank N‘s sagenhafter Prüfmaschine recht schnell:

Nach eingehender Inspektion des Behälters wurde klar, dass quasi alle Schweissnähte eine latente Tendenz zur Leckage in sich trugen. B hatte einen Kontakt nahebei, der des Schweissens von Aluminiumblech kundig war und ist, und den wir aufgesucht haben. Die übereinstimmende Meinung aller Anwesenden war, dass alle Schweissnähte einer Überarbeitung bedurften, und so geschah es denn auch:

Das ist nach erneuter Dichtigkeitsprüfung rissfrei, und sieht nach ehrlichem craftmanship aus.

Die Montage des Ausgleichsbehälters hat mir übrigens sehr, sehr viel Geduld abverlangt, ebenso wie dessen Demontage.

Später mehr Geduldsspiele,

Udo

P.S.: nachliefern kann ich noch Fotos vom Falcon, die R heute gesendet hat:

Wie ich dort etwas anschrauben oder montieren soll, ohne die Oberfläche zu beschädigen, überlege ich mir in den kommenden Tagen 🤔

Build log (short), 11.06.21

Es wird kurz, aber schmerzlos. Nachdem ich den Sonntag letzter Woche damit verbracht habe (unter anderem), einen Ersatzsensor für den im GT40 verbauten Holley 226R66 B in den unendlichen Weiten des sogenannten Internets zu finden (für uns alle ja noch ein neues Medium, wie Kanzlerin Merkel meint), hatte ich durch detektivisches Gespür herausgefunden, dass das derzeit marktübliche Produkt von Bosch (German made 💪) stammt, und habe dieses heimatliche Teil bei Summit Racing unter der Nummer Bosch 554-101 in Ohio, U.S.A., bestellt (🤔). Geliefert wurde dann dieses offensichtlich nicht von Bosch (oder doch) hergestellte Teil (aus Ohio in die Provinz NRW‘s innerhalb von drei (!) Tagen):

Es trägt exakt die Holley-Teilenummer, die es eigentlich nicht gibt. Mystery.

Der im Fehlbetrieb des GT40 gelaufene Sensor weist leicht Verrußung auf, vielleicht doch gut, ihn ausgetauscht zu haben (meinte B jedenfalls, der das Projekt heute überwacht hat):

Eine Probefahrt ergab, dass der GT40 wieder fährt, wie er soll. Als Ausgleich leckt nun der Wasserausgleichsbehälter. Irgend was ist immer.

Später mehr Gewolltes und Gesolltes,

Udo

Build log, 05.06.21

Die euphorisch positive Meldung der gelungenen Probefahrt mit dem GT40 erfuhr am vergangenem Sonntag eine jähe Wendung, da sich die „Gasannahme“ nach wenigen Kilometern als fehlerhaft erwies. Mit letzter Kraft und im ersten Gang habe ich es dann noch bis zur Garage geschafft, und den Sonntag halbfrustiert beendet.

Mit tatkräftiger Wirkung B‘s sind sämtliche offensichtliche Störstellen analysiert, die für die deutlich zu fette Gemischaufbereitung verantwortlich sein könnten (Zündspule, Zündverteiler, Holley Steuergerät, Batterie, Lambdasonde, diverse Sensoren) und für i.O. befunden worden. Der Anruf beim Motorenbauer in Bremen ergab, dass es sich um ein offenbar landläufiges Problem handelt, da „das System“ in eine Art Spirale des fetter werdenden Gemisches enden könnte, und konnte. Die Lösung lag in einem Neustart des Lernkennfeldes, unter Zuhilfenahme von PC und Software.

Meine Aufgabe in diesem Zusammenhang bestand im Wesentlichen darin, den Motor zu starten und unterschiedliche Gaspedalstellungen zu realisieren. Ohne Trennwand sitzend im Fahrzeug ein etwas befremdlicher Anblick (mein Hemd ist links im Bild erkennbar) …

…, aber alles ist gut gegangen. Morgen gehe ich auf Jagd nach einer passenden Lambdasonde, die eventuell Schaden genommen hat, und dann geht das Anlernen der Steuerung von vorne los.

Genug GT40 für heute, aber auch am Falcon ging es quasi parallel voran. R hat einige Fotos der Lackierarbeiten gesendet, es sieht schon fast fertig aus:

Mein Teil der Falcon-Arbeiten bestand in der Beschäftigung mit der Kardanwelle. Das Kreuzgelenk am Differential liess sich weder mit guten Worten noch härteren Traktierungen zur Demontage bewegen, und daher habe ich zur Trennscheibe gegriffen, und das Kreuzgelenk zerstörend demontiert.

Es gibt natürlich unzählige Varianten der benötigten Gelenke, aber eine passt erfreulicherweise genau:

Vorne im Bild sind die U-förmigen Klammern erkennbar, die zur Befestigung des Gelenkes am Differential dienen …

… und hier die gleichen Teile nach erfolgter Reinigung:

Sieht aus wie neu, und wird nochmals verbaut werden.

Schliesslich fiel die Kardanwelle durch eine insgesamt eher unfreundliche Oberfläche auf, die ich durch Schleifen zu verbessern gedachte …

… und diesen Job bis zum Ende auch durchgehalten habe (ein Schlauer trimmt ja bekanntermaßen die Ausdauer 🤓). Hier die Welle stehend gereinigt …

… und hier stehend lackiert:

Die stets zuletzt sterbende Hoffnung ist, dass die Welle trotz notwendigen Austausches der Getriebe vom Ford Toploader zum BorgWarner T10 noch passt.

Später mehr Hoffnung auf ein happy end,

Udo

Build log, 29.05.21

Was ich im letzten log vergaß, war der Umstand oder die Fügung, dass B noch kurz für die Elektrik vorbei gekommen war. Nun ist der Trennschalter wirklich trennend (mit Ausnahme des Holley-Steuergerätes) …

… und die Benzinpumpe oben läuft auch wieder 🤫.

Heute ging es dann wieder um Blecharbeiten, ein Betätigungsfeld, in dem ich keine allzu erkennenswerten Defizite aufweise.

Der Grund für diese Betätigung lag und liegt darin, dass die hinteren unteren Auslässe im rear clip die identische Belüftung aufweisen sollten, wie die oberen. Vorher ist im Bild oben zu sehen, ein früher Evolutionsstand darunter …

… ein mittlerer hier …

… und der finale ist dieser:

Neben der besseren Entlüftung des Motorraums bietet der neue Auslass auch noch interessante Einblicke, siehe hier:

Mit der neu entdeckten Funktion des Portraitmodus im iPhone habe ich mich dann noch mit einigen Impressionen in künstlerischer Hinsicht versucht:

Nach erfolgreich beendeter Probefahrt habe ich noch die Betätigungen des Falcons bearbeitet, die R noch silberfarben lackieren soll:

Später mehr Silber (nur Reden ist Gold, oder war es anders herum?),

Udo

Build log, 28.05.21

Die im letzten log angekündigte Verschönerung des Unsichtbaren fand heute ihren Abschluss, hier zu sehen in Form des Verbindungsblechs zwischen Getriebe und Schaltkulisse für den Falcon:

Die drei stark gesenkten Bohrungen links dienen der Gewichtsreduzierung, und sonst zu Nichts, aber immerhin.

Zurück zum GT40: die Ent- oder Belüftung des rear clips galt es zu verbessern beziehungsweise zu vergrößern. Der Ausgangszustand funktioniert bestimmt gut bei hohen Geschwindigkeiten, in denen der Unterdruck aussen die Warmluft von innen nach aussen ableitet, aber nicht jede Strecke führt über die Mulsanne Straight, bekanntermaßen:

Die Demontage des Entlüftungsbleches gestaltete sich deshalb als schwierig, da ich die Verschraubung auf der Innenseite mit selbstsichernden Muttern realisiert habe, und meine Arme leider nicht über eine zum Lösen der Verschraubung notwendigen Teleskopfunktion verfügen. In einem hellen Moment fiel mir diese McGyver-Lösung ein, ganz ohne Stanniolpapier, aber mit Panzerband:

Auf diese Art und Weise gelang die Demontage des Bleches quasi kinderleicht ✌️.

Das Austauschmodell musste zunächst mit Großlochbohrern (?) bearbeitet werden …

…, dann mit der elektrischen Blechschere weiter tracktiert …

… und dann gefinisht werden (es heisst auch „endbearbeitet“, aber das klingt nicht fancy):

Zu guter Letzt dann hier die Situation im rear clip:

Früher gab es auch keine Laserbearbeitung von Blechen, sondern nur ehrliche Handwerkskunst.

Später mehr Kunst, oder das, was ich sehr speziell dafür erachte,

Udo

Build log, 22.05.21

Die rechte Seitenscheibe ist mit abtupfbarer Dichtmasse (mit Ausnahme des Bereichs oben rechts, der ja ausgebrochen war, und den ich mit Klebstoff versehen haben, sicher ist sicher), eingebaut, und der helicopter vent sieht nun so richtig authentisch aus. Ausserdem wird er dabei behilflich sein, die Insassen (also mich und ggf. Andere) vor vollständiger oder partieller Dehydrierung im Sommer zu bewahren:

Die Funktion des vents ist tatsächlich dank genauer Vorbereitung tadellöser, sozusagen.

Anschliessend stand noch die Verkabelung des Not-Aus-Schalters an, hier nach getaner Arbeit:

Meine andere selbständige Exkursion in die elektrische Verkabelung ging leider daneben: die Kraftstoffpumpe funktioniert nicht. Vielleicht kann ich B zur Behebung dieser Misslisskeit motivieren 🔧🔨🪛🧰.

Die Belüftung des rear clips ist mir nicht weitgehend genug, daher plane ich, das entsprechende Aluminiumblech gegen diesen Entwurf auszutauschen:

Viel Arbeit für später, vielleicht.

Da dies aber nun nicht zwingend und dringend, die baldige Rückkehr des Falcons jedoch schon real, und die Schaltung des Getriebes nicht geklärt ist, und G mir ein für diese Aufgabe passendes Gestell überlassen hat, und ich sonst nicht viel Besseres zu tun hatte, folgte dieses:

Montiert und gedreht mit verbotenem Hurst-Schalter, aber funktionstüchtig über 1-2-3-4-R, war ein Meilenstein geschafft:

Die Montageplatte zwischen Schaltung und Getriebe benötigte eine umfangreiche Freimachung, die ich trotz Verborgenheit unter dem Tunnel noch aufhübschen werde – schliesslich fährt das Unterbewusstsein auch mit:

Später mehr Bewusstes und Unterbewusstes, und noch nicht Gewusstes,

Udo

Build log, 21.05.21

Statt Attacke am Morgen hatte ich mir vorgestellt, diese erst später am Tag stattfinden zu lassen. Die Arbeit läuft ja bekanntermaßen nicht davon. Also stand ein Besuch bei R auf der Morgenagenda, und er hatte schon kräftig gezaubert:

Der fender rechts ist quasi nicht wieder zu erkennen, und macht Appetit auf mehr.

„Mehr“ lag dann wieder bei mir, und so habe ich kleinere Restarbeiten ausgeführt: Ölablassschaube montiert, Ölfilter (Ford Racing) ebenso, folgerichtig Öl aufgefüllt (erst einmal fünf Liter), und den Benzinfilter angebracht:

OkOk, Attacke ist anders, aber Kleinvieh macht auch Mist. Anschliessend war nicht mehr viel Anderes zu tun, als die rechte Seitenscheibe zu bearbeiten. Die Blindnieten oben vorne, die die Scheibe in der Tür befestigen sollten, hatten ihren Dienst quittiert, und die Klebebandlösung ist eben auch nichts für die Ewigkeit:

Also habe ich alles demontiert und die beiden Übeltäter entfernt:

Einmal im Fluss (oder neudeutsch im“workstream“), war die Scheibe samt Dichtung bald demontiert:

Da die Entscheidung gefallen war, den ausserordentlich hohen Temperaturen im Cockpit irgendetwas entgegenzusetzen, habe ich mir die Anleitung der Helicopter vents nochmals durchgelesen, und gelernt, dass die Dinger genau dann funktionieren, wenn die Bohrung der Kunststoffscheibe 2 1/4 inch beträgt, nicht mehr, und nicht weniger.

Mit dem Lochbohrer geht das nicht, aber mit Loch-an-Loch schon.

Am Ende dann war eine tadellose Funktion zu erkennen.

Den Rest des Tages habe ich mich erfolglos mit den Anbringung der Dichtleiste Türen unten (Dl Tü u) befasst. Da erfolglos, ohne Fotos, und mit Weiterführung der Serie morgen.

Später mehr Soaps,

Udo

Build log, 15.05.21

Den Ölkühler samt Anschlüssen fand die Fachwelt demontierenswert, um eine Säuberung von innen vorzunehmen. Also bin ich dieser weisen Anweisung gefolgt, hier der Nachweis:

Da B meinte, dass der Batterieschalter besser „Plus“ statt „Masse“ unterbrechen solle, habe ich ebendiesen Schalter auf die rechte Fahrzeugseite, also näher zum Pluspolkabel, umgebaut. Die dazu benötigten weiteren Kabel werden während der kommenden Woche erstellt, man sagt wohl auch „gecrimpt“ (sofern dies im Duden erlaubt ist, was ich vorsichtig bezweifele).

Auf der recht beeindruckend langen“GT40-to-do-Liste“ stand unter anderem noch die Abdichtung gegen hereinströmendes Regenwasser, eine Aufgabe, an der schon andere gescheitert sind. Um nicht sogleich zu resignieren, bin ich mit voller Motivation ans Werk gegangen.

Ein schon identifiziertes Einfalltor ist der sogenannte untere Scheibenrahmen, da durch die Verschraubungen zum Chassis selbst bei Schwachregen nennenswerte Wassermengen in den Fußraum dringen. Also sind die Verschraubungen eingedichtet, und werden demnächst mit Kappen auch optisch gut werden:

Am Abend meldete sich noch R mit einer Wasserstandsmeldung vom Falcon:

Wenn ich in den kommenden Wochen weiter herumtrödele, kommt der Falcon zurück, während der GT40 noch nicht fertig ist.

Die Losung für die kommenden Wochen ist damit schon einmal klar: Attacke!

Später mehr Entspannendes,

Udo

Build log, 14.05.21

Nicht wirklich überraschend ging es heute beim Austausch der Kraftstoffleitungen weiter, da ich ja die Produkte von A gegen Goodrich austauschen werde. Eine der drei quer unter dem Fahrzeug verlaufenden Leitungen samt Verschraubung hatte ich schon behandelt, also blieben noch exakt zwei zurück (gut, dass ich in der Schule nicht völlig unaufmerksam war). Die zwei Austauschkandidaten nach Demontage liegen hier auf der Werkbank …

…, und die neue Leitung montagegerecht im Schraubstock eingespannt ist ebenfalls erkennbar.

Zwischendurch ist es bekanntermaßen mühsam, aber am Ende war alles gut (wie gut genau wird der erste Probelauf zeigen):

Das wirklich Missliche an der ganzen Situation ist, dass nachher alles wie vorher ist/war, dass also meine ganze Arbeit – bis auf den Umstand, dass nun ein „G“ auf den Fittings erkennbar ist – dem Betrachter verborgen bleibt. Irgend etwas war da von inneren Werten geschrieben, aber das habe ich nie verstanden.

Neben den Kraftstoffleitungen betraf der Austausch der Leitungen und Fittings auch die zum Glück nur kurzen Dash10-Ölleitungen, die zwischen Motor und Ölkühler montiert sind. Auch hier gilt: viel gebaut, wenig erkennbar:

Bei soviel Unscheinbarem ist es an der Zeit, wieder etwas Sichtbares für die Galerie zu veranstalten. Leider geht mir hier gerade sowohl Fantasie als auch Arbeitsvorrat aus.

Für die werten Leser heisst das, dass in den kommenden build logs eher slow motion zu erwarten ist.

Besser „slow“ als „no“, finde ich.

Später mehr Bewegung (der Falcon wird schon gespachtelt, solch ein Fortschritt),

Udo

Build log, 08.05.21

Bevor ich mich an die aus schwer erklärbaren Gründen unbeliebten Arbeiten an den Kraftstoffleitungen befasst habe, sollten erst noch die frisch aus den U.S.A. gelieferten Instrumente für den Falcon verbautechnisch ausprobiert werden. Die Autometerdinger passen gut in das eigens angefertigte Blech, hier als Stileben vor GT40 auf Werkzeugkasten, künstlerisch wertvoll:

Der „Ford Performance“ Aufkleber sorgt wiederum für Rennambiente, auch wenn sich heute kein Motor gedreht hat.

Ausserdem war eine Fertigmeldung vom Lackierer im Posteingang, alles schwarz und gut:

Der Rest des Tages war dann endlich den Stahlflexleitungen vorbehalten. Alle Leitungen, die Kraftstoff und Öl führen, sind samt Fittings auszutauschen, aus Qualitätsgründen, so wird zumindest gemunkelt. Hier ein Beispiel samt Kraftstoffpumpe neu:

Den Adapter von M18x1,5 auf Dash8 habe ich mit Dichtring und Klebstoff montiert. Das untere Ensemble stammt von Goodridge, das obere, ausgebaute nicht.

Richtig (unent-) spannend war der Austausch derjenigen Stahlflexleitungen, die quer unter dem Fahrzeug verlaufen. Eigentlich ist Arbeiten im Liegen mein Traum, aber unter dem Auto fehlt es einfach an Kopfhöhe 🙂.

Später mehr Ent- und Anspannung, denn es ist noch nicht vorbei,

Udo